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Leaning into the Wind – Andy Goldsworthy

»Ich glaube, die Schönheit von Kunst ist«, sagt Andy Goldsworthy in Riedelsheimers neuem Meisterwerk, »dass sie einem dazu verhilft, die normale Art des Gehens oder Schauens zu durchbrechen.« Und das demonstriert der Brite mit seinen Inszenierungen und Werken anschaulich. Nach wie vor ist hauptsächlich die Natur sein Material. Nachdenklicher, ernster und rauer, macht sich der weltoffene Künstler immer öfter selbst zur eigenen lebendigen Skulptur in der Landschaft. Spektakulär klettert er in seiner schottischen Heimat durch einen dornigen, bizarren Zaun aus Schlehenhecken. Vor dem regengrauen Horizont wirkt seine dunkle Silhouette wie ein übergroßes Insekt. Seine Werke, wie flüchtig auch immer sie sein mögen, sollen zwar auch eine einfühlende Beziehung zur Natur manifestieren. Doch schlichte Gesten allein genügen dem agilen 61-Jährigen schon lange nicht mehr. Seine Installationen sieht er heute als Metaphern für die ökologische Krise. Dem preisgekrönten Dokumentarfilmer Thomas Riedelsheimer gelingt es, das Universum des faszinierenden Künstlers in eine meditative Bildsprache umzusetzen. Begleitet von den Tönen des Ausnahmemusikers Fred Frith zeigt sein feinfühliges Porträt, welche Spuren die Zeit bei dem weltoffenen Künstler hinterlassen haben. Ein sinnliches Kinoerlebnis, das wunderbar entschleunigt und zu mehr innerer Ruhe und Gelassenheit beiträgt.

Regie: Thomas Riedelsheimer
Dokumentarfilm
D 2017, 97 Min., ab 0 Jahre, OmU

Do. 11. - Mi. 17.1. 17.30 Uhr