AUDI AG

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Umweltmanagement

Audi betrachtet die Umweltaspekte in seinem weltweiten Fabrikverbund genau – mit der Vision, viele seiner Autos künftig in CO₂-neutralen Werken zu produzieren. Auf dem Weg dorthin kommen innovative Konzepte und Technologien zum Einsatz, von der Datenbrille bis zum neuen, bionisch inspirierten Presswerkzeug.

Zertifizierte Umweltmanagementsysteme

 

Im Rahmen seines ganzheitlichen Ansatzes betrachtet Audi die Umweltaspekte in seinem weltweiten Fabrikverbund genau. Dabei spielen zertifizierte Umweltmanagementsysteme eine große Rolle.

Für den Audi-Konzern sind neben dem Einsatz innovativer Technologien auch organisatorische Maßnahmen im Rahmen von Umweltmanagementsystemen von großer Bedeutung. So sind alle europäischen Automobilwerke des Audi-Konzerns nach EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) zertifiziert – ein weit über die Standardanforderungen hinausgehendes Umweltmanagementsystem der Europäischen Union.

Die Werke in Ingolstadt, Győr (Ungarn) und Sant‘Agata Bolognese (Italien) sind zudem nach der weltweit gültigen Norm DIN EN ISO 14001 zertifiziert. Die gleiche Zertifizierung besteht für den neuen Standort in São José dos Pinhais (Brasilien) und für das Motorradwerk in Bologna (Italien) sowie für die von Audi genutzten Produktionsstätten des Volkswagen Konzernverbunds in Bratislava (Slowakei), Martorell (Spanien) und Aurangabad (Indien). Auch die Werke Changchun und Foshan des assoziierten Unternehmens FAW-Volkswagen Automotive Company, Ltd., Changchun (China), können eine Zertifizierung nach der Norm DIN EN ISO 14001 vorweisen.

Der Audi-Standort San Jose Chiapa (Mexiko) bereitet sich derzeit auf die Zertifizierung nach DIN EN ISO 14001:2015 vor. Diese novellierte Norm legt besonderen Wert auf ökologisch nachhaltige Geschäftsprozesse. Die Audi-Standorte Ingolstadt und Györ sind bereits nach DIN EN ISO 14001:2015 zertifiziert.

Darüber hinaus erfüllen die Umweltmanagementsysteme der Standorte Ingolstadt, Neckarsulm, Győr, Brüssel (Belgien) und Sant‘Agata Bolognese die Vorgaben der DIN EN ISO 50001, die besonders hohe Anforderungen an die systematische und kontinuierliche Senkung des Energieverbrauchs stellt. Als erster Premiumautomobilhersteller hat der Audi-Konzern 2014 seinen Corporate Carbon Footprint nach der weltweit gültigen Norm DIN EN ISO 14064 zertifizieren lassen. So macht Audi seine unternehmensweiten Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette transparent, um diese zukünftig noch gezielter analysieren und wirksamer reduzieren zu können.

 

Umwelterklärungen der Audi-Standorte

In den Umwelterklärungen spiegelt sich die kontinuierliche Weiterentwicklung des standortbezogenen Umweltschutzes im Rahmen des Audi Umweltmanagements wider. Die Inhalte betreffen vor allem Abfallwirtschaft, Immissions- und Gewässerschutz, Energie und Umweltprogramme.

Standortbezogener Umweltschutz

 

Für eine nachhaltige Mobilität muss die Herstellung der Autos umweltschonend erfolgen. Deshalb arbeitet Audi intensiv daran, die CO₂-Bilanz seiner Fertigungsstandorte zu senken. Langfristig hat Audi die Vision, Fahrzeuge vollständig CO₂-neutral herzustellen.

Bezogen auf Energiesparmaßnahmen lautet das Ziel, sowohl Anlagen und Gebäude energieeffizient zu planen als auch Logistikabläufe nachhaltig zu gestalten. Audi hat als erster Premiumhersteller seinen CO2-Fußabdruck (Corporate Carbon Footprint) nach der weltweit gültigen Norm ISO 14064 zertifizieren lassen. Auf diese Weise machte das Unternehmen die Hauptursachen für Emissionen in der gesamten Wertschöpfungskette transparent – und identifizierte so Potenziale, um Treibhausgase über den gesamten Lebenszyklus eines Automobils weiter zu reduzieren.

Seit Anfang 2012 wird das ganze Werk Ingolstadt mit regenerativem Strom versorgt. Zudem liefern Photovoltaik-Module auf den Dächern rund 1.800 MWh Energie pro Jahr. 40 Prozent davon werden vor Ort genutzt, unter anderem von Produktionsanlagen. Außerdem werden jährlich etwa 70.000 MWh umweltfreundliche Fernwärme (Primärenergiefaktor = 0) genutzt. Die Lackiererei am Standort gilt als eine der umweltfreundlichsten weltweit. Grund dafür sind modernste Technologien wie Umluftbetrieb, Trockenabscheidung und Abluftreinigung.

Die Fertigungsstätte Münchsmünster bei Ingolstadt nutzt ein hocheffizientes Blockheizkraftwerk und bezieht seit Januar 2015 zu 100 Prozent Ökostrom. Auf dem neuen Gelände Audi Neuburg erfolgt die Stromversorgung ebenfalls mit regenerativ erzeugter Energie, und für Heizzwecke wird vor allem Abwärme genutzt.

