AUDI AG

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Strategie und Organisation

Die Automobilbranche befindet sich in einem fundamentalen Wandel – drei große Entwicklungen treiben ihn an: Urbanisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Mit der Strategie 2025 stellt Audi die Weichen für die Zukunft. Ihr Rückgrat bilden emissionsarme oder -freie Autos, ergänzt durch neue Lösungen für nachhaltige Premium-Mobilität, intelligente Vernetzung und übergreifende Konzepte wie Circular Economy.

Nachhaltiges Handeln beginnt für uns schon bei Produktgestaltung und Beschaffung und reicht bis zum Fahrzeug-Recycling. Die Urbanisierung vollzieht sich immer schneller: 2025 werden weltweit voraussichtlich 58 Prozent aller Menschen in Städten leben, 2050 schon etwa zwei Drittel. Mit der zunehmenden Urbanisierung gelangt die städtische Infrastruktur an ihre Kapazitätsgrenzen. Damit individuelle Mobilität nicht zum Stillstand führt, sind neue Lösungen notwendig. Und es braucht ein Umdenken im Umgang mit knappen Ressourcen, Lebensräume müssen besser genutzt, Lärm vermindert, Staus vermieden und die Luftqualität erhöht werden. Urbanisierung und Nachhaltigkeit greifen hier eng ineinander.

Das neue Denken bedeutet einen Paradigmenwechsel: In der Stadt der Zukunft wird sich Audi immer stärker als Mobilitätsdienstleister präsentieren und seinen Kunden neuartige Zugänge zu individueller Premium-Mobilität anbieten. Technologien wie pilotiertes Parken und pilotiertes Fahren werden dazu beitragen, das Fahren sicherer und umweltschonender zu machen und die knappen Flächen effizienter zu nutzen als heute.

Die Mobilitätslösungen der Zukunft werden auf nachhaltigen Antriebskonzepten basieren, die aber erst in einigen Jahren flächendeckend zur Verfügung stehen werden. Deshalb senkt Audi den Verbrauch seiner Modelle mit Verbrennungsmotor kontinuierlich weiter. Bis 2025 wird rund ein Drittel der Flotte aus reinen Elektrofahrzeugen bestehen, den Anfang macht 2018 ein sportlicher SUV. Ein umfassendes Systemangebot wird den Kunden die Versorgung des Autos mit Grünstrom erleichtern. Die nachhaltig produzierten Audi e-fuels, die CO2-neutrale Produktion und die Erfüllung von Umweltstandards in der Lieferkette sind weitere Bausteine der Nachhaltigkeitsstrategie von Audi.

Steuerung und Umsetzung

Die Abteilung Nachhaltigkeit bündelt die Maßnahmen in den Geschäftsbereichen. Sie ist für die Ausrichtung der Nachhaltigkeitsstrategie zuständig und berichtet mindestens zweimal jährlich direkt an den Gesamtvorstand der AUDI AG. Die Abteilung steuert das Stakeholder-Management mit dem Ziel, Erwartungen und Meinungen der Stakeholder in die Strategie einzubinden. Außerdem verantwortet sie die Kommunikation zur Unternehmensverantwortung und die Teilnahme an Nachhaltigkeitsratings.

Regelmäßig tauschen sich die Mitarbeiter der Abteilung mit den ausländischen Konzerngesellschaften aus, um das gemeinsame Verständnis von Nachhaltigkeit weiterzuentwickeln und um Maßnahmen abzustimmen. Außerdem arbeiten sie im Konzernsteuerkreis Nachhaltigkeit der Volkswagen AG mit, um konzernweit gültige Vorgehensweisen und Richtlinien abzugleichen. Darüber hinaus steuert die Abteilung den Steuerkreis Nachhaltigkeit; er besteht aus Vertretern der sieben Geschäftsbereiche plus einem Vertreter des Betriebsrats und trifft sich alle zwei Monate.

Im Audi Nachhaltigkeitsbericht dokumentiert der Konzern die Ziele für die Nachhaltigkeitsarbeit sowie die Projekte und Maßnahmen, um sie zu erreichen. Audi informiert jährlich über die Fortschritte; Basis sind die G4-Richtlinien der Global Reporting Initiative (GRI).

Die übergeordnete Zielsetzung lautet: Alle Entscheidungen im Unternehmen fallen unter Berücksichtigung ökonomischer, ökologischer und gesellschaftlicher Aspekte. Zur Orientierung dienen interne Leitlinien und Kodizes, wie der Audi Code of Conduct, die Umweltpolitik, die Compliance-Richtlinie des Audi-Vorstands und zahlreiche Betriebsvereinbarungen. Die Grundlage unserer Geschäftsbeziehungen bilden dabei die Achtung und Einhaltung der Menschenrechte. Diese zu respektieren und unserer Sorgfaltspflicht nachzukommen ist in der Audi Grundsatzerklärung für die Achtung und Einhaltung der Menschenrechte festgeschrieben. Jeder Verstoß gegen Menschenrechte oder geltendes Recht kann über das konzernweite Hinweisgebersystem unter compliance@audi.de sowohl von Mitarbeitern als auch Dritten zur Sprache gebracht werden und wird konsequent von den zuständigen Abteilungen verfolgt.

