Future-Talk: CEO Prof. Rupert Stadler, Roboterentwickler Dr. David Hanson und Science-Fiction-Forscher Prof. Alan N. Shapiro treffen sich in einem Audi Zukunftslabor zum Austausch über den Megatrend Artificial Intelligence (AI).

Susanne Mellinghoff (Text) & Christian Maislinger (Fotos)

Sie haben eine attraktive Roboterdame geschaffen, die auf den Namen Sophia hört. Warum sehen Ihre Roboter aus wie Menschen, Herr Hanson?

HANSON: Menschen mögen Menschen. Deswegen sprechen humanoide Roboter unsere Gefühlswelt und unser Nervensystem an. Wir fühlen uns von ihnen angezogen, wir schätzen ihr Aussehen und wir identifizieren uns mit ihnen. Deshalb spielen Kinder gerne mit Puppen. Menschenähnliche Roboter erleichtern uns den Zugang zu künstlicher Intelligenz und machen AI intuitiv greifbar. Was spricht also dagegen, wenn sie menschengleich aussehen? In diese Roboter können wir uns sogar verlieben.

 

Kann man auch Gefühle für Autos entwickeln?

STADLER: Denken Sie an einen rassigen Sportwagen. Und an das Kribbeln im Bauch, das ein solches Automobil auslöst. Wir mögen unsere Autos und entwickeln definitiv leidenschaftliche Gefühle für sie. Künftig wird uns das Auto diese aber auch zurückgeben. Es wird uns erkennen und besser verstehen. Vielleicht sogar besser, als wir es selbst tun. Wenn wir beispielsweise nach einem stressigen Tag ins Auto steigen, wird es unsere Lieblingsmusik spielen, uns den Rücken massieren und wissen, was wir brauchen. Wir bei Audi nennen das PIA, den persönlichen intelligenten Assistenten.

 

Roboter als Rasenmäher oder in der Industriefertigung kennt man ja bereits. Für was brauchen wir aber menschenähnliche Roboter?

SHAPIRO: Androiden wie Sophia werden in allen Lebensbereichen
eine Rolle spielen. Sie können sich das wie in einem Science-Fiction-Film vorstellen. Androiden werden unsere Freunde und Partner sein und durchaus in unserem Zuhause mitwirken.

 

Sind wir Menschen denn allein noch nicht ausreichend?

SHAPIRO: Ehrlich gesagt sind wir sogar ziemlich schlecht. Aus meiner Sicht sollte das zentrale Ziel von AI die Transformation des Menschen selbst sein, empathischer und ethischer zu werden. Über sich hinauszuwachsen. Das Verhältnis zwischen den Menschen und AI sollte eine Partnerschaft sein, in der wir auch lernen, was menschliche Intelligenz wirklich ausmacht.

 

Zum Beispiel?

SHAPIRO: Intelligenz besteht aus vielen Facetten. Es gibt deutlich spannendere Aspekte als jene der rationalen, berechnenden Intelligenz. Denken Sie an die soziale Intelligenz des Menschen, sich in zwischenmenschlichen Situationen passend zu verhalten.

STADLER: Ein weiteres Beispiel ist die emotionale Intelligenz, also die Fähigkeit, Gefühle wahrzunehmen, zu interpretieren und danach sein Handeln auszurichten.

Dann wissen wir doch sehr genau, was Intelligenz ausmacht.

SHAPIRO: Nein. Überhaupt ist die Annahme, in künstlicher Intelligenz menschliche Intelligenz abzubilden, falsch. Biologische Algorithmen auf mathematische Algorithmen übertragen zu wollen, zeugt davon, dass wir Menschen ziemlich einfältig sind.

 

Meinen Sie das ernst?

SHAPIRO: Selbstverständlich. Wir haben extreme Defizite. Auf der ganzen Welt hungern Menschen, es gibt Kriege und Diktaturen. Ein weiteres Beispiel ist der Klimawandel, den wir nicht in den Griff bekommen. Es gelingt uns ganz offensichtlich nicht, gravierende, von Menschenhand geschaffene Probleme zu lösen. Im Gegenteil, wir tun alles dafür, unsere Welt und letztlich uns selbst auszulöschen.

