Fortschritt durch Turbo

Neue Power-Ära in der DTM: Ab der Saison 2019 kommen in der populären Tourenwagen-Rennserie moderne Turbomotoren zum Einsatz. Audi entwickelte und baute dafür ein neues Hocheffizienz-Triebwerk. Und schuf damit einen weiteren technischen Meilenstein in seiner vor fast 40 Jahren begonnenen, erfolgreichen Turbo-Historie im Motorsport.

20.03.2019 Lesezeit: 4 min

Motor des Audi RS 5 DTM

2.000 NEUE TEILE

Jedes der rund 2.000 Bauelemente seines neuen DTM-Turbomotors hat Audi neu konstruiert. Gebaut wurde der Reihen-Vierzylinder mit Abgasturboaufladung nach dem sogenannten Class-1-Reglement, das ab 2019 für die DTM gilt. Das kompakte Triebwerk ist in der 2019er-Modellversion des Audi RS 5 DTM vorn längs eingebaut.

1.000 PRÜFSTAND-STUNDEN

Nach etwa 1.000 Stunden auf dem Prüfstand und rund zweieinhalb Jahren Entwicklungszeit ist der neue DTM-Turbomotor der Marke mit den Vier Ringen bereit für den Renneinsatz. Jedes Triebwerk, das 2019 in den acht RS 5 DTM im Wettbewerb ist, läuft vor dem Einbau ins Rennauto noch einmal zwei bis drei Stunden auf dem Prüfstand durch ein Einlaufprogramm, einen Leistungscheck und verschiedene Funktionsprüfungen.

In der Antriebs- und Motorentwicklung arbeitet Audi mit drei Arten von Prüfständen: Auf dem Einzylinder-Prüfstand wird mit nur einem Zylinder des zukünftigen Motors gearbeitet. Fokus sind dabei das Brennverfahren und die Reibleistung. Auf dem sogenannten Motoren-Prüfstand wird der komplette neue Motor entwickelt. Und auf dem Achsprüfstand wird die neue Maschine in Kombination mit dem kompletten Antriebssystem des Fahrzeugs so realitätsnah wie möglich „gefahren“.

Motoren-Prüfstand

ÜBER 610 PS STARK

Der neue Zweiliter-Vierzylinder-Turbomotor von Audi leistet mehr als 610 PS (450 kW). Das sind rund 100 PS mehr als beim Vierliter-V8-Aggregat, das bis Ende 2018 in der DTM vorgeschrieben war. Das Drehmoment der Neukonstruktion beträgt über 650 Nm.

Audi RS 5 DTM auf der Rennstrecke

RUND 30 PS ZUSÄTZLICH

Ab der Saison 2019 wird in der DTM erstmals mit einem „Push-to-Pass“-System gefahren. Das bedeutet: Per Knopfdruck kann jeder Fahrer die Motorleistung seines Rennwagens fünf Sekunden lang steigern, zum Beispiel für Überholmanöver. Konkret wird die Power per „Push-to-Pass“ um rund 30 PS erhöht.

DTM-Motor

3,5 BAR LADEDRUCK

Der Turbolader des neuen DTM-Motors von Audi arbeitet mit maximal 3,5 bar absolutem Druck. Das technische Prinzip dahinter: Mittels einer Turbine, angetrieben von den Abgasen des Motors, wird die Ansaugluft des Motors höher verdichtet und dadurch mehr davon in die Brennräume der Zylinder befördert. Dieses Mehr an Luft, das verbrannt werden kann, erzeugt Mehrleistung.

MAXIMALE EFFIZIENZ

Das neue Class-1-Reglement der DTM setzt beim Motor auf maximale Effizienz. Genau wie bei Serienfahrzeugen lautet die Aufgabenstellung: Mit einem Verbrennungsmotor mit hoher Verdichtung und sehr gutem Wirkungsgrad das Maximum aus dem zur Verfügung stehenden Kraftstoff zu holen. Dementsprechend hat Audi für die DTM einen neuen Hocheffizienz-Motor entwickelt. Für den gilt: Maximal 95 Kilogramm – bei Einsatz des „Push-to-Pass“-Systems maximal 100 Kilogramm – Kraftstoff (Super Plus) pro Stunde dürfen zum Motor fließen.

