AUDI AG

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Vier Ringe – DKW

Als sich am 29. Juni 1932 die vier Firmen Audi, DKW, Horch und Wanderer zur Auto Union zusammenschlossen, wählte man aus juristischen Gründen die Zschopauer Motorenwerke/DKW zur aufnehmenden Gesellschaft. Auch die Hauptverwaltung der Auto Union AG war zwischen 1932 und 1936 im DKW Verwaltungsgebäude in Zschopau untergebracht, bevor man 1936 nach Chemnitz umzog.

So wichtig, wie Rasmussen und seine Zschopauer Motorenwerke für die Gründung der Auto Union AG waren, so wichtig waren auch die DKW Produkte für die wirtschaftliche Entwicklung des neuen Konzerns. Die DKW Motorräder und Automobile mit ihren typischen Zweitaktmotoren bedienten das untere Marktsegment (Preisklasse zwischen 345.- und 3.400.- Reichsmark) und bildeten die Volumenmodelle der Auto Union.

Die DKW Motorräder wurden in so großen Stückzahlen gebaut, dass die Auto Union mit ihrem Werk in Zschopau 1937 mit 55.470 produzierten Motorrädern zum größten Motorradhersteller der Welt avancierte. Schon 1928 hatten die Zschopauer dies für sich reklamieren können.

Ein weiterer wichtiger Produktionszweig waren die DKW Stationärmotoren, die in einer unglaublich breiten Palette angeboten wurden und vielfältig einsetzbar waren (Land wirtschaft, Straßenbau, Feuerwehr, Militär und Behörden).

DKW Produkte galten als einfach, zweckmäßig, zuverlässig, wirtschaftlich, langlebig und leistungsfähig. In technischer Hinsicht erwies sich das Zschopauer Unternehmen als innovativer Pionier auf dem Gebiet des Zweitaktmotors, des Frontantriebs und des Karosseriebaus (Holz- und Kunststoffkarosserien). Dieser Pioniergeist beseelte auch das Innovationspotenzial der Auto Union AG, die ab 1936 in Chemnitz ein Zentrales Konstruktionsbüro (ZKB) und eine Zentrale Versuchsanstalt (ZVA) für alle Marken der Auto Union einrichtete.

Die Verbundfertigung der DKW Automobile war eine logistische Meisterleistung: die Motoren entstanden im Stammwerk Zschopau, die Karosserien wurden im DKW Karosseriewerk Berlin-Spandau gefertigt, wo auch der Bau der Vierzylinder-Modelle mit Heckantrieb vorgenommen wurde. Die Montage der Frontantriebs-Modelle erfolgte im Zwickauer Audi Werk.

Mit der Marke DKW besaß die Auto Union Ende der 1930er Jahre das notwendige Potenzial, um der zu erwartenden Konkurrenz durch den Volkswagen etwas Ebenbürtiges (DKW F 9) entgegensetzen zu können. Damit war die Auto Union der einzige Automobilhersteller in Deutschland, der frühzeitig eine Antwort auf den Volkswagen parat hatte.

Nach dem Krieg waren es die hunderttausendfach bewährten DKW Produkte, mit denen es gelang, sowohl die in Westdeutschland neu gegründete Auto Union GmbH als auch die sächsische Kraftfahrzeugindustrie in der DDR wieder aufzubauen.