Im Februar 2012 ist die AUDI AG als eigenständiges Unternehmen dem Global Compact der Vereinten Nationen beigetreten. Das Unternehmen hat sich gegenüber der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, den Prinzipien der Internationalen Arbeitsorganisation sowie der OECD, den Grundsätzen der Erklärung von Rio zu Umwelt und Entwicklung sowie der UN-Konvention gegen Korruption verpflichtet. Die AUDI AG hat als Tochter der Volkswagen AG wegen des Abgasskandals die Mitgliedschaft im UN Global Compact zum 12. November 2015 vorübergehend niedergelegt. Die AUDI AG klärt aktuell alle Sachverhalte mit dem UN Global Compact und strebt den Wiedereintritt an. Unabhängig von der zeitweisen Niederlegung der Mitgliedschaft betonen wir unser Bekenntnis zu den Prinzipien des UN Global Compact.

 

Wesentlichkeitsanalyse und Materialitätsmatrix

Die Ergebnisse der Kommunikation, die Audi mit den Stakeholder Gruppen führt, fließen in die sogenannte Wesentlichkeitsanalyse ein. Seit 2012 ermittelt das Unternehmen systematisch die Relevanz verschiedener Nachhaltigkeitsthemen und bildet sie in einer Matrix ab, die regelmäßig aktualisiert und ausgebaut wird.

Die entscheidende Datenbasis für die Materialitätsmatrix liefern die so genannten Stakeholder-Surveys – Befragungen und Interviews, die online, persönlich oder per Fragebogen geführt werden können. Die ersten von ihnen fanden 2012 statt – unter anderem eine Kundenumfrage in den Märkten China, Deutschland und den USA. Anfang 2013 analysierte Audi bei 1.500 Mitarbeitern der Standorte Ingolstadt, Neckarsulm, Brüssel und Győr, wie sie die Bedeutung und Performance von Nachhaltigkeitsthemen bei Audi einschätzen.

Im August 2014 interviewte Audi Vertreter seines Managements in Belgien, Deutschland, Italien, Mexiko und Ungarn, um ihre Sichtweisen mit den bisherigen Ergebnissen der Materialitätsmatrix abzugleichen. Im Jahr 2015 fand in Kooperation mit der Hochschule Fresenius (München) das Projekt „Wesentlichkeitsanalyse internationaler Nachhaltigkeitsaspekte für die AUDI AG” statt. Ziel war es herauszufinden, inwieweit die von der Global Reporting Initiative (GRI) definierten Nachhaltigkeitsaspekte in den verschiedenen Ländern für Audi als relevant erachtet werden. Im Jahr 2016 flossen die Bewertungen durch Audi-Händler in Deutschland sowie durch Mitarbeiter, die an Nachhaltigkeitsschulungen teilnahmen, in die Materialitätsanalyse ein.

Die Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse werden in einer so genannten Materialitätsmatrix abgebildet; sie setzt die Relevanz für Audi-Führungskräfte (auf der x Achse) und für interne wie externe Audi-Stakeholder (auf der y Achse) miteinander in Beziehung. Die Einschätzungen der Stakeholder-Gruppen gehen gemittelt und gewichtet in die Matrix ein. Stakeholder, so die Ergebnisse der Jahre 2014/15, legen besonders großen Wert auf sichere, innovative und effiziente Fahrzeuge; gemeinsame Interessen mit dem Unternehmen sind Kundenorientierung und wirtschaftliche Stabilität. Bei den mitarbeiterbezogenen Themen steht die Unternehmenskultur an erster Stelle.

Der Wesentlichkeitsprozess und die Wesentlichkeitsmatrix bilden für den Audi-Konzern die Basis der langfristigen Nachhaltigkeitsarbeit. Der Prozess konzentriert sich auf Managementansätze und -systeme, die für die zukunftsorientierte und verantwortungsbewusste Ausrichtung von Audi wesentlich sind. Besondere Bedeutung haben Themen, die wegen ihres starken Bezugs zum Kerngeschäft hohe Aussagekraft über die Zukunftsfähigkeit und die nachhaltige strategische Ausrichtung des Unternehmens besitzen.

Nachhaltigkeit messen

Der Audi-Konzern nimmt seit 2012 am renommierten oekom research Rating teil. Dabei hat das Unternehmen für sein überdurchschnittliches Engagement in Bezug auf Sozial- und Umweltverträglichkeit den „Corporate Responsibility Prime Status“ erhalten. Die Erkenntnisse aus dem Nachhaltigkeitsrating fließen in die Leitlinien und Aktivitäten zur Stärkung der Unternehmensverantwortung ein.