 

Wir sind also schlicht nicht überlebensfähig. Brauchen wir deshalb AI?

STADLER: Das alleine ist sicher nicht der Beweggrund, dennoch können wir viel effizienter mit unseren Ressourcen umgehen. Aber auch unseren Alltag können die selbstlernenden Maschinen sicherlich deutlich erleichtern.

HANSON: Es gibt Dinge, die wir Menschen einfach nicht können. Maschinen und Roboter sind beispielsweise in der Lage, viel schwerere Lasten zu heben. Sie sind präziser und deutlich schneller als wir. Sie werden nicht müde und kennen keine Krankheit und keinen Urlaub.

 

Werden Menschen dann überflüssig?

HANSON: Nein, denn schließlich haben wir auch etliche herausragende Stärken. Nicht alles beruht auf Logik. Gerade persönliche Entscheidungen treffen Menschen aus dem Bauch heraus. Dieses intuitive Alles-richtig-gemacht-Gefühl ist einem Roboter fremd. Es geht also nicht darum, uns Menschen zu ersetzen, sondern unser menschliches Potenzial zu erweitern. Unterstützt von Robotern können wir mehr erreichen, besser werden und über uns hinauswachsen.

STADLER: Das gilt auch für den Einsatz von AI in der Arbeitswelt. In unseren Fabriken arbeiten Roboter schon heute Hand in Hand mit dem Menschen und übernehmen anstrengende Aufgaben.

SHAPIRO: Alle Technologie, die der Mensch bis heute entwickelt hat, hatte das Ziel, unsere Möglichkeiten zu erweitern. Die Menschen profitieren beispielsweise seit Jahren von medizinischen, lebensverlängernden Implantaten. In Zukunft geht das aber noch viel weiter. Wir bauen unser Denken, unsere geistigen Fähigkeiten aus. Wir werden uns zum Beispiel über eine Pille Dinge und Wissen ad hoc aneignen können. Etwa eine Fremdsprache oder eine spezielle Fähigkeit.

 

Heißt das, künftig steige ich ins Flugzeug nach Peking, nehme eine Pille ein und spreche zur Landung fließend Mandarin?

SHAPIRO: Ob Sie es glauben oder nicht, Sie brauchen dann kein Wörterbuch mehr. Sie werden selbst zum Wörterbuch.

 

Sehr verlockend. Wann ist es so weit?

SHAPIRO: Das dauert noch. Es gibt viele Hürden zu überwinden, ehe wir alle Science-Fiction-Technologien tatsächlich umsetzen können. Wir haben noch nicht die richtige Informatik und uns fehlt in der AI-Forschung bislang die Interdisziplinarität. Ich glaube daher nicht, dass uns Maschinen in absehbarer Zeit gleichkommen oder gar in unseren Fähigkeiten übertreffen.

 

Also doch alles nur Fiktion?

HANSON: Tatsächlich stehen wir ganz am Anfang. Bei der Analyse medizinischer Bilder oder dem schnellen Börsenhandel ist AI heute schon deutlich verlässlicher als wir Menschen. Aber der Durchbruch kommt. Das ist kein Thema für unsere Kindeskinder, wir werden es noch erleben.

 

Herr Stadler, können Sie sich vorstellen, angesichts dieser immensen Perspektiven schon bald mit einem Androiden als Vorstandskollegen zusammenzuarbeiten?

STADLER: In einem nächsten Schritt wäre mir eine Frau im Vorstand lieber ...

 

… aber rein hypothetisch agiert ein Androide sicher weniger emotional als wir Menschen.

STADLER: Sicherlich. Mancher Entscheidung des Menschen könnte etwas Rationalität nicht schaden. Das Zusammenspiel aus beidem gibt den Ausschlag.

 

Herr Shapiro ist skeptisch, dem Menschen Intelligenz zu attestieren, während Herr Hanson am Roboter der Zukunft arbeitet. Was macht Audi, Herr Stadler?

