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Die Vermessung der Nachhaltigkeit

Was macht ein Unternehmen nachhaltig? Wie lässt sich Nachhaltigkeit messen und vergleichen? Und wie nachhaltig ist Audi? Reinhold Windorfer ist Senior Analyst bei der Ratingagentur oekom research AG in München. Seine Aufgabe: Nachhaltigkeit messen. Er und sein Team analysieren und bewerten die soziale und ökologische Performance von Unternehmen anhand von über 100 branchenspezifisch ausgewählten Kriterien.

Reinhold Windorfer: Die Vermessung der Nachhaltigkeit

Herr Windorfer, Sie sind Analyst für Nachhaltigkeit. Was ist Nachhaltigkeit?
Nachhaltigkeit ist die Kombination von ökologischen und sozialen Faktoren, die man mit wirtschaftlichen Faktoren in Verbindung und Einklang bringen muss, um eine zukunftsfähige Gesellschaft zu schaffen.

Wie kann man diesen schillernden Begriff in seiner ganzen Breite messen, was Sie ja beruflich tun?
Wir messen die Nachhaltigkeit von Unternehmen und Staaten, indem wir alle Aspekte von deren Arbeit sammeln und auf einer Skala bewerten. Damit können wir deren Performance auch vergleichbar machen.

Wenn Sie sagen, Sie messen bzw. bewerten, müssen Sie ja einen Maßstab haben. Welcher ist das?
Unser grundlegender Maßstab ist unser Nachhaltigkeitsverständnis, das wir uns als Unternehmen gegeben haben, indem wir festgeschrieben haben, was Nachhaltigkeit für uns bedeutet, was für uns die wichtigen Aspekte sind und welche Aspekte wir nach außen transportieren wollen.

Können Sie die zwei, drei wichtigsten Aspekte nennen?
Das sind im Wesentlichen die Achtung der Menschenwürde, eine gerechte Weltwirtschaftsordnung und der Schutz der natürlichen Umwelt.

Wenn wir den Blick in die Zukunft richten: Mittlerweile ist die Bedeutung der Nachhaltigkeit bei sehr vielen Menschen, bei Parteien und Unternehmen angekommen und Teil der Strategie. Was denken Sie: Wie entwickelt sich der Umgang mit dem Nachhaltigkeitsbegriff in etwa 15 oder 20 Jahren?
Ich denke, dass es in 15 bis 20 Jahren eine weitere Entwicklung hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft geben wird. Mein Wunsch wäre, dass es keine separate Bewertung einer Nachhaltigkeit mehr geben muss, weil diese dann fester Bestandteil der Wirtschaft ist. Ich denke, dass dies in 15 bis 20 Jahren auf einem weiteren Weg sein wird.

Vielen Dank für das Interview.