Audi Sport hat in der Saison 2017 wieder jede Menge Grund zum Jubeln gehabt: Siege wurden gefeiert, Trophäen in die Luft gestemmt, Titel eingefahren. Acht Fahrer blicken auf ihr Jahr zurück – mit allen Höhen, Tiefen und einigen ganz besonderen Erinnerungen.

Lucas di Grassi – Formel E

„Wenn es um meinen schönsten Moment im Jahr 2017 geht, muss ich nicht lange überlegen: Es waren die Sekunden nach der Zieldurchfahrt im letzten Saisonrennen der Formel E in Montreal, als ich realisiert habe, dass wir den Titel gewonnen haben. Es war nicht nur der fantastische Abschluss einer spannenden Saison, sondern auch der verdiente Lohn für die ganze Mannschaft nach drei Jahren harter Arbeit.

 

Klarer Tiefpunkt: das Rennen in Paris. Ein fantastisches Event der Formel E, dessen Premiere wir im Vorjahr noch gewonnen hatten. Dieses Mal ein Desaster mit Fehlern von mir und des Teams und null Punkten. Wenigstens haben wir alles Negative an einem Tag aufgebraucht.

 

Als besonderer Moment wird mir die offizielle Feier der FIA im Dezember in Erinnerung bleiben, wo alle Champions des Jahres geehrt werden. Selbst erstmals als Champion ein Teil davon zu sein, bleibt unvergesslich.“

René Rast – DTM

„2017 den DTM-Titel zu gewinnen war einzigartig. Der Höhepunkt der Saison war für mich allerdings mein erster Sieg in Budapest. Ich hatte schon so lange auf diesen Tag hingearbeitet. Und dann sollte der Traum wahr werden. Bereits einige Runden vor Ende hatte ich Gänsehaut.

 

Ein Rennen später folgte auf dem Norisring der Tiefpunkt, wo wir viele Punkte liegen lassen haben. Ich war aus der ersten Reihe gestartet und habe das Rennen vergeigt, als ich nach dem Stopp in der Boxenausfahrt über die weiße Linie gefahren bin und eine Durchfahrtstrafe kassiert habe.

 

Nach meinem Titelgewinn haben wir natürlich viel gefeiert. Ein Abend mit einer Überraschungsfeier ist mir ganz besonders im Gedächtnis geblieben. Ich sollte mein DTM-Auto in eine Halle fahren. Und dort warteten rund 320 Gäste aus 15 Jahren Motorsport: ehemalige Teams, Mechaniker, die an meinen Autos geschraubt haben, Freunde und Familie. Das war eine coole Überraschung!“

Mattias Ekström – DTM/World RX

„Ich fasse mein Jahr mit dem Satz „Weltgrößter Loser!“ zusammen. Gesamtzweiter in der DTM und in der FIA-Rallycross-Weltmeisterschaft. Aber ganz ehrlich, die Freude überwiegt. Natürlich will ich immer ganz oben stehen, aber manchmal klappt das eben nicht so gut wie auf dem Estering. 2016 bin ich dort Rallycross-Weltmeister geworden und dieses Jahr haben wir auf dieser tollen Rennstrecke meinen vierten Saisonsieg gefeiert.

 

Mein Heimspiel in Höljes habe ich verpasst, weil ich zeitgleich in der DTM auf dem Norisring unterwegs war. Während es in Nürnberg ganz gut lief, habe ich als Chef meines Rallycross-Teams aus der Ferne die Daumen gedrückt. Das ging leider gründlich in die Hose. Sportlich war das Abschneiden ernüchternd und ich war enttäuscht, da ich gehofft hatte, dass die Jungs auch ohne mich klarkommen und ein gutes Ergebnis einfahren.

 

Unvergesslich wird meine erste Reise nach Südafrika bleiben. Zwar hatte ich beim Saisonfinale der Rallycross-WM nur wenig Zeit Land und Leute kennenzulernen, aber dass, was ich sehen und erleben durfte, hat Lust gemacht auf mehr. Südafrika steht auf meiner Urlaubswunschliste jetzt ganz weit oben.“

Markus Winkelhock – Kundensport

„Die Saison 2017 bleibt unvergesslich. Die beiden 24-Stunden-Erfolge auf dem Nürburgring und in Spa waren in diesem Jahr hart erarbeitet. Auch wenn ich in der Eifel zum dritten Mal und in den Ardennen zum zweiten Mal ganz oben auf dem Podest gestanden habe: Es ist keineswegs so, dass man sich an solche Siege gewöhnt.

 

Man muss sich diese Erfolge immer wieder neu erkämpfen. 29 Sekunden betrug unser Vorsprung nach einer chaotischen Schlussphase am Nürburgring, nur 11,8 Sekunden in Spa. Das Sahnehäubchen war dann der Titel in der Intercontinental GT Challenge, den ich auch Kelvin van der Linde und seiner starken Leistung zu verdanken habe.“

Daniel Abt – Formel E

„Bei mir lagen Höhepunkt und Tiefpunkt des Jahres nur drei Stunden auseinander. Nach einer schwierigen dritten Formel-E-Saison mit viel Pech sind wir im Dezember in Hongkong in die neue Saison gestartet. Platz fünf am Samstag und dann der Sieg am Sonntag – mein erster in der Formel E, an meinem ersten Rennwochenende als Audi Werksfahrer und dann auch noch an meinem 25. Geburtstag.

 

Ich war so stolz und hätte die ganze Welt umarmen können. Bis sich nach der Podiumszeremonie und allen Interviews herausstellte, dass das Team einen Formfehler beim Ausfüllen eines Dokuments gemacht hat und wir deshalb disqualifiziert wurden. Es hat ein paar Tage gedauert, das zu verdauen. Jetzt ist das alles Geschichte und wir starten 2018 wieder voll durch.

 

Ein besonderer Moment 2017 war die offizielle Präsentation unseres Teams in Neuburg. Es war mein erster Auftritt als offizieller Audi Werksfahrer. Es macht mich sehr stolz, in einer Reihe mit so vielen großen Namen zu stehen.“

Mike Rockenfeller – DTM

„Der Höhepunkt meines Jahres war der zweite Platz im Samstagsrennen in Moskau. Drei Wochen, nachdem ich mir auf dem Norisring den Fuß gebrochen hatte, war mit diesem Ergebnis nicht zu rechnen. Obwohl ich mit meinem verletzten Fuß bremsen musste, war ich während des Rennens sehr schnell und hätte beinahe den Speed zum Siegen gehabt.

 

Zwei Rennen später folgte auf dem Nürburgring der Tiefpunkt. Es war das Heimrennen für das Team und für mich. Insgesamt war Audi dort nicht stark, unser Auto war durch das Zusatzgewicht sehr schwer. Wir haben mit einem 14. Platz am Samstag und einem 17. Platz nach zwei Reifenwechseln am Sonntag zu viele Punkte liegen lassen.

 

Schön war es für mich, beim Saisonfinale in Hockenheim den Besuch der japanischen Super GT zu erleben. Man hat dort ein starkes Signal gespürt. Und das gibt Mut für die Zukunft der Serie.“

Kelvin van der Linde – Kundensport

„Der Sieg bei den 24 Stunden am Nürburgring war Spitze für Audi und hat mir in meiner Karriere weitergeholfen. Meine Teamkollegen wollten, dass ich das Auto über die Ziellinie fahre, und ausgerechnet diese Phase war dann die härteste des ganzen Rennens.

 

Klasse war auch der erste Sieg mit Markus Pommer für Aust Motorsport im ADAC GT Masters. Wir hatten uns Top-5-Ergebnisse als Ziel gesetzt, standen aber schon beim Auftakt auf dem Podium und haben uns noch einmal gesteigert.“

Philip Ellis – Audi Sport TT Cup

„Für mich war der Titelgewinn im Audi Sport TT Cup der bislang größte Erfolg meiner Karriere. Nachdem ich 2016 in den Markenpokal eingestiegen bin, war diese Saison vor allem eines: harte Arbeit. Natürlich herrschte nach dem Titelerfolg auch viel Freude. Entscheidend war eine gründliche Vorbereitung auf die einzelnen Rennen. Ich habe die Strecken auf dem Simulator trainiert, dort verschiedene Linien probiert und viele Daten analysiert. Mir war es wichtig, das Auto so im Griff zu haben, dass ich zum Ende eines Rennens gut war. Mein direkter Konkurrent Mikel Azcona gab dagegen immer vom Start weg alles. Am Ende ist mein Plan aufgegangen und ich habe fünf Rennen gewonnen.“

Nico Müller – DTM

„Mein Saisonhighlight war das Doppelpodium auf dem Red Bull Ring. Nach einer schwierigen Saisonmitte tat dieses Ergebnis sehr gut, vor allem auch, weil ich Teil eines voll besetzten Audi Podiums war.

 

Einen Tiefpunkt habe ich auf dem Norisring erlebt. Dort bin ich vom dritten Startplatz ins zweite Rennen gegangen und nach einer suboptimalen Strategie und Fehlern nur auf dem 13. Platz gelandet. Besonders enttäuschend war dies, weil ich im Vorjahr auf dem Norisring vom gleichen Startplatz gesiegt hatte.

 

Ein ganz besonderes Erlebnis war mein Debüt in der FIA-Rallycross-Weltmeisterschaft. Bei den Läufen in Frankreich und Lettland durfte ich erste Erfahrungen in dieser Disziplin sammeln. Obwohl ich mich in der DTM pudelwohl fühle, hat es mir sehr viel Spaß gemacht, meinen Horizont zu erweitern und mich weiterzuentwickeln.“