STADLER: Wir beschäftigen uns unter anderem mit Machine Learning. Das heißt, ein Computer, in unserem Fall das Betriebssystem eines Autos, lernt zu handeln, ohne vorher explizit auf eine bestimmte Situation programmiert zu werden. Machine Learning ist essenziell für das pilotierte Fahren und ermöglicht es dem Auto, auch in unvorhergesehenen Situationen selbstständig zu agieren. Das Auto lernt zunächst aus spezifischen Situationen, kann das Gelernte aber später verallgemeinern. Je öfter es fährt, desto besser wird es. Wir arbeiten hart an diesem Thema und waren deshalb auch 2016 auf einer der weltweit wichtigsten Fachkonferenzen für AI. Wir haben ein Modellauto gezeigt, das mithilfe von Machine Learning intelligente Einparkstrategien entwickelt. Im nächsten Schritt übertragen wir das auf ein reales Auto. Ziel ist das intelligente Automobil, das auch in komplexen Situationen selbst entscheidet.

 

Liegen die Kompetenzen für das Programmieren künstlicher Intelligenz nicht eigentlich in anderen Branchen?

STADLER: Mag sein, dass man AI nicht unbedingt mit einem Automobilhersteller verbindet. Um das pilotierte Fahren voranzutreiben, müssen wir uns aber AI als Kernkompetenz aneignen. Gleichzeitig werden Konsortien wie das von Audi, Mercedes und BMW beim Kartendienst HERE immer wichtiger, um gemeinsam Expertise zu schaffen.

 

Ist deswegen plötzlich auch Intel zu dieser Allianz gestoßen?

STADLER: Intel bringt enormes Know-how in der Entwicklung und Optimierung von Hardware mit und wird uns bei unseren künftigen Vorhaben maßgeblich unterstützen. Wir wollen gemeinsam eine digitale Plattform entwickeln, um hochauflösende Karten in Echtzeit aktualisieren zu können.

 

Automobil bedeutet im eigentlichen Sinn des Wortes selbstfahrend. Warum hat die Autoindustrie erst nach über 130 Jahren das automatisierte Fahren entdeckt?

STADLER: Der Traum vom selbstfahrenden Auto ist so alt wie der Traum vom Perpetuum mobile. Nur waren wir bisher technisch nicht in der Lage, diesen Traum zu erfüllen. Aktuell zeichnen sich für einige lange als unüberwindbar gesehene Probleme Lösungen ab. So können wir mit der gestiegenen Rechnerleistung endlich die vielen Informationen nutzen und den nächsten Schritt zum pilotierten Fahren tun.

Was bringt mir das persönlich?

SHAPIRO: Sie bekommen Freiheit zurück. Für uns Amerikaner bedeutet das Auto Freiheit, salopp gesagt The American Way of Drive. Nachdem ich aber nicht der Einzige mit einem Auto bin, vor allem in urbanen Gegenden, stehe ich ständig im Stau. Mein Auto wird zu einer Art Käfig, folglich steht der Stau für Freiheitsentzug.

STADLER: Sie nennen es Freiheitsentzug, für mich ist es Zeitverschwendung. Deswegen wollen wir unseren Kunden mit dem pilotierten Fahren eine 25. Stunde schenken …

 

… mein Tag hat nur 24 Stunden.

STADLER: Meiner auch. Uns fehlt aber meist die Zeit für uns selbst, eben eine persönliche 25. Stunde. Mit dem pilotierten Fahren geht es nicht mehr nur darum, von A nach B zu kommen. Wenn das Auto von morgen pilotiert fährt, kann der Mensch seine Zeit anders nutzen. Verschwendete Zeit im Stau fällt weg. Der Audi der Zukunft ist Arbeitsplatz, Ort der Entspannung und Erlebniswelt. Endlich haben wir wieder Zeit, Musik zu hören, ein gutes Buch zu lesen, Filme zu schauen oder mit der Familie zu skypen.

SHAPIRO: Technologie sollte generell nicht mehr nur als Werkzeug angesehen werden. Vielmehr sollte sie Lebenswelt sein.

 

Um automatisiert zu fahren, sammelt das Auto massenhaft Daten. Lässt sich daraus noch ein weiterer Nutzen ziehen?

