Audi beantwortet Fragen von Investoren und Analysten

Audi veranstaltet regelmäßig Analysten- und Investorenevents und informiert dabei über die Geschäftsentwicklung und die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Auch im Mai fanden zwei virtuelle Treffen mit zahlreichen Fragen an Audi CFO Arno Antlitz statt. Die fünf häufigsten Fragen zur Finanzlage und die Antworten darauf sind hier kompakt zusammengefasst.

03.06.2020 Text: Dorothea Joos Talking Business Lesezeit: 4 min

Talking Business – Key Facts

  • Ausreichend Netto-Liquidität und schnelle Anpassung der Produktion an Nachfrage bilden solide Basis während Coronakrise.
  • Kurz- und langfristige Maßnahmen zur Fixkostenreduktion ergriffen
  • Synergien im Konzern bei Hard- und Softwareentwicklung sowie gemeinsame Produktion senken Ausgaben weiter.
  • Produktportfolio und Innovationen nicht von Einsparungen betroffen
  • Ausblick 2020: deutliche Auswirkungen von Corona zu erwarten; Erholung in den Märkten sichtbar, aber regional unterschiedlich

Audi Q3

Kraftstoffverbrauch kombiniert*: 7,6–4,7 l/100kmCO₂-Emissionen kombiniert*: 174–124 g/km

Kraftstoffverbrauch kombiniert*: 7,6–4,7 l/100kmCO₂-Emissionen kombiniert*: 174–124 g/km

#1 Die Automobilindustrie hat ihre Kapitalbindung und das Lagerrisiko durch die Just-in-time-Produktion stetig optimiert. In Zeiten von Lockdowns und unterbrochenen Lieferketten ist diese Produktionsweise empfindlich gestört. Den Vorräten gilt dann ein besonderes Augenmerk. Wie haben sich die Vorräte bei Audi in den letzten Monaten entwickelt?
Im Vergleich zum ersten Quartal 2019 sind unsere Vorräte von Januar bis März 2020 um zwölf Prozent gesunken, sodass wir vor den Lockdowns in Europa fast unser ideales Vorratslevel erreicht haben. Zu Beginn der Coronapandemie haben wir schnell reagiert und die Produktion konsequent der Nachfrage angepasst. So konnten wir einen bedeutenden Anstieg der Vorräte trotz der Krise verhindern. Insgesamt verzeichnen wir im ersten Quartal 2020 einen Anstieg um zwei Prozent im Vergleich zum Jahresende 2019.

Audi Vorräte 2020, -12 % im Vorjahresvergleich, +2% im Quartalsvergleich

Das ist vor allem auf die Einlagerung von Rohmaterialien sowie von Hilfs- und Betriebsstoffen für den Wiederanlauf der Produktion zurückzuführen. Wir unterstützen außerdem unsere Kernlieferanten, die ihre Produktion teilweise nicht so schnell anpassen konnten, und erweitern manche Lagerbestände auf begrenzte Zeit. Die weitere Entwicklung hängt nun stark von der Erholung der einzelnen Märkte ab. Unseren Kunden bieten wir attraktive Angebote im Bereich Leasing, Service und Versicherung an. So unterstützen wir auch den Abbau der Läger bei unseren Händlern. Ein optimales Vorratslevel bleibt auch 2020 unser Ziel.

#2 Liquidität ist Audi während der Coronakrise besonders wichtig. Fixkostenreduktion ist ein gängiges Mittel, um liquide zu bleiben. Wie geht Audi das Thema an?
Als kurzfristige Maßnahme hat Audi die Produktion der Nachfragesituation angepasst. Zusätzlich haben wir wie viele andere Unternehmen temporär Kurzarbeit für Teile der Belegschaft vereinbart. Mit dem Audi Transformationsplan haben wir bereits 2018 ein langfristiges Programm aufgesetzt, das unter anderem auf die Reduktion von Fixkosten zielt. Zudem will Audi in den nächsten Jahren 25 Prozent der Kapazitäten an deutschen Standorten reduzieren. Unsere Personaldecke verringern wir sozialverträglich, unter anderem durch Altersteilzeitprogramme, um bis zu 9.500 Stellen bis 2025. Gleichzeitig baut Audi rund 2.000 neue Stellen in strategisch wichtigen Bereichen wie der Elektrifizierung auf.

