Ein Traum von Gran Turismo

Die Linien des Audi A5 gelten als zeitloses Meisterstück. Umso größer die Herausforderung für ein Team von Audi Designern, die zweite Generation des Gran Turismo zu gestalten.
Audi Magazin Spotify-Playlist Audi A5

 

Ein Traum von Gran Turismo
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  • Chet Faker - No Diggity
  • Melissa Laveaux - Crazy In Love
  • Sainte Etienne - Only Love Can Break
  • Your Heart Nostalgia 77 vs. Alive Russell - Seven Nation Army
  • Grace Mitchell - Maneater
  • Aztec Camera - Jump
  • Pomplamoose - Like A Prayer
  • Feist - Inside And Out
  • Sia - California Dreamin´
  • Eden xo - Hold Me Now
  • Kygo Marvin Gaye - Sexual Healing (Kygo Remix)
  • Florance + The Machine - You´ve Got The Love
  • Chromatics - Girls Just Want To Have Fun 
  • Tiga - Hot In Herre
  • Senor Coconut - Around The World (Intro)
  • The Mike Flowers Pops - Wonderwall
  • Cake - I Will Survive
  • Nouvelle Vague - Just Cant Get Enough
  • Gardiner Sisters - Happy
  • Hot Chip - Dancing In The Dark
  • Grace Jones - La vie en rose

 

 

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Als der Audi A5 im Jahr 2007 debütierte, war nicht nur das Publikum hingerissen. Selbst sein Schöpfer, normalerweise ein Freund der leisen Töne, bemühte einen Superlativ: „Das schönste Auto, das ich je gestaltet habe“, sagte Walter de Silva, damals Designchef bei Audi. Auch die Fachwelt verneigte sich vor dem sportlich eleganten Design des neuen Coupés. Man war sich einig: Der Audi A5 ist wahrscheinlich einer der schönsten Gran Turismo, den es je gegeben hat. Heute zählt das Coupé zu den stilbildenden Modellen der Marke.


Für das Exterieur-Design der zweiten Generation des Audi A5 verantwortlich war ein Team von drei Designern: Frank Lamberty, Jakob Hirzel und Stephan Fahr-Becker konnten im internen Wettbewerb mit ihrer Vision des neuen Gran Turismo überzeugen. „So eine Aufgabe ist Fluch und Segen zugleich. Schließlich ging es um eine Ikone, und wir mussten uns bei unserem Konzept entscheiden: Sollen wir sie ehren und nur behutsam behandeln, oder soll der Neue eine ebenso neue, eigene Botschaft bekommen?“, erinnert sich Frank Lamberty. Und Jakob Hirzel ergänzt: „Teilzuhaben an der Arbeit am neuen Audi A5 war eine echte Auszeichnung.“


Vor vier Jahren machte sich das Team an die Aufgabe, den modernen Klassiker neu einzukleiden. Das Konzept des Exterieur-Trios sah von Anfang an vor, die ikonischen Elemente des Coupés zwar  beizubehalten, aber weiter und sinnvoll zu schärfen. Das galt vor allem für die charakteristische Welle über den Radläufen, die seinerzeit bei der Premiere des Audi A5 völlig neu war und noch heute ganz  entscheidend zu seinem speziellen emotionalen und sportlichen Touch beiträgt. Um die dreidimensionale Skulptur der Karosserie zusätzlich zu betonen, spendierten Hirzel und seine Kollegen der Seitenansicht aber auch noch einen sogenannten „Bone“, einen abgerundeten Knick unterhalb der Welle, der einen spannenden Wechsel der Lichtreflexion auf der Karosserie generiert. Jakob Hirzel: „Unterhalb davon wirkt das Blech dunkler, darüber ist es heller – das hat einen sehr starken Effekt, weil es das ganze Auto noch muskulöser und sportlicher erscheinen lässt.“ Hinzu kommt, dass damit der optische Schwerpunkt des Fahrzeugs abgesenkt wird, wodurch es noch tiefer auf der Straße zu liegen scheint.