HANSON: Stellen Sie sich einfach anstelle von Autos Fische, Vögel oder Insekten vor. Viele Tierarten bewegen sich im Schwarm, orientieren sich an ihren Artgenossen und profitieren davon. Das Gleiche gilt für Schwarmintelligenz im Verkehr. Ein Auto allein weiß wenig, viele Autos wissen viel. Jedes einzelne kann zur Gesamtleistung aller Autos beitragen. Das funktioniert, indem die Daten über eine Cloud allen anderen Autos zur Verfügung gestellt werden. Wenn man das weiterdenkt, kann daraus ein ganz neues Wertschöpfungssystem resultieren. Daten werden zur Währung. Je mehr Daten ein Auto sammelt, desto größer ist seine Wertschöpfung für die Gesellschaft.

 

Wollen Ihre Kunden das überhaupt, Herr Stadler?

STADLER: Die Daten gehören dem Kunden. Was damit passiert, bleibt ihm selbst überlassen. Klar ist aber auch, mit künstlicher Intelligenz wird aus Big Data das Öl des 21. Jahrhunderts. Wir befinden uns im Zeitalter der Big-Data-Ökonomie.

 

Wenn mein Computer zu Hause gehackt wird, sind meine Daten in Gefahr. Was passiert, wenn das fahrende Auto gehackt wird, ist dann mein Leben in Gefahr?

STADLER: Nein. Die Sicherheit hat höchste Priorität. Wir spielen bereits im Entwicklungsprozess alle möglichen Szenarien durch, um Schwachstellen zu erkennen und frühzeitig zu beheben.

 

Das automatisierte Fahren wirft besonders ethische Fragen auf. Wie sollte sich das selbstfahrende Auto in einer unabwendbaren Unfallsituation, in der entweder ein Kind auf der Straße oder der Insasse getötet werden könnte, entscheiden?

STADLER: Kein Automobilhersteller kann über diese Dilemmasituation allein entscheiden. Wir brauchen einen breiten gesellschaftlichen Diskurs, um mit allen betroffenen Stakeholdern, von Versicherern bis zu Unfallforschern und Verkehrsgerichten, einen verbindlichen Handlungsrahmen zu definieren. Ich bin zuversichtlich, dass das pilotierte Fahren die Zahl der Verkehrsunfälle insgesamt deutlich reduzieren wird. Schließlich gehen davon heute mehr als 90 Prozent auf menschliches Versagen zurück.

 

Für wie realistisch halten Sie, dass es eines Tages gar keine Unfälle mehr geben wird?

SHAPIRO: Das ist eine interessante Vision. Man muss allerdings auch sehen, dass Unfälle jedwede Technologie begleiten. Sie sind die Geburtshelfer des Fortschritts. Flugzeuge können abstürzen, Kraftwerke explodieren. Das lässt sich nicht vermeiden. Wir sollten aber deswegen nicht argwöhnisch über Dystopien und den Untergang der Menschheit durch Technologie nachdenken, sondern über das Vertrauen in Technologie. Dass sie unser Leben und unsere Welt besser macht.

Sie haben ja ein großes Vertrauen in diese vermeintlich intelligenten Maschinen. Wie sollen wir diese in unsere Gesellschaft integrieren?

SHAPIRO: Zuerst müssen wir verstehen, dass Maschinen nicht tot sind. Sie sind lebendig und uns ebenbürtig. Deswegen müssen wir sie wohlwollend behandeln, ihnen Gefühle entgegenbringen, sie anerkennen und ihnen Autonomie und Rechte gewähren.

 

Wie bitte? Rechte?

SHAPIRO: Ja. Wir müssen ihnen die gleichen Rechte zugestehen wie einem Menschen. Indem wir das tun, werden auch wir über uns hinauswachsen.

 

Braucht es dann eine eigene Gerichtsbarkeit für Maschinen?

HANSON: Absolut. Sobald die Maschinen ein Bewusstsein und einen Willen haben, wird das Recht und Gesetz auf der ganzen Welt verändern. Künftig werden Maschinen selbst moralisch, ethisch und letztlich auch gesetzlich verantwortlich sein für ihre Handlungen.

 

Schon 1942 hat Isaac Asimov drei Robotergesetze in einer Science-Fiction-Erzählung beschrieben. Haben sich die Asimov’schen Gesetze überholt?

