Strategiechef Jan Michel über die neue Audi Strategie

„Konsequent Audi“ lautet die neue Unternehmensstrategie. Das Ziel: Audi wandelt sich zum Anbieter einer ganzheitlich CO₂-neutralen Premiummobilität. Audi Strategiechef Jan Michel erklärt die neue Strategie und warum an der Elektromobilität kein Weg vorbeiführt.

20.08.2019 Lesezeit: 3 min

Jan Michel im Interview
„Die schönste Form nachhaltiger Mobilität“ – so lautet die Vision von Audi. Acht Konsequent-Bausteine beschreiben, was Audi erreichen will und wie das gelingen soll.

Herr Michel, als Leiter der Unternehmensstrategie haben Sie „Konsequent Audi“ erarbeitet. Was sagt die neue Strategie im Kern aus?
Jan Michel: Mit "Konsequent Audi" wandeln wir uns vom Autobauer zum Mobilitätsanbieter. Unser Ziel ist es dabei, die schönste Form nachhaltiger Mobilität auf die Straßen zu bringen. Das bedeutet für uns auch Vorreiter für CO₂-neutrale Mobilität im Premiumsegment zu sein.  

Wie kann das gelingen?
Generell müssen wir viel stärker als bisher vom Kunden her denken und das beste Kundenerlebnis bieten. Die Kernfrage muss immer lauten: Was will und braucht unser Kunde wirklich – heute und morgen? Autonomes Fahren zum Beispiel wird der Game-Changer für die nächsten Jahre. Und da erwarten Audi-Kunden einfach erstklassige technische Lösungen von uns.

Porträt Jan Michel

„Wir setzen uns an die Spitze des Wandels zur E-Mobilität“, sagt Strategiechef Jan Michel.

Jan Michel

Seit März 2019 leitet Jan Michel die Audi Unternehmensstrategie. Michel war bereits zweimal erfolgreich als Unternehmer in der IT- und Technologiebranche tätig. 2012 kam er von der Unternehmensberatung McKinsey zu Volkswagen. Seit Mai 2018 ist der promovierte Physiker bei Audi. In enger Zusammenarbeit mit Audi-Chef Bram Schot erarbeitete der gebürtige Rheinländer die strategische Neuausrichtung – die nun mit der Strategie „Konsequent Audi“ den Weg in die Zukunft ebnet.

Autonomes Fahren wird vieles verändern. Brauchen unsere Kinder künftig also keinen Führerschein mehr?
Ich glaube nicht, dass wir eines Tages aufwachen und alle Autos fahren autonom. Das wird sich Schritt für Schritt durchsetzen. Und wir als Audi leisten unseren Beitrag dazu: mit einer CO₂-neutralen interurbanen Langstreckenmobilität. Den Führerschein werden unsere Kinder künftig dennoch brauchen. Denn nicht alle Menschen ziehen in Großstädte. Auch wenn wir zeitgleich vor der Herausforderung stehen, dass bis 2030 mehr als 60 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben werden. Aber auch dieser Trend der Urbanisierung zeigt: Alternative Mobilitätsangebote und rein elektrische Flotten sind ein Muss, um die CO₂-Emissionen in Zukunft zu reduzieren.

Das spiegelt sich auch in der neuen Unternehmensstrategie wider: Die Zukunft ist elektrisch. Ist es nicht riskant, alles auf eine Karte zu setzen?
Es stellt sich nicht die Frage, ob Audi die Elektromobilität möchte – dieser Weg ist unumkehrbar. Das Bewusstsein für den Klimawandel hat stark zugenommen. Weltweit greifen die Gesetzgeber über die CO₂-Steuerung massiv in unser Geschäftsmodell ein – denken Sie nur an die harten Vorgaben in China, an Fahrverbote und die immer strengeren CO₂-Ziele für Fahrzeugflotten. Und so verschiebt sich die Nachfrage ganz stark zu den elektrischen Antrieben – je nach Weltregion unterschiedlich schnell. Wir haben das im Detail analysiert. Fest steht: Elektromobilität ist der mit Abstand effizienteste Weg zur Dekarbonisierung, also zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft.

Audi e-tron in Masdar City

Stromverbrauch kombiniert *: 24,6-23,7 kWh/100km (NEFZ); 26,4-22,9 kWh/100km (WLTP)CO₂-Emissionen kombiniert *: 0 g/km

Stromverbrauch kombiniert *: 24,6-23,7 kWh/100km (NEFZ); 26,4-22,9 kWh/100km (WLTP)CO₂-Emissionen kombiniert *: 0 g/km

Wie sieht der Weg in die Elektromobilität konkret aus?
2025 wird unser Portfolio bereits mehr als 30 Modelle mit Elektroantrieb zählen, darunter 20 rein elektrische. Diese Autos werden dann etwa 40 Prozent unseres weltweiten Absatzes ausmachen. Durch unsere Premiumausrichtung benötigen wir auf alle Fälle verschiedene Antriebsarten. Unsere Kunden fahren zum Teil Autos mit hohen Fahrwiderständen, sie erwarten eine ausgeprägte Performance – und wir haben viele Langstreckenfahrer. Wir setzen daher auch weiterhin auf Plug-in-Hybride und perspektivisch auch auf die Brennstoffzelle.

Stichwort Brennstoffzelle: Wann wird sich der Wasserstoffantrieb durchsetzen?
Das hängt vor allem von der Verfügbarkeit regenerativ erzeugten Stroms und vom Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur ab. Wir rechnen damit, dass sich die Brennstoffzelle nicht vor Mitte des kommenden Jahrzehnts durchsetzt. Klar ist: Die Brennstoffzelle ist besonders für große Fahrzeuge und zur Zwischenspeicherung regenerativ erzeugter Energie eine interessante Ergänzung. Und darum arbeiten wir im Kompetenzzentrum in Neckarsulm an einem Prototyp. Noch 2019 werden wir mit den ersten Erprobungsfahrten starten, eine Kleinserie planen wir für 2021.

Ein Eckpfeiler der strategischen Neuausrichtung lautet „Konsequent fokussiert“. Was lassen wir in Zukunft weg?
Fokussieren bedeutet: Weniger machen und das richtig. Technische Ambitionen und Realisierbarkeit alleine sind kein Grund, Produkte zu entwickeln. Wir reduzieren zum Beispiel bei den Motor-Getriebe-Varianten. 30 Prozent haben wir schon gestrichen. Das nimmt viel Komplexität aus unserem Geschäft. Wir schauen uns auch die Karosserieformen genau an. Was bestellen unsere Kunden? Den neuen Audi A1 wird es zum Beispiel nicht mehr als Dreitürer geben. Und wir wollen in Zukunft noch viel stärker als bisher Synergien nutzen. Im Konzern und darüber hinaus.

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