E-Champion als E-Surfer

Lucas di Grassi ist der erfolgreichste Fahrer der Formel E. Doch der Fahrer- und Team-Champion liebt nicht nur seinen aktuellen Rennwagen, den Audi e-tron FE05. Den Brasilianer reizt jedes Fahrzeug mit E-Power. Wie das neue Audi e-foil, ein innovatives Surfbrett mit Elektroantrieb. Di Grassi hat es getestet – ein erhebendes E-Erlebnis.

20.02.2019 Lesezeit: 3 min

Lucas di Grassi auf dem Audi e-foil

ELEKTRISIERENDES KONZEPT

Wellenreiten ohne Wind? Mit dem Audi e-foil geht das. Denn dieses Surfbrett – ein sogenanntes Hydrofoil – fährt mit elektrischem Jetantrieb. „Was für eine geniale Idee! Das wollte ich unbedingt ausprobieren“, sagt Lucas di Grassi. „Audi sucht ständig neue Herausforderungen, um neue Technologien zu kreieren. Selbst auf dem Wasser, wo Audi ja nicht so enorm viel Erfahrung hat wie auf der Straße und auf der Rennstrecke. Das finde ich besonders interessant.“ Der Fahrer- und Team-Champion der Formel E, der sich im Nebenberuf in der Entwicklung von E-Bikes und autonom fahrenden E-Rennwagen engagiert, schultert einen der ersten beiden Prototypen des Audi e-foils: Auf geht’s ins Mittelmeer!

Lucas di Grassi auf dem Audi e-foil

NEUES BRETTGEFÜHL

Der Brasilianer, heute vorwiegend hier im Fürstentum Monaco zu Hause, ist in seiner Heimatstadt São Paulo mit dem Wassersport aufgewachsen. Surfbretter gehörten zur Kindheit des Formel-E-Werksfahrers vom Team Audi Sport ABT Schaeffler genauso wie Gokarts. Die perfekte Balance zu finden, das ist für Lucas di Grassi ein Kinderspiel. Kein Wunder, dass gleich sein erster Startversuch mit dem Audi e-foil gelingt: Bäuchlings aufs E-Surfbrett, Knopf auf der drahtlosen Fernbedienung gedrückt und los. Tempo machen. Dann auf die Knie. Auf die Füße. „Yeah!“ Der E-Champion ist stehend o.k.!

Lucas di Grassi steht auf dem Audi e-foil

GAS GEBEN, ABHEBEN

Nächster Schritt dieser feuchtfröhlichen Testfahrt vor der Côte d’Azur: Schneller und noch schneller. Lucas di Grassi braucht dazu auf dem e-foil seinen rechten Zeigefinger. Dann hebt er ab, schwebt plötzlich einen halben Meter über dem Meer. Gleitet lautlos und ohne jeden Wasserkontakt dahin. Hört nur noch das Rauschen und Gurgeln der blau-grünen Wellen unter ihm. Dank des hydrodynamischen Auftriebs, den die „Hubfläche“ am Mast unter dem Rumpf des Audi e-foil produzieren. So liftet sich das E-Surfbrett ab einer Geschwindigkeit von 17 km/h von selbst aus den Fluten. „Wow, ein irres Gefühl, wie fliegen!“ Lucas di Grassi muss seine neue Fahrfreude einfach mal kurz rausschreien.

„Solange das Brett noch auf dem Wasser gleitet, kannst du seine Neigung mit dem Speedregler beeinflussen“, präzisiert Lucas di Grassi seine ersten E-Surfing-Erkenntnisse. „Sobald du aber ganz abgehoben hast, musst du wie beim normalen Surfen alles mit deiner Körperbalance steuern und kontrollieren.“ Gesagt, getan: Der nicht nur hüftstarke Südamerikaner wird mit jeder Welle immer standfester, von Wende zur Wende immer kurvensicherer.

WAS FÜR EINE GENIALE IDEE! DAS WOLLTE ICH UNBEