Ingolstadt

Elektromobilität funktioniert nur im System

Elektromobilität verändert nicht nur, wie wir Auto fahren, sondern auch unser Leben. Hauptsächlich werden wir zukünftig unsere Fahrzeuge zu Hause aufladen – aber auch unterwegs braucht es einen Ort für Energie. Für Audi bedeutet e-tron mehr als Auto. Konkret begleitet Audi die Markteinführung seines ersten vollelektrischen Modells mit zahlreichen Maßnahmen, um Kunden von der Alltagstauglichkeit der Elektromobilität im Allgemeinen zu überzeugen und sie bei der Integration zu unterstützen. Und das mit einem weltweiten Ansatz. Dr. Stefan Niemand, bei der AUDI AG verantwortlich für Elektrifizierung in der Baureihe, spricht über den Audi e-tron und den ganzheitlichen Elektrifizierungsansatz des Unternehmens.

13.11.2018 Text: Franziska Queling — Fotos: Tobias Sagmeister Talking Business

Im Interview: Dr. Stefan Niemand ist bei der AUDI AG verantwortlich für Elektrifizierung in der Baureihe.

Im Interview: Dr. Stefan Niemand ist bei der AUDI AG verantwortlich für Elektrifizierung in der Baureihe.

Gerade hat das erste vollelektrische Modell von Audi seine Produktpräsentation in San Francisco hinter sich, da gibt es schon knapp 18.000 Vorbestellungen. Was bedeutet dieses Modell für Audi?
Niemand: Der Audi e-tron ist für uns mehr als ein ganz normales neues Modell. Mit dem e-tron bricht Audi auf ins Zeitalter der Elektromobilität. Er ist das erste Premium-SUV für einen komfortablen Alltagsnutzen – und das bei ansprechendem Design wie auch innovativen Features. Es war uns wichtig, in diesem schnell wachsenden Segment früh ein starkes BEV-Produkt zu präsentieren. Und unsere Produktionsplanung im Werk Brüssel, ausgelastet mit diesem Modell sowie dem e-tron Sportback, den wir 2019 auf den Markt bringen, zeigt, dass wir an den Audi e-tron glauben. Er wird ein Volumenmodell, kein Nischenmodell. Ebenso wichtig war uns der ganzheitliche Ansatz bei diesem Thema.

Wie genau sieht Ihre ganzheitliche Strategie zum Thema Elektrifizierung aus?
Elektrifizierung geht weit über das Auto hinaus – sie funktioniert nur als System. Neben Preis und Reichweite des Fahrzeugs sind die Ladeinfrastruktur sowie die Ladezeit wichtige Erfolgsfaktoren, damit die Elektromobilität ihren Durchbruch erlebt. Auch wenn wir Premiumhersteller für Automobile sind, wollen wir einen Beitrag zum integrierten Ökosystem der Elektromobilität leisten. Nur so ist ein Premiumerlebnis für unsere Kunden auf ganzer Linie möglich. Dabei geht unser Engagement beispielsweise von der Beteiligung am OEM-übergreifenden Joint Venture IONITY, das Schnellladestationen entlang der europäischen Schnellstraßen aufbaut, über die Expansion mit Electrify America in den USA bis hin zu Ladelösungen zu Hause, die in den USA durch eine Kooperation mit Amazon Home Services ergänzt werden. In unserer Denkwerkstatt in Berlin entwickeln und erproben wir darüber hinaus eigens entwickelte innovative Ansätze wie die mobile Ladestation ParkE. Wir hoffen, dass wir so auch die Akzeptanz in der Bevölkerung ankurbeln können und damit zum Erfolg der Elektromobilität beitragen.
Keine Angst vor langem Laden: Audi bietet seinen Kunden mit dem Audi e-tron ein Auto an, das sehr effizient ist und auf vielfältige Weise lädt. Und das mit einem Zeitaufwand von zehn Sekunden: fünf Sekunden einstecken, fünf Sekunden abstecken.

Keine Angst vor langem Laden: Audi bietet seinen Kunden mit dem Audi e-tron ein Auto an, das sehr effizient ist und auf vielfältige Weise lädt. Und das mit einem Zeitaufwand von zehn Sekunden: fünf Sekunden einstecken, fünf Sekunden abstecken.

Was sind beispielsweise die Bedenken, die Ihrer Meinung nach in der Bevölkerung herrschen und die Sie entkräften wollen?
Eines ist sicherlich die Angst vor der langen Ladezeit. Wir bieten unseren Kunden mit dem Audi e-tron ein Auto an, das sehr effizient ist und auf vielfältige Weise laden kann: In der Garage und unterwegs mit Wechselstrom oder auch im neuen Gleichstrom-Ladenetz von IONITY – dort lässt sich die Batterie in weniger als einer halben Stunde wieder für die nächste Langstreckenfahrt aufladen. Außerdem glauben viele, dass Laden komplizierter ist als Tanken. Dabei wird gerne übersehen, dass das Laden zu Hause oder am Arbeitsplatz unseren Kunden jeden Tag einen vollen „Tank“ bietet, und das mit einem Zeitaufwand von zehn Sekunden: fünf Sekunden einstecken, fünf Sekunden abstecken. Damit braucht es für die üblichen täglichen Fahrten überhaupt keinen Besuch an der „Tankstelle“ mehr. Falls es auf längeren Strecken oder am Zielort doch nötig ist, laden unsere e-tron Kunden sehr komfortabel mit dem Audi Charging Service. Er verschafft ihnen mit einer einzigen Karte Zugang zu 80 Prozent der öffentlichen Ladepunkte – also über 70.000 Stück in ganz Europa. Das geht alles im Auto und auch voll vernetzt mit dem Smartphone. Ab 2019 wird sich das Auto sogar selbst an der Säule autorisieren und diese freischalten. Das ist unser Verständnis von einfacher und sorgloser E-Mobilität. Auch der Routenplaner inklusive Anzeige von Ladestationen auf der geplanten Tour liefert hier einen großen Mehrwert.
Durchblick dank Digitalisierung: Gleichzeitig sorgt der Rückspiegel für eine noch optimalere Aerodynamik.

Durchblick dank Digitalisierung: Gleichzeitig sorgt der Rückspiegel für eine noch optimalere Aerodynamik.

Bis 2025 soll jeder dritte verkaufte Audi elektrisch sein und das Unternehmen will ungefähr 800.000 BEVs und Plug-in-Hybride verkaufen. Wie wollen Sie diese ambitionierten Ziele erreichen?
Mit dem Audi e-tron setzen wir den Startschuss für die umfassende Audi E-Roadmap der kommenden Jahre. Ziel ist es, das gesamte Modellportfolio bis 2025 zu elektrifizieren – mit mehr als 20 elektrifizierten Modellen. Der nächste Schritt nach dem e-tron Sportback wird der sportliche e-tron GT 2020 sein, im gleichen Jahr bieten wir außerdem ein elektrifiziertes Modell im Kompaktsegment an.
Audi verfolgt den ganzheitlichen Ansatz: e-tron steht für mehr als das Auto, denn Elektromobilität geht darüber hinaus – sie funktioniert nur als System.

Audi verfolgt den ganzheitlichen Ansatz: e-tron steht für mehr als das Auto, denn Elektromobilität geht darüber hinaus – sie funktioniert nur als System.

Der ein oder andere Analyst und auch Stimmen der Wettbewerber behaupten, dass Produktrenditen die größte Herausforderung in puncto Elektromobilität seien – vor allem wegen der Batteriekosten. Wie will Audi hier Gewinne einfahren?
Natürlich bedeuten neue Technologien zu Beginn immer hohe Kosten – auch, um unserem gewohnten Qualitätsanspruch nachzukommen. Mit einer wettbewerbsfähigen Kostenstruktur erreichen wir dabei trotzdem unsere gesetzten Ziele. Dazu nutzen wir beispielsweise Synergien im Konzernverbund mit modularen Baukästen, Plattformen und Gleichteilen. Ebenso spielen Innovationen gerade bei der Batterietechnologie sowie dem elektrischen Antriebsstrang, die ständige Optimierung der Wertschöpfungskette, Komplexitätsreduktion und Entscheidungen zur Lokalisierung eine wichtige Rolle. Im VW Konzern arbeiten wir dazu gemeinsam an der Elektroarchitektur für EVs im Kompakt- und High-End-Segment. Diese Synergiepotenziale auszuschöpfen ist ein klarer USP der Konzernstruktur. Enge Zusammenarbeit, eindeutige Verantwortungsbereiche und Skalierung sind hier die Treiber für Profitabilitätssteigerung – ob mit Volkswagen oder Porsche. Die Premium Platform Electric (PPE) beispielsweise wird bereits 2021 zum Tragen kommen. Bis zu 30 Prozent Effizienzsteigerung gegenüber einer jeweils markenindividuellen Entwicklung sind bei Audi wie bei Porsche so zu erreichen. Auch Größenvorteile durch Skaleneffekte spielen eine große Rolle – und hier ist der VW Konzern mit einem Jahresabsatz von mehr als 10 Mio. Autos klar im Vorteil.
  • Der Audi e-tron ist das erste Fahrzeug der Audi E-Offensive, mit der die Premiummarke bis 2025 ihr komplettes Portfolio elektrifiziert. Dazu gibt es in dichter Abfolge mehr als 20 elektrifizierte Modelle:2019 startet der Audi e-tron Sportback als zweites Elektroauto, 2020 der Audi e-tron GT von Audi Sport. Ebenfalls 2020 bietet Audi ein Elektromodell im Premium-Kompaktsegment an.
  • Neben Preis und Reichweite der Autos sind die Ladeinfrastruktur und die Ladezeit wichtige Erfolgsfaktoren für die Elektromobilität. Deswegen leistet Audi einen Beitrag zum integrieren Ökosystem – beispielsweise durch die Beteiligung am OEM-übergreifenden Joint Venture IONITY, durch die Expansion mit Electrify America in den USA oder Ladelösungen zu Hause.
  • Audi will im Jahr 2025 rund 800.000 Elektroautos und Plug-in-Hybride verkaufen. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen bis 2025 rund 40 Mrd. Euro in Zukunftsinvestitionen fließen, vor allem in Felder wie E-Mobilität, Autonomes Fahren und Digitalisierung.
  • Hier profitiert das Unternehmen von Profitabilitätssteigerung innerhalb des Konzerns durch eindeutige Verantwortungsbereiche und Skalierung – ob mit Volkswagen oder Porsche.

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