Ebenfalls charakteristisch für den Audi A5 ist die dreieckige CSäule, die hier nicht wie sonst üblich sanft mit dem Karosseriekörper verschmilzt. Jakob Hirzel: „Da haben wir ganz bewusst die Flächen getrennt, damit die Kabine dreidimensional auf dem Körper sitzt.“ Dabei erscheint der Winkel in der oberen Kante des hinteren Seitenfensters auf den ersten Blick wie eine Nebensächlichkeit – ist aber von entscheidender Bedeutung. Hirzel erklärt das so: „Das lässt die C-Säule optisch weit vorn beginnen. Das ist sehr wichtig, weil sie damit genau über dem Radausschnitt steht und so die gewollte Dynamik erzeugt.“ Schließlich soll sich auch immer im Design widerspiegeln, worin Audi einer der technischen Vorreiter ist. Und da auch der neue Audi A5 optional mit dem permanenten Allradantrieb quattro ausgestattet werden kann, muss sein Volumen auf alle Räder gleichmäßig verteilt sein. Diese Balance zeigt sich nicht nur in der Seitenansicht, sondern auch bei der Betrachtung von oben. Vorn wie hinten ist der Fahrzeugkörper breiter als in der Mitte, am Beginn und am Ende der besagten Welle drängt die Fläche nach außen.

Ein formales Detail findet sich unter der Schulterlinie an der Schnittstelle zwischen Kotflügel und Türanschlag: Ein kleines Chromelement repräsentiert nicht nur eine Hommage an die Luftauslasskiemen klassischer GT-Fahrzeuge, sondern dient auch zur optischen Verlängerung der Haube. Die moderne Interpretation des Gran Turismo, eines ebenso eleganten wie sportlichen Coupés, manifestiert sich besonders prägnant in der Frontansicht der zweiten Generation des Audi A5. In der lang gestreckten Motorhaube kündet ein Powerdome von der Kraft, die sich darunter verbirgt. Noch deutlicher wird das bei den Proportionen des Kühlergrills, der im Vergleich zum Vorgängermodell nicht nur in der Breite gewachsen ist. Durch die nach unten verschobene Oberkante liegen die Leuchten jetzt optisch über dem Grill und unterstreichen damit die markante Erscheinung. Frank Lamberty: „Das Auto bekommt dadurch einen ganz anderen Charakter. Als Differenzierung zum Audi A4 hat der neue Audi A5 einen sportwagenhafteren Blick, wirkt dabei aber nicht aggressiv, sondern einfach nur souverän.“ Was nicht zuletzt auch an den Scheinwerfern selbst liegt. Wie aus einem Guss fügen sich die Leuchten an die Fronthaube und dokumentieren eine ganz besondere Stärke des Audi Designs. Stephan Fahr-Becker: „Die Qualität von Design und Funktion bis ins letzte Detail sieht man ganz modellhaft an der minimalen Fuge zwischen Scheinwerfer und Haube. Präziser kann man Bauteile kaum zueinanderfügen.

Handwerkliche Präzision auch am Heck des neuen Audi A5. Hier umspielen exakte Fugen die scharfe seitliche Abrisskante, die das nach vorn geneigte Heck begrenzt. So wird die Dreidimensionalität des Designs zusätzlich unterstützt. Jakob Hirzel: „Alle Flächen bekommen damit einen gewissen Innendruck und wirken sehr überspannt, da kommt das Muskulöse wieder zum Tragen.“ Großen Anteil an der imposanten Heckperspektive haben aber auch die schlanken Leuchteinheiten. Die Rückleuchten bestechen mit ihrer deutlichen Trennung von Licht und Schatten – ein Highlight bildet die dritte Bremsleuchte, die nicht wie sonst üblich hinter der Heckscheibe installiert ist, sondern in einer schmalen Stufe unter der Dachkante über die gesamte Breite der Scheibe verläuft und damit wiederum die Breite des Fahrzeugs betont. Im Nebeneffekt konnten die Designer aufgrund des geringeren Bauraums das Dach um fünf Millimeter absenken. Was sich nicht sonderlich aufregend liest, aber belegt, wie konsequent die Schöpfer das neuen Audi A5 ein weiteres selbst gestecktes Ziel verfolgten. Stephan Fahr-Becker: „Wir haben ganz extrem darauf geachtet, dass das Auto kein übermäßiges Volumen bekommt.“



Die Aufgabe, vor der das Exterieur-Team anfangs stand, wurde erfolgreich gemeistert. Das lässt sich schon jetzt sagen. Der Spagat zwischen Bewahren und Voranschreiten, zwischen dem Erhalt der ursprünglichen Form und dem Weiterentwickeln an den richtigen Stellen, ist geglückt. Im Rückblick hält Stephan Fahr-Becker fest: „An der Entstehung eines neuen Audi Modells beteiligt zu sein, ist immer eine große Herausforderung. Beim Audi A5 mag sie vielleicht noch etwas größer gewesen sein.“

 
Hermann J. Müller (Text), Tobias Hutzler (Fotos)

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