Motor des Audi RS 5 DTM

85 KILOGRAMM SCHWER

Der neue DTM-Motor von Audi wiegt 85 Kilogramm. Damit ist der Vierzylinder-Turbo ein Leichtgewicht. Denn er bringt 63 Kilogramm weniger auf die Waage als der bisher verwendete V8-Saugmotor (148 kg).

Audi RS 5 DTM auf der Rennstrecke

6.000 KILOMETER HALTBAR

Ein DTM-Motor muss wie bisher eine komplette Saison – 2019 also 18 Rennen – halten. Audi hat die Laufleistung deshalb auf rund 6.000 Kilometer ausgelegt. Über 100 PS Mehrleistung und das höhere Drehmoment bedeuten für den kompletten Antriebsstrang zusätzliche Belastungen. Hinzu kommt: Ein Vierzylinder-Motor erzeugt grundsätzlich höhere Schwingungen als beispielsweise ein V8-Aggregat.

 

WIR SIND FROH UND STOLZ, MIT DEN NEUEN MOTOREN IN EINE NEUE DTM-ÄRA STARTEN ZU DÜRFEN.

Stefan Dreyer

Ulrich Baretzky, Stefan Dreyer

2 WICHTIGE MACHER

Ulrich Baretzky (Leiter Entwicklung Motor) und Stefan Dreyer (Leiter Entwicklung Antrieb) sind die für die Konzeption des neuen DTM-Turbomotors verantwortlichen Ingenieure von Audi.

Für Ulrich Baretzky (64), Maschinenbau-Ingenieur aus Straubing und seit über 30 Jahren erfolgreicher Chefentwickler so vieler Audi Rennmotoren, ist das neue Triebwerk ein weiteres technologisches Highlight:

„Der neue DTM-Motor hat einen extrem niedrigen spezifischen Verbrauch, der sich inzwischen in Regionen bewegt, die früher typisch bei Dieselmotoren waren. Wir zeigen in puncto Gewicht und Leichtbau – gerade unter dem Aspekt der CO2-Vermeidung – ein paar Wege auf, die in Zukunft hoffentlich auch den Weg auf die Straße finden – so wie bei unserem ersten TFSI für Le Mans und dem TDI. Der Verbrennungsmotor hat noch eine lange Zukunft und ergänzt die Elektromobilität sehr gut. Es gibt noch viele Möglichkeiten der Weiterentwicklung.“

Stefan Dreyer (45), Maschinenbau-Ingenieur aus Stuttgart und seit 20 Jahren mit Audi Sport in vielen Rennprojekten erfolgreich, betont die positiven sportlichen Effekte dieser Neukonstruktion: „Wir sind froh und stolz, mit den neuen Motoren in eine neue DTM-Ära starten zu dürfen. Ich bin überzeugt, dass wir den Fans und Kunden den spektakulärsten Tourenwagen-Sport aller Zeiten liefern können.“

VIELE ERFOLGREICHE VORGÄNGER

Der 2019er-Audi RS 5 DTM mit dem neu entwickelten Turbomotor hat eine Reihe erfolgreicher Vorgänger: Zum Beispiel den Audi quattro mit Reihen-Fünfzylinder-Turbo- und Allrad-Technologie von 1981, mit dem Audi sein Motorsport-Engagement der Neuzeit begann und 1982 erstmals Rallye-Weltmeister wurde. Oder den Audi R8, das Le-Mans-Siegerauto von 2001, mit V8-Biturbo und der wegweisenden Benzin-Direkteinspritzung TFSI. Sowie den Audi R10 TDI mit V12-Biturbo, der 2006 als erster Rennwagen mit Dieselmotor das legendäre 24-Stunden-Rennen in Le Mans gewann. Und schließlich den Audi R15 TDI von 2010, dessen V10-TDI-Biturbo-Triebwerk erstmals über Variable Turbinen-Geometrie (VTG) zum Verbessern des Ansprechverhaltens verfügte und der in Le Mans einen Dreifachsieg einfuhr.

Front des Audi RS 5 DTM

TURBO

Motor
Ingenieure am Motorenprüfstand
Motor

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