AUDI AG

Toggle Menu

Christian Schmidt

Am 27.Juli 1873 übernahmen Christian Schmidt und Heinrich Stoll eine Manufaktur für Strickmaschinen in Riedlingen a.d.Donau.

Christian Gottlob Schmidt wurde am 6.8.1844 in Bietigheim/Enz als Sohn eines Lehrers geboren. 1860 beendete er seine Lehre zum Schlosser-Gesellen in Urach. Er heiratete am 17.10.1875 Luise Katharina Banzhaf, die am 22.2.1851 als Tochter eines Metzgers, Landwirts und Holzhändlers aus Illingen geboren wurde. Sie war die Schwester von Gottlob Banzhaf, der später die Geschicke der NSU Werke über mehrere Jahrzehnte entscheidend prägte. Am 19.8.1876 ging aus dieser Verbindung der einzige Sohn Karl August hervor, der in Riedlingen zur Welt kam.

Die beiden neuen Fabrikanten Christian Schmidt und Heinrich Stoll schlossen am 27. Juli 1873 einen Geschäftsvertrag. 1875 wurde das erste eigene Patent der „Mechanischen Werkstatt von Schmidt & Stoll“ angemeldet. Ende 1876, nach dreijähriger erfolgreicher Zusammenarbeit, trennten sich die beiden Fabrikanten. Stoll zog nach Reutlingen und gründete die Strickmaschinenfabrik Heinrich Stoll & Co, Schmidt blieb bis zu seinem Wegzug nach Neckarsulm 1880 als Eigentümer der „Mechanischen Werkstatt, insbesondere für Strickmaschinen“ ein echter Konkurrent zu Stoll.

Während dieser Zeit waren 8 – 10 Leute in der Werkstätte beschäftigt und Gottlob Banzhaf übernahm die kaufmännischen Arbeiten. In dem kleinen Gebäude auf der „Insel“ waren im Erdgeschoss die Drehbänke und Werkzeugmaschinen nebst Esse, im ersten Stock befand sich der Kontorraum und das Dachgeschoss diente als Magazin. Doch mit der Zeit reichten weder Platz noch Wasserkraft für die vergrößerte Produktionskapazität mehr aus. Auf der Suche nach einem neuen Anwesen wurde er in Neckarsulm fündig, wo die alte und zerfallene Brunner'sche Säge- und Gipsmühle zum Verkauf angeboten wurde.

Am 1. April 1880 kaufte Christian Schmidt die Mühle zu einem Preis von 18.000 Mark. Das Geschäft vermittelte der Neckarsulmer Textilienfabrikant und Kaufmann Simon Diemer (heute Modehaus Diemer in Neckarsulm), der Kunde von Schmidt war und zu jenem Zeitpunkt etwa 50 Frauen und Mädchen in seiner Näh- und Strickstube beschäftigte. Innerhalb von drei Monaten wurde das Gebäude umgebaut und neu eingerichtet und Ende Juni konnte der Umzug von Riedlingen nach Neckarsulm durchgeführt werden. Sechs Arbeiter und der Werkführer siedelten ebenfalls nach Neckarsulm um. Schmidt erhielt bei der Trennung von Stoll den Großteil des Maschinenparks. Banzhaf organisierte den Umzug. Schon 1881 wurden die Neckarsulmer Strickmaschinen auf der Stuttgarter Ausstellung 1881 mit einem Preis ausgezeichnet.

Christian Schmidt verstirbt 39-jährig an einem Leberleiden am 24. Februar 1884 in Neckarsulm.