An den internationalen Audi-Standorten gibt es ebenfalls viele Initiativen für den Umweltschutz: Im ungarischen Győr beispielsweise deckt die Audi Hungaria Kft. seit Herbst 2015 etwa 60 Prozent ihres Wärmebedarfs durch Geothermie. In Sant’Agata Bolognese hat die Automobili Lamborghini S.p.A. im Geschäftsjahr 2015 eine Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungs-Anlage (KWKK) in Betrieb genommen, zudem nutzt das Werk die Abwärme aus einer nahegelegenen Biogasanlage, und der Strom wird vollständig aus regenerativen Quellen bezogen.

Das neue Werk in San José Chiapa (Mexiko), im Herbst 2016 eröffnet, verfügt über eine der umweltfreundlichsten Lackierereien auf dem amerikanischen Kontinent. Ein Kreislaufsystem für die Luft reduziert den Energieverbrauch deutlich, der Wasserverbrauch ist hier ebenfalls gering. Außerdem verwertet Audi México über 90 Prozent der anfallenden Abfälle wieder.

 

Verantwortung in der Produktion

 
Virtuelle Fügeanalyse

Ökologische Verantwortung ist ein fester Bestandteil der Audi-Produktionsstrategie und damit auch der Smart Factory von Audi. Das Unternehmen hat die Vision, viele seiner Autos schon bald in einer zu 100 Prozent CO₂-neutralen Fabrik zu produzieren. Das Unternehmen setzt auf Klimaschutz und Ressourcenschonung und intensiviert beständig seine Aktivitäten zur nachhaltigen Produktion. Auf dem Weg dorthin nutzt es die neuesten Technologien und entwickelt innovative Lösungen.

Audi hat im Jahr 2016 am Standort Ingolstadt eine neue Decklack-Lackiererei in Betrieb genommen, in der auf drei Stockwerken bis zu 900 Karosserien pro Tag lackiert werden. Die modernen Applikationsanlagen schonen dank besonders umweltfreundlichen Technologien die Ressourcen, und ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze entlasten die Mitarbeiter.

Die neue Lackiererei ist eine der umweltfreundlichsten der Welt. Grund dafür sind modernste Technologien wie Umluftbetrieb, Trockenabscheidung und Abluftreinigung. Diese Maßnahmen ermöglichen es, den Ressourceneinsatz deutlich zu reduzieren, sodass der Heizenergie- und Wasserverbrauch pro Auto um 20 Prozent sinkt. Außerdem trägt der Umluftbetrieb dazu bei, dass pro lackiertem Auto 30 Prozent weniger CO2‑Emissionen anfallen; die Abluftreinigung wiederum reduziert die VOC-Emissionen – das sind flüchtige organische Verbindungen – um 90 Prozent.

Auch in der Audi-Produktion werden die Fabriken fit für die Zukunft gemacht. Eine Denkfabrik für die Zukunft ist das Audi Production Lab – sein kleines Team fungiert als Schnittstelle zwischen Innovation und Serieneinsatz und unterstützt gezielt Mitarbeiter in der Produktion, Planer und Ingenieure. Derzeit betreut das Audi Production Lab Pilotprojekte für den Einsatz unterschiedlicher Datenbrillen für Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR). Mögliche Einsatzzwecke dieser Brillen sind vielversprechend. Neben Assistenzfunktionen für Mitarbeiter können sie künftig auch für standortübergreifende Konferenzen genutzt werden. Indem beispielsweise ganze Prototypen in einen virtuellen Raum projiziert werden, können noch weitere Termine digital abgehalten werden. Das Unternehmen spart somit lange Dienstreisen, was zur Verbesserung der Ökobilanz beiträgt und darüber hinaus die Mitarbeiter entlastet.

In der Entwicklung von Presswerkzeugen setzt der Audi-Werkzeugbau Standards. Die Experten des Werkzeugbaus orientierten sich während der Neuentwicklung der Presswerkzeuge an Strukturen, wie sie in der Natur vorkommen. Viele ihrer Einbauteile bestehen aus Aluminium und Kunststoff; das Gewicht der Werkzeuge, das bislang bis zu 45 Tonnen beträgt, sinkt um bis zu 20 Prozent. Der benötigte Energieeinsatz in der Presse geht um etwa zehn Prozent zurück, während die Präzision beim Umformen der Blechplatinen steigt.

Die ersten Werkzeuge der neuen Generation kamen im Jahr 2013 bei Audi zum Einsatz, seitdem hat die Marke sie Schritt für Schritt weiterentwickelt. Heute gibt es sie in fast allen Audi-Presswerken – in Ingolstadt, Neckarsulm, Győr, Bratislava und San José Chiapa.

Der Audi-Werkzeugbau hat außerdem Projekte zur standortübergreifenden, virtuellen Zusammenarbeit umgesetzt. Technische Anlagen in der Audi-Produktion werden mit höchster Präzision geplant, aufgebaut und gesteuert – dennoch können sie aufgrund ihrer extremen Komplexität nie 100-prozentig vor Störungen sicher sein. In einer solchen Situation kommt der Bereich „Anlagen- und Vorrichtungsbau“ (AVB) des Audi-Werkzeugbaus ins Spiel. Mit seinem Fernwartungsportal dient er als zentrale Support-Drehscheibe und sorgt so für einheitliche Standards in allen Audi-Werken weltweit. Das Portal betreut die Karosseriebau-Anlagen an fünf Standorten.

Falls ein Anlagenbetreiber – zum Beispiel in Bratislava oder im jüngsten Audi-Werk in San José Chiapa (Mexiko) – eine Störung erkennt, die sich mit eigenen Mitteln nicht beheben lässt, kann er beim Fernwartungsportal Unterstützung anfordern. Gerade in den Inbetriebnahmephasen, die immer schneller ablaufen, spielt die Fernwartung ihre Stärken voll aus: Sie spart in hohem Maße Zeit, Kosten und CO2, weil weniger Reisen nötig sind.