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Daniel Abt hat einen der schnellsten und coolsten Arbeitsplätze der Welt: den Formel-E-Rennwagen Audi e-tron FE05. Hier erklärt der aktuelle Teamchampion der Formel E das Cockpit seines Autos.

23.01.2019

Daniel Abt und sein Teamkollege Lucas di Grassi fahren 2018/2019 in der fünften Saison gemeinsam für Audi in der ABB-FIA-Formel-E-Meisterschaft. Ihr Auto ist der Audi e-tron FE05. Der Formel-Rennwagen wird angetrieben von der Motor-Generator-Unit Audi Schaeffler MGU03, die Audi zusammen mit Technologiepartner Schaeffler entwickelt hat. Sie liefert bis zu 250 kW (340 PS) Leistung. Der Audi e-tron FE05 hat Hinterradantrieb und ein Ein-Gang-Renngetriebe. Das rein elektrische Rennauto beschleunigt von 0 auf 100 km/h in ca. 2,8 Sekunden. Höchstgeschwindigkeit auf der Rennstrecke: 240 km/h.

ENGE KISTE

ENGE KISTE

Daniel Abt: „Das Cockpit meines Audi e-tron FE05 ist sehr eng. Meine Arme kann ich zum Beispiel nicht ausstrecken. Der Sitzkomfort hängt vor allem davon ab, wie exakt die individuell auf meine Figur abgestimmte Sitzschale gemacht ist. Während der Sitzanpassung verbringen wir deshalb viel Zeit damit, eine korrekte Gussform herzustellen. Der komplette Sitz muss perfekt zu meinem Körper passen und absolut sicher ins Auto eingebaut werden können. Die korrekte Sitzform ist auch wichtig, damit es beim Fahren nicht zu Druckstellen oder Schmerzen kommt. Meinen Sechs-Punkt-Sitzgurt mit zentralem Sicherheitsschluss kann ich nur mithilfe meiner Mechaniker anlegen und schließen.“

GUTE AUSSICHT

Daniel Abt: „Wie in jedem Rennauto mit offenem Cockpit bietet auch mein Formel-E-Rennwagen eine sehr gute Rundumsicht. Schwer einzuschätzen ist allerdings, wo links und rechts die Enden des Frontflügels sind. Die kann ich nämlich nicht sehen, wenn ich am Steuer sitze. Hingegen hat der ab dieser Saison bei den Formel-E-Autos vorgeschriebene Cockpit-Schutzbügel Halo wenig verändert. Als ich das erste Mal in den neuen Wagen eingestiegen bin, habe ich dieses neue Bauteil direkt vor mir natürlich wahrgenommen. Doch nach zwei, drei Runden habe ich einfach am Halo vorbeigeschaut – als wäre er gar nicht da. Das ist wie bei deiner eigenen Nase. Du schaust ständig dran vorbei, bemerkst sie gar nicht mehr.“

ZUTRITT ERLAUBT

ZUTRITT ERLAUBT

Daniel Abt: „Der Audi e-tron FE05 hat in seinem Fußraum zwei Pedale. Rechts eins zum Beschleunigen, links eins zum Bremsen – wie bei einem Straßenauto mit Automatikgetriebe. Allerdings: In meinem Formel-E-Rennwagen verlangt der Tritt auf die Pedale viel mehr Kraft. Vor allem beim Bremsen muss ich ordentlich zutreten. Auch anders als im normalen Pkw: Power gebe ich mit dem rechten Fuß und mit dem linken Fuß bremse ich.“

TOTAL INFORMIERT

TOTAL INFORMIERT

Daniel Abt: „Auf dem Display meines Lenkrades kann ich alle Autodaten in Echtzeit abrufen, die ich beim Fahren brauche. Das Display liegt genau in meiner Sichtachse. So habe ich die dort gezeigten Infos während des Fahrens leicht ablesbar im Blick. Zudem werden via Telemetrie Fahrzeug- und Fahrdaten an unsere Crew in der Box gesendet. Dort werden sie von meinen Ingenieuren empfangen und analysiert, während ich auf der Strecke unterwegs bin. Ich selbst bin per Funk mit meiner Box verbunden. Ich trage Ohrkopfhörer, die mit einem Mikrofon in meinem Helm gekoppelt sind. Dieses System ist per Kabel im Auto angeschlossen. Wenn ich auf dem Lenkrad den entsprechenden Knopf drücke, kann ich mit meiner Crew sprechen.“