#3 Audi will auch Entwicklungskosten sparen, gleichzeitig „Vorsprung durch Technik“ auf den Markt bringen. Wie passt das zusammen?
Wir müssen noch effizienter in unseren Prozessen werden und weiter Komplexität reduzieren – auch im Produkt. Dabei sparen wir nicht an der Innovationskraft unserer Marke. Vielmehr fokussieren wir uns auf kundenrelevante Eigenschaften, die auch preisbar sind. Wir werden weiterhin in Zukunftstechnologien investieren. Bis 2024 fließen zwölf Milliarden Euro in die Elektromobilität. Zudem setzt Audi auch auf Synergieeffekte im Konzern. Mit unserer Schwestermarke Porsche entwickeln wir beispielsweise eine E-Modell-Plattform für zukünftige Premiummodelle in den oberen Segmenten. Darüber hinaus bauen wir kommende E-Autos auch in Mehrmarkenwerken, wie etwa den Q4 e-tron im Volkswagen Werk Zwickau. So sparen wir Investitionskosten. Auch beim Thema Software setzen wir auf Konzernsynergien. Wir bündeln die Softwareentwicklung markenübergreifend in der Car.Software-Organisation. All diese Maßnahmen werden sich positiv auf unsere Forschungs- und Entwicklungskosten auswirken. 2020 rechnen wir mit einer F&E-Quote unter der des Vorjahres, ohne dass wir in unser geplantes Portfolio eingreifen.

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#4 Neben Kosteneinsparungen ist ein optimales Working Capital ein Zeichen für ausreichende Liquidität. Wie wird sich das Working Capital bei Audi in diesem Jahr entwickeln?
Audi steuert seine Liquidität auch über gezieltes Working Capital Management. Trotz der Krise haben wir es im ersten Quartal geschafft, unsere Lagerbestände nur minimal um zwei Prozent zu erhöhen. Verglichen mit dem ersten Quartal 2019 konnten wir die Bestände sogar um rund eine Milliarde Euro senken. Es hängt jetzt von der Erholung der Märkte ab, wie schnell wir die Vorräte wieder auf ein Optimum reduzieren können. Die Entwicklungen in China stimmen uns hoffnungsvoll und auch in Europa sehen wir erste positive Anzeichen. Unsere Forderungen haben sich erhöht, da wir unter anderem die Zahlungsziele für einige Händler erweitert haben, um sie in der Coronakrise zu unterstützen. Dieser Effekt sollte sich allerdings im Jahresverlauf wieder umkehren, sobald der Absatz wieder steigt. Unsere Verbindlichkeiten bleiben aufgrund des Produktionsstopps bis auf Weiteres niedrig. 2020 optimieren wir unser Working Capital weiter.

#5 Wie sieht der finanzielle Ausblick für 2020 und die Folgejahre aus?
Die Entwicklung muss marktspezifisch betrachtet werden. In China erholt sich die Automobilindustrie aktuell gut. Im April 2020 hat Audi hier sogar 21 Prozent mehr Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert als im April 2019. Audi hat in den Online-Absatz investiert und konnte beispielsweise in China die Anzahl der so abgeschlossenen Verkäufe im Vergleich zum gesamten Vorjahr nahezu verdreifachen. Trotzdem liegen wegen der coronabedingten Lockdowns die Auslieferungen von Januar bis April in China immer noch 17 Prozent unter den Vorjahreswerten. Die Entwicklung ist auch nicht einfach auf andere Märkte übertragbar. In Europa sehen wir eine langsamere Erholung der Automobilnachfrage. Viele Kunden sind verunsichert, warten auf staatliche Kaufanreize. Entsprechend wirkt sich das auf die Prognose unserer Finanzzahlen für 2020 aus. Audi verfügt über eine solide finanzielle Basis und ausreichend Netto-Liquidität – die vergangenen Monate haben gezeigt, dass wir die Abstimmung zwischen Produktion und Nachfrage sehr schnell und fein justieren können. Damit sind wir gut gewappnet für weitere Entwicklungen.

  Prognose 2020 2019
Auslieferungen an Kunden (Marke Audi) deutlich unter dem Vorjahr 1.845.573 Automobile
Umsatzerlöse deutlich unter dem Vorjahr 55.680 Mio. €
operative Umsatzrendite deutlich unter dem Vorjahr 8,1 %
Netto-Cashflow unter dem Vorjahr 3.160 Mio. €
Kapitalrendite unter dem Vorjahr und unter dem Mindestverzinsungsanspruch von 9 % 12,7 %
Forschungs- und Entwicklungskostenquote unter dem Vorjahr 7,9 %
Sachinvestitionsquote auf Vorjahresniveau 4,9 %

Die Präsentationen zu den Analysten- und Investorenveranstaltungen im Mai 2020 finden Sie hier. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gerne an ir@audi.de.

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