Mit virtuellen Methoden in Richtung Zukunft – erfahre mehr über Robust Design und KI bei Audi

Meike Gallant arbeitet im Bereich Robust Design Komponenten / Software Robustness bei Audi. In ihrem Interview spricht sie über den Einsatz virtueller Methoden und Künstlicher Intelligenz in der Fahrzeugentwicklung, ihren persönlichen Weg zu Audi und darüber, was sie täglich motiviert.

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Meike Gallant hat ein Gerät in der Hand und steht in einem Labor

Du arbeitest im Bereich Robust Design Komponenten / Software Robustness. Was bedeutet das genau?

Meike: Robust Design bedeutet, dass mechatronische Komponenten oder Systeme schon während der Entwicklung auf Robustheit ausgelegt und geprüft werden – unter Berücksichtigung unterschiedlicher Gegebenheiten wie Marktanforderungen, Klima- und Umweltbedingungen oder Kundenverhalten. Ziel ist es, Produkte so zu gestalten, dass sie robust ausgelegt sind und eine hohe Verfügbarkeit über die gesamte Lebensdauer bieten.

Im Bereich Software Robustness geht es darum, frühzeitig Risiken in den Software-Entwicklungsprojekten zu identifizieren und die für die Meilensteine erforderliche Reife sicherzustellen.

Dazu analysieren wir wichtige Bereiche wie Software-Architektur, Requirements Engineering, Implementierung, CI/CD-Prozesse und Verifikation. So können mögliche Schwachstellen bereits früh auf Komponentenebene identifiziert und gemeinsam mit den Projektbeteiligten passende Lösungen entwickelt werden.

Virtual Robust Design hilft uns, Entwicklungsprozesse effizienter, flexibler und ressourcenschonender zu gestalten.

Meike Gallant, Robust Design Komponenten / Software Robustness

Welche Aufgaben hast du in eurem Bereich?

Meike: Ein zentrales Thema, das ich in unserer Abteilung vorantreibe, ist das sogenannte Virtual Robust Design. Dabei geht es darum, sich von klassischen, physischen Testmethoden – wie etwa Klimaschrank-Prüfungen – zu lösen und stattdessen auf virtuelle Simulationen zu setzen. Ziel ist es, Absicherungsprozesse effizienter, flexibler und ressourcenschonender zu gestalten.

Virtual Robust Design ist jedoch nur ein Teilaspekt. Ein weiterer entscheidender Punkt ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) – nicht in den Produkten selbst, sondern als Werkzeug zur Unterstützung unserer Arbeit.

Ein konkretes Beispiel: Bei der Prüfung einer Hochvoltbatterie entstehen oft Prüfberichte mit über 1300 Seiten. Derzeit teilen wir diese Berichte unter Kolleginnen und Kollegen auf, damit wir sie vollständig lesen und bewerten können. Hier sehe ich großes Potenzial für KI. Statt alles manuell zu lesen, könnte eine KI die Berichte vorab analysieren und filtern – und uns am Ende nur die relevanten 20 Seiten mit Auffälligkeiten oder Abweichungen präsentieren. So könnten wir als Experten gezielt bewerten und schneller zu einer Freigabe kommen.

Damit das funktioniert, muss die KI natürlich an unsere Anforderungen angepasst werden. Sie muss zuverlässig, nachvollziehbar und in unsere bestehenden Prozesse integrierbar sein. Aber ich bin überzeugt: Solche Anwendungen werden in Zukunft Standard in unserer Arbeit.

Das klingt sehr spannend. Sind weitere Einsatzgebiete geplant?

Meike: Ja, da passiert gerade einiges. Ein konkretes Beispiel ist die virtuelle Lebensdauerprüfung, also wie sich zum Beispiel Lötstellen im Temperaturwechseldauerlauf verhalten. Solche Tests dauern aktuell zwischen 1000 und 2500 Stunden, und wir arbeiten daran, den Ablauf virtuell nachzubilden. Ziel ist nicht unbedingt, die Tests komplett zu ersetzen, aber vielleicht brauchen wir in Zukunft nur noch eine reale Testschleife statt zwei. Oder wir können bereits Testergebnisse erzeugen, bevor die physischen Muster aufgebaut sind. Das würde schon viel bringen.

Natürlich kostet es auch Zeit, so eine Simulation aufzubauen, aber der Aufwand lohnt sich. Und das ist kein Thema, das nur bei Audi läuft – da schauen auch andere Hersteller- und Zulieferunternehmen hin. Es geht eher darum, wie man mit virtuellen Methoden die klassische Absicherung sinnvoll ergänzen kann. Das zeigt, dass wir in die richtige Richtung denken.

