Auch zwischen den Rennen ist Audi Sport viel auf Achse. Beispiel DTM: In der populären Tourenwagen-Serie stehen 2018 zehn Veranstaltungen an neun Orten auf dem Programm. Wer und was alles hinter diesem logistischen Marathon steckt: Hier erklärt am Beispiel des Audi Sport Team Phoenix.
1 Lademeister

Verantwortlich für die Logistik des Audi Sport Team Phoenix ist Sven Lohse. Seine Kollegen nennen den gelernten Elektriker und Ex-Bundeswehrsoldaten aus Dessau aber nur „Siggi“. Seit 2013 arbeitet der 44-Jährige für Phoenix. Neben der Logistik und dem Transport von Rennautos und Material ist Sven Lohse auch für das gesamte Equipment des Audi Sport Team Phoenix verantwortlich. An der Rennstrecke hat er noch eine Spezialaufgabe: Reifenmanagement. Die Reifen von Hankook, dem Exklusiv-Reifenlieferanten der DTM, bekommt jedes Team erst an der Rennstrecke und muss sie dort auch wieder zurückgeben.

2 Rennwagen

Audi und Phoenix Racing sind seit 2006 Partner in der DTM. Das Audi Sport Team Phoenix setzt 2018 im Auftrag von Audi zwei DTM-Tourenwagen ein. Typenbezeichnung: Audi RS 5 DTM. Er ist mehr als 500 PS (368 kW) stark, rund 275 km/h schnell und knapp über 1,1 Tonnen schwer. Die vier weiteren DTM-Fahrzeuge der Marke mit den Vier Ringen werden von den Audi Sport Teams Abt Sportsline (zwei Autos) und Rosberg (zwei Autos) betreut. Stammsitz des Audi Sport Team Phoenix ist Meuspath in der Eifel. Dort hat Teamchef Ernst Moser 1999 seinen Rennstall gegründet und seine Werkstatt gebaut. In Sichtweite des Nürburgrings wartet und repariert Phoenix die DTM-Autos der Audi Piloten Mike Rockenfeller und Loic Duval. Und von da aus werden ihre Audi RS 5 DTM während der Saison zwischen den Rennstrecken hin und her transportiert.

3 Trucks

Mit drei Sattelzügen bringt das Audi Sport Team Phoenix Fahrzeuge und Ausrüstung zu den DTM-Pisten. Die Zugmaschinen der 40-Tonner sind Marke MAN, Modell TGX (500 PS/368 kW). Zwei Auflieger sind für je ein Rennauto und Material. Ihre Frachträume haben zwei Ebenen. Gebaut wurden sie von Schuler. Von einem anderen Spezialisten für Motorsport-Sattelanhänger, von Bischoff & Scheck, stammt der sogenannte Office-Truck mit ausziehbarem Kabinenteil. Weitere Reisefahrzeuge des Audi Sport Team Phoenix sind: drei Audi A4 Avant und ein Audi Q7, gestellt von Audi, plus zwei Volkswagen-Busse vom Typ T6, einer im Design Audi RS 5 und einer in Schaeffler-Lackierung. Vor Ort dienen drei per Truck mitgebrachte Yamaha-Scooter auf langen Wegen im Fahrerlager.

9 Rennorte

In der Saison 2018 fährt die DTM an neun Rennorten in sechs Ländern. In Hockenheim finden traditionsgemäß Saisonauftakt und Finale statt. Weitere Stationen in Deutschland sind Lausitzring, Norisring und Nürburgring. Hinzu kommen Brands Hatch (England), Hungaroring (Ungarn), Misano (Italien), Spielberg (Österreich) und Zandvoort (Niederlande).

19 Leute

Die Mitarbeiterzahl an der Rennstrecke ist für DTM-Einsatzteams auf 15 Techniker und vier Führungskräfte begrenzt. Beim Audi Sport Team Phoenix verteilt sich das so: zehn Mechaniker und fünf Ingenieure sowie Gästebetreuerin Petra Tille, Teammanager Dirk Theimann, Teamleiter Frederic Ruat und Teameigner Ernst Moser (Foto). Die beiden Fahrer und ihre Begleiter zählen nicht zu diesem Personalkontingent. Die Transport- und Logistikarbeit übernehmen die Phoenix-Mechaniker neben ihren technischen Hauptjobs. Im Foto zu sehen nach einem wieder mal erfolgreich erledigten Umzug von der Werkstatt in die Boxen: Jerome Vogel, Michael Hübner, Adrian Schneider, Sven Lohse, Patrick Schneider, Markus Kerstgens (vordere Reihe von links), Jörg Baldes, Sven Jax, Christoph Wagner und Christian Hanzl (hintere Reihe von links).

82 Kubikmeter Material

Das Audi Sport Team Phoenix schafft zu jedem DTM-Rennwochenende 82 Kubikmeter Material und Ausrüstung. Umgerechnet in Gewicht bedeutet das 1,2 Tonnen. Die Ladeliste umfasst 114 Einzelposten – vom Akku bis zum Zelt. Sogar eine Reifen-Waschmaschine ist dabei. 2018 ganz frisch im Bestand: eine neue Kaffeemaschine. Zentral von Audi angeliefert wird für Phoenix wie für Abt und Rosberg der Kommandostand, von dem aus die Teamleitungen an der Boxenmauer das Geschehen auf der Piste und in den Garagen verfolgen.

100 Kisten

Das unzählige Kleinmaterial verpackt das Audi Sport Team Phoenix für die Reise in 100 Kisten verschiedener Formate und teils mit Rollen. Dazu gezählt werden auch sechs Metallschränke für Ersatzteile und Werkzeuge. Schwerstes Einzelteil ist nach den beiden Rennwagen der sogenannte Galgen. Das ist der schwenkbare Träger, an dem während der Rennen die Luftleitungen der für Reifenwechsel benötigten Schlagschrauber hängen. Er wiegt zirka 450 Kilogramm.

130 Felgen

Von keinem Teil hat Phoenix mehr dabei als von Felgen: 130 Stück. Am Freitag der jeweiligen Rennveranstaltung zieht Exklusiv-Partner Hankook für alle 18 DTM-Autos seine Reifen auf. Jedes Team muss seine leeren Felgen zum im Fahrerlager zentral platzierten Reifenservice karren und die komplettierten Räder dort auch selbst abholen. Zum Schluss eines Rennwochenendes geben Phoenix und die anderen Teams ihre Reifen wieder bei Hankook ab und nehmen ihre Felgen leer mit heim.

25.000 km

Die Transporter des Audi Sport Team Phoenix absolvieren auf der DTM-Tournee 2018 rund 25.000 Kilometer. Der kürzeste Weg Werkstatt-Rennstrecke beträgt drei Kilometer und führt zum Nürburgring. Kein DTM-Team hat es näher zu einer Piste. Der längste Trip ist für Phoenix der nach Misano: 1.160 Kilometer liegen zwischen Eifel und Adria.