Für Mattias Ekström war der DTM-Saisonauftakt auf dem Hockenheimring etwas ganz Besonderes: Wie im Vorjahr ging der Schwede nicht nur in seinem Audi RS 5 DTM an den Start, sondern bestritt in seinem Audi S1 EKS RX quattro auch den dritten Lauf zur Rallycross-Weltmeisterschaft.

96 Rennrunden, acht Rennen und ein großer Pokal. So lässt sich das prall gefüllte Motorsportwochenende von Mattias Ekström auf dem Hockenheimring in Zahlen zusammenfassen. Dazu kamen noch Trainingssessions, Qualifying, unzählige Teammeetings, diverse Fantreffen und, und, und ... Verrückte Tage im Leben eines Motorsportverrückten. Und was sagt der Schwede selbst dazu? „Ehrlich gesagt war das weniger stressig als ein normales DTM-Wochenende, weil ich einige Meetings verpassen durfte“, fasst der 38-Jährige das Geschehen zusammen und grinst.

Rückblick: 2016 fuhr Ekström auf dem Hockenheimring zum ersten Mal in seiner mehr als 20-jährigen Karriere an einem Wochenende in zwei verschiedenen Serien. In der Rallycross-WM feierte er beim „Heimspiel“ von Audi mit seinem Teamkollegen Toomas Heikkinen einen umjubelten Doppelsieg. Und 2017? Da wiederholte er das Kunststück und siegte erneut. 

 

Danach wurde es so richtig stressig. Nach der Siegerehrung blieben Ekström bis zum Qualifying für das zweite DTM-Rennen exakt 20 Minuten. Rauf aufs Siegerpodest, Pokal, Champagnerdusche, runter vom Podest. Gesicht abtrocken, rauf aufs E-Bike, rüber in die DTM-Box, raus aus den nassen Klamotten, kurz verschnaufen, einen Schluck trinken, rein in die frischen Klamotten und gleich wieder los zur Zeitenjagd in der DTM. 

Der Erfolg und der Spaß machen die Strapazen erträglich. „Hier in Hockenheim zu gewinnen, vor den vielen DTM- und Rallycross-Fans, ist ein unbeschreibliches Gefühl“, kommentierte Ekström am Ende des Tages mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Während er mit seinem Team EKS ein Happy End feierte und am Sonntagabend allen Grund zur Freude hatte, blieb Ekström in der DTM hinter den eigenen Erwartungen zurück: „In der DTM lief es leider nicht so prickelnd. Ich bin ganz zufrieden mit meiner Zeit hinter dem Lenkrad, doch am Ende haben wir nicht die Platzierungen erzielt, die eigentlich möglich gewesen wären. Daher bin ich schon ein wenig enttäuscht.“ 

Platz fünf und Platz elf standen am Ende zu Buche. Vor allen Dingen die grandiose Aufholjagd im ersten Rennen versetzte die vielen Fans vor Ort und an den Fernsehgeräten ins Staunen. Der zweimalige DTM-Champion war von Rang 17 bis auf Platz fünf vorgefahren. Ekström jubelte nicht, er ärgerte sich, dass das Rennen nicht zwei Runden länger gedauert hat und er noch aufs Podium fahren konnte. Siege, Pokale, Titel, das ist es, was den scheinbar immer jungen Rennfahrer aus Falun antreibt. Die Ziele für 2017 sind trotz oder gerade wegen des Tanzes auf zwei Hochzeiten ambitioniert: Titel in der DTM, Titel in der Rallycross-WM. Es zählt nur der Sieg. So ist Ekström eben.