HANSON: Die drei Gesetze, dass Roboter Menschen nicht schaden dürfen, ihren Befehlen gehorchen müssen sowie vorbehaltlich der beiden ersten Regeln ihre eigene Existenz schützen sollen, gelten noch immer. Die Maschinen und Roboter der Zukunft werden moralisch aber viel besser sein als wir. Diese Vorstellung geht weit über die Asimov’schen Gesetze hinaus.

 

Was heißt das?

HANSON: Die Maschinen werden unparteiische Entscheidungen treffen, sodass wir irgendwann sogar danach verlangen werden, ihnen Macht zu geben. Die Unternehmen, der Gesetzgeber, ja die gesamte Gesellschaft wird das einfordern. Nach und nach werden wir Roboterrichtern, Roboterpolitikern und Roboterautos das Feld überlassen.

 

Besteht dann nicht die Gefahr, dass die Maschinen uns irgendwann als Problem wahrnehmen und auslöschen wollen, ähnlich einem Terminator-Szenario?

HANSON: Nein. Wenn die Maschinen nicht nur die menschlichen Fähigkeiten übertreffen, sondern uns auch moralisch weit überlegen sind, können sie sich gar nicht gegen uns wenden.

 

Das klingt nach Konflikt. Der renommierte Physiker Stephen Hawking warnt davor, dass AI uns irgendwann zerstören könnte. Sind Sie nicht etwas zu optimistisch, Herr Hanson?

HANSON: Wir gehen auf einem schmalen Grat. Natürlich gibt es Risiken, auch große. Ohne optimistische Visionen würde uns der Fortschritt aber nicht gelingen. Für einen AI-Enthusiasten wie mich ist absolut klar, dass uns eine positive Zukunft erwartet. Ich bin davon überzeugt, dass uns AI ein goldenes Zeitalter bescheren wird.

 

Noch mal zurück zum selbstfahrenden Auto. Wozu kaufe ich mir zukünftig noch einen Audi R8, wenn ich den nicht mal selbst fahren darf?

STADLER: Auch ein R8 wird vom pilotierten Fahren profitieren. Angenommen, Sie befinden sich auf einer Rennstrecke. Als selbstfahrendes Auto wird der R8 Ihnen zeigen, wie Sie zu Ihrer Bestzeit kommen. Er überprüft Sie und trainiert Sie. Glauben Sie mir, das wird eine ganz neue Erfahrung!

Was ist Artificial Intelligence

Artificial Intelligence (AI) befasst sich als Teilgebiet der Informatik damit, menschenähnliche Intelligenz in Maschinen und Software nachzubilden. Im engeren Sinne handelt es sich um lernfähige Software, die von selbst immer besser wird und deshalb in der Lage ist, eigenständig Probleme zu lösen und Ziele zu erreichen. Die Forschung verspricht sich von künstlicher Intelligenz Erleichterungen für den Menschen in allen Lebensbereichen. Von der Abnahme mühsamer Aufgaben durch Roboter bis hin zu mehr Sicherheit und Zuverlässigkeit im Transportwesen. Durch die immer höhere Rechenleistung, den enormen Datenzuwachs und intelligente Algorithmen verzeichnet die AI-Forschung aktuell große Fortschritte.

Bekannt wurde der Begriff 1950 durch den britischen Mathematiker Alan Turing und den nach ihm benannten Turing-Test. Um zu überprüfen, ab wann eine Maschine als intelligent gilt, kommuniziert eine Testperson über ein Computerterminal mit zwei ihr nicht sichtbaren Partnern, einer Maschine und einem Menschen. Kann die Testperson nicht zwischen Mensch und Maschine unterscheiden, wird die Maschine als intelligent bezeichnet. Ob der Turing-Test von einer Maschine bereits bestanden wurde, ist umstritten. Ein früher Umsetzungsversuch ist das 1966 von dem Informatiker Joseph Weizenbaum am MIT (Massachusetts Institute of Technology) entwickelte Computerprogramm Eliza. Das Programm simuliert einen Psychotherapeuten, kann Dialoge führen und gilt als Vorläufer heutiger Chatbots.

 

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