ALLES IM GRIFF

Daniel Abt: „Das Lenkrad meines Audi e-tron FE05 ist ein faszinierendes Steuergerät. Denn damit bestimme ich nicht nur die Richtung, in die ich fahre, sondern von dort aus regele ich fast alle Fahrmanöver und Einstellungsänderungen. Hier kommen nun die wichtigsten Lenkradfunktionen meines Formel-E-Renners im Überblick.“

 

1 Display

2 PG = Page (Infoseiten auf Display wechseln)

3 OK = Verstanden (Warnanzeigen bestätigen)

4 Warnleuchten (zum Anzeigen von Signalen der Rennleitung, z.B. blau für „Gegner will überholen“ oder gelb für „Gefahr, Überholen verboten“ etc.)

5 + und – = Plus und Minus (Per Knopfdruck dem Auto mitteilen, wie viele Runden noch zu fahren sind)

6 RAD = Radio (Funkkanal öffnen/schließen)

7 ATK = Attack Mode scharf stellen (Im Rennen 25 kW mehr und damit insgesamt 225 kW Motorpower abrufen)

8 Frei programmierbare Knöpfe für Set-up und Triebwerkleistung. Die Leistungsoptionen: 110 kW beim Shakedown, 200 kW beim Rennen und 250 kW für zwei Runden im Freien Training und Qualifying

9 G = Gear (Per Knopfdruck von Neutral in einzigen Vorwärts- bzw. Rückwärtsgang 
schalten)

10 FCY = Full Course Yellow (Begrenzt Geschwindigkeit auf 50 km/h, wenn auf der
gesamten Strecke gelbe Gefahrensignale gezeigt werden und Überholverbot herrscht)

11 Pit (Aktiviert Boxengassen-Speedlimiter und reduziert Tempo auf maximal 50 km/h)

12 Rote Schalter (Display-Anzeigen auswählen und anpassen)

13 Zughebel Schaltwippe oben rechts (Menus auf Display aktivieren und 
auswählen)

14 Zughebel oben links (Fanboost aktivieren: plus 50 kW im Rennen 
auf maximal 250 kW)

15 Zughebel in der Mitte (Bremskraftverteilung nach vorne 
bzw. nach hinten verstellen)

16 Zughebel unten (Energierückgewinnung des Autos aktivieren)

NOCH MEHR SCHALTER

Daniel Abt: „An der linken Cockpitwand, direkt neben meinem linken Bein, sind noch weitere Schalter platziert: zum Beispiel der Hauptschalter, mit dem der Audi e-tron FE05 gestartet bzw. ausgeschaltet wird, und der Schalter zum Auslösen des Bordfeuerlöschers.“

LICHT-BLICK BEIM AUSSTEIGEN

LICHT-BLICK BEIM AUSSTEIGEN

Daniel Abt: „Wenn ich mein Cockpit verlasse, schaue ich – genauso wie beim Einsteigen – immer zuerst auf die Warnlampen auf der Karosserie. Denn die zeigen an, in welchem Spannungszustand mein Formel-E-Rennwagen sich gerade befindet. Ob mein Auto also gefahrlos von mir und meinen Mechanikern berührt werden kann oder eben nicht.“

TALISMAN RAUS

TALISMAN RAUS

Daniel Abt: „Zum Schluss noch: Einen Talisman oder Glücksbringer habe ich heutzutage nicht mehr im Rennauto dabei. Einerseits glaube ich nämlich, dass dir so etwas wenig hilft. Andererseits: Wenn du so etwas hast und du vergisst es mitzunehmen, dann wirst du dich schlechter fühlen. Ich will mich aber immer und ohne irgendeinen speziellen Gegenstand im Cockpit wohlfühlen. Früher habe ich mir mal zur Übung meiner mentalen Konzentration einen bestimmten Stein in eine Overalltasche gesteckt.“

COCKPIT

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