Meike lächelt in die Kamera und trägt ein hellblaues T-Shirt

„Teamspirit, Offenheit und Gestaltungsfreiraum – das macht für mich den Unterschied bei Audi.“

Meike Gallant, Robust Design Komponenten / Software Robustness

Was treibt dich in deinem Job an? Was motiviert dich? Woraus ziehst du deine Motivation?

Meike: Mich treibt es an, wenn wir Entscheidungen treffen, diese konsequent verfolgen und umsetzen und letztlich für unsere Kunden zuverlässige Produkte auf die Straße bringen. Und ich freue mich jedes Mal, wenn ich ein neues Audi Modell kurz nach der Markteinführung auf der Straße sehe. Das motiviert mich.

Meike hat einen Scheinwerfer von einem Audi Fahrzeug in der Hand
Meike steht am Klimaschrank und hat eine Hand an einem Hebel

Wie wichtig ist das Team für dich?

Meike: Das Team ist für mich extrem wichtig. Als ich bei Audi angefangen habe, habe ich sofort die starke Energie und Motivation gespürt. Das Umfeld ist agiler, offener, und der Teamspirit macht für mich einen großen Unterschied. Ich habe festgestellt: Ein gutes Teamumfeld ist für mich entscheidend, um gerne und effektiv zu arbeiten.

Wir arbeiten daran, klassische Tests wie die Temperaturwechselprüfung virtuell nachzubilden – das spart Zeit und Ressourcen.

Meike Gallant, Robust Design Komponenten / Software Robustness

Meike sitzt am Laptop und hat noch 2 extra Bildschirme vor sich
Meike sitzt an einem Büro und hat einen Laptop und zwei Bildschirme vor sich, während sie sich mit einem anderen Kollegen unterhält

Wie zahlst du auf die Mobilität der Zukunft ein?

Meike: Für mich bedeutet Mobilität der Zukunft nicht nur neue Produkte, sondern vor allem neue Methoden in der Entwicklung. In meiner täglichen Arbeit geht es darum, die virtuelle Absicherung und den Einsatz von KI voranzubringen.

Mein Beitrag ist, diese Ideen ins konkrete Doing zu bringen – also zu schauen, wie virtuelle Methoden und KI ganz praktisch in Projekten eingesetzt werden können. Nicht nur als Konzept, sondern als Teil unserer täglichen Arbeit.

Was war dein persönlicher Tech Moment bei Audi? Kannst du uns ein emotionales Erlebnis beschreiben?

Meike: Ich habe mehrere Tech Momente, die mir in Erinnerung geblieben sind. Einer der ersten war meine Nachtfahrt mit dem Audi A6 und den MatrixBeam-Scheinwerfern. Zu Hause war ich Halogen oder Xenon gewohnt – das Matrix-System war da schon ein deutlicher Unterschied. Die Lichtverteilung und die automatische Anpassung an die Umgebung haben mich beeindruckt.

Ein weiteres Erlebnis war meine erste Fahrt im neuen Audi Q6 e-tron. Die Kombination aus starker Beschleunigung und der „Hey Audi“-Sprachsteuerung hat gezeigt, wie intuitiv moderne Technik heute sein kann. Ich konnte einfach normal sprechen, und das System hat mich verstanden – ohne vorher Kommandos lernen zu müssen. Das hat mich schon sehr begeistert.

Wie bist du zu Audi gekommen?

Meike: Meine Verbindung zu Audi geht schon weit zurück: Mein Opa fuhr früher Audi, mein Vater hatte einen Audi 100 und später einen A4. Als ich 18 war, hat er seinen A4 direkt hier in Ingolstadt abgeholt – das war ein echtes Familien-Highlight. Seitdem war für mich klar: Ich will etwas mit Autos machen. Und wenn sich die Möglichkeit ergibt, bei Audi zu arbeiten, dann nutze ich sie.

Zu Audi gekommen bin ich dann über meine Arbeit bei einem Zulieferunternehmen. Ich habe dort Projekte für Audi betreut – und irgendwann hat ein Kollege gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, direkt bei Audi zu arbeiten. Genau dieser Kollege sitzt heute drei Schreibtische weiter und arbeitet immer noch im Bereich Robust Design. So hat sich das damals ergeben – und ich bin froh, dass ich den Schritt gemacht habe.

Heute bin ich Teil des Unternehmens und freue mich, dass ich mitgestalten kann.

Wie spiegeln sich die Audi Werte Vertrauen, Verantwortung, Mut und Begeisterung in eurer täglichen Arbeit wider?

Meike: Wer sich auf neue Themen einlassen will, braucht Mut und Vertrauen in neue Methoden und Technologien. Jedes Mal, wenn wir physische Tests durch virtuelle Simulationen ersetzen, zeigen wir den Mut, neue Wege zu gehen. So gestalten wir Fortschritt verantwortungsvoll und mit Begeisterung.

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