Walk for Speed

Das Formel-E-Team Audi Sport ABT Schaeffler fährt seine Rennen mitten in den schillerndsten Weltmetropolen. Doch ob in Hongkong, Paris, Berlin oder New York: Vor dem Fahren kommt das Gehen. Fahrer, Techniker und Teamverantwortliche drehen vor dem ersten Training zu Fuß eine Runde auf dem Stadtkurs. Ziel des sogenannten Track Walks: So viele Informationen wie möglich für höchstes Tempo zu sammeln.

03.04.2019 Lesezeit: 3 min

Fahrer und Ingenieure beim Trackwalk

SPEZIALFALL STADTKURS

Motorsport mit Elektroautos mitten in der City, das ist das Grundkonzept der Formel E. Sie veranstaltet inzwischen in der fünften Saison ihre Events an einem einzigen Tag dort, wo die übrigen 364 Tage im Jahr Autos, Lastwagen, Zweiräder und Trambahnen fahren. Und danach verschwindet die Racing-Bühne so schnell wieder, wie sie aufgebaut worden ist.

Fahrer und Ingenieure beim Trackwalk

REALITÄT ERKUNDEN

„Zwischen dem ursprünglichen Design am Computer und dem tatsächlichen Aufbau gibt es bei Stadtkursen immer Unterschiede“, sagt Lucas di Grassi. Wie also sieht es vor Ort wirklich aus? Das ist die Kernfrage, der der Fahrerchampion von 2016/2017 und Teamchampion von 2017/2018 mit seinen Kollegen von Audi Sport ABT Schaeffler bei den Streckeninspektionen – im wahrsten Sinne des Wortes – nachgeht.

 

Simulator

Bevor Lucas di Grassi und Teamkollege Daniel Abt zu einer Formel-E-Rennstrecke kommen, hat das Fahrerduo von Audi Sport ABT Schaeffler deren aktuelles Layout bereits stundenlang getestet. Virtuell, im Fahrsimulator, auf Basis von Computerdaten, die der Automobil-Weltverband FIA allen Formel-E-Teams zur Verfügung stellt. Doch diese Simulationen entsprechen nie exakt der Realität. Deshalb ist der Track Walk so bedeutsam. Ganz besonders auf Strecken, wo die Formel E zum ersten Mal antritt.

Lucas di Grassi und Daniel Abt

WANDERNDE MAUERN

Stadtpisten werden gegenüber permanenten Rennstrecken über die Jahre deutlich mehr verändert. Von Aufbau zu Aufbau bleibt nicht alles beim Alten. Das Optimieren – vor allem für mehr Sicherheit für Fahrer, Teams und Zuschauer – ist in der Regel kostengünstiger als bei fixen Pisten. Das gilt zum Beispiel für das Positionieren und das Material von Mauern, Barrieren und Leitplanken, mit denen die Kurse mitten in der City abgesteckt werden. „Solche Veränderungen schauen wir uns im Detail ganz genau an beim Track Walk. Um auch da sicherzustellen, dass unsere Simulationsmodelle so genau wie möglich der Realität entsprechen“, sagt Renningenieur Markus Michelberger. Er ist an der Rennstrecke technisch verantwortlich für den Audi e-tron FE05 von Lucas di Grassi.

Lucas di Grassi beim Trackwalk

VERFEINERTE IDEALLINIE

Wo geht es überhaupt lang? Und wie am schnellsten? Die grundsätzliche Ideallinie rund um die meist engen, verwinkelten Stadtkurse kennen Lucas di Grassi und Daniel Abt bestens von ihren Simulationsfahrten im Vorfeld eines Formel-E-Prix und ihren früher dort gefahrenen Rennen. In diesem Punkt dient der Streckenrundgang dem Brasilianer und dem Deutschen nur zum Feinschliff. Di Grassi und Abt achten zum Beispiel auf Besonderheiten der Randsteine an den Innen- und Außenseiten der Kurven. Curbs heißen die in der Motorsport-Fachsprache. „Wenn die in der Praxis nur fünf Zentimeter abweichend vom Streckenplan platziert werden, kann das fürs Fahren schon einen Riesenunterschied ausmachen“, betont Lucas di Grassi.

Lucas di Grassi beim Trackwalk

OPTIMALE BODENHAFTUNG

Nächstes Kapitel der Checkliste von Audi Sport ABT Schaeffler beim Streckenstudium: die optimale Bodenhaftung, der optimale Grip. Besonders bedeutsam ist der beim Beschleunigen am Start und aus Kurven, aber auch bei Bremsmanövern. Auf Autoseite haben den größten Einfluss darauf das Fahrwerks-Set-up, die Aerodynamikabstimmung und die Reifencharakteristik. Seitens der Rennstrecke bestimmt den Grip vor allem die Fahrbahnoberfläche. Wie glatt oder rau ist der Asphalt grundsätzlich? Wie einheitlich ist die Fahrbahn rund um den Kurs beschaffen? Wo und wie weicht der Belag ab? An welchen Stellen ist kaputter Asphalt womit geflickt worden? Wo lauern Risse, Rillen, Rinnen, Schlaglöcher und Buckel? Wo ist es besonders rutschig?

Markus Michelberger und Daniel Abt auf der Rennstrecke

„Jede Art von Oberfläche bietet eine andere Haftung und erlaubt dementsprechend unterschiedliche Geschwindigkeiten“, erklärt Markus Michelberger. Wie sein Kollege Christophe de Coninck, der den Formel-E-Rennwagen von Daniel Abt betreut, notiert Michelberger während des Track Walks alle Eindrücke und Erkenntnisse in seinem iPad. Anhand aller beim Pistenrundgang herausgefundenen Fakten und Daten werden dann die Simulationsprogramme weiterentwickelt und die Set-ups der Rennautos optimiert.

Mann liegend auf Rennstrecke

Kritisch für die Bodenhaftung der Audi e-tron FE05 von Lucas di Grassi und Daniel Abt sind auch Fahrbahnmarkierungen und Zebrastreifen. Denn diese bemalten Flächen sind glatter – nicht nur bei Nässe. Diese Stellen können allerdings auch extra viel Haftung bieten. Dann nämlich, wenn sie für Rennevents einem speziellen Anti-Rutsch-Anstrich bekommen. Tückisch, ob trocken oder nass, sind auch Gullydeckel. „Wenn du darauf bremsen musst, ist ganz viel Gefühl nötig; ansonsten drohen dir blockierende Räder und ein rutschendes Auto“, merkt Allan McNish an. Der frühere Sportwagen-Weltmeister und Ex-Formel-1-Pilot ist der Teamchef von Audi Sport ABT Schaeffler. Bei jeder Streckenbesichtigung ist der Schotte eifrig mit dabei, bringt seine enorme praktische Erfahrung ein und liefert seinen Fahrern und Technikern überall wertvolle Anregungen.

Fazit: Der Track Walk ist bei Audi Sport absolutes Teamwork. Und grundsätzlich ein wichtiger Schritt, der in der Formel E über Sieg oder Niederlage entscheidet.

Team auf Rennstrecke

TRACK
WALK

Team auf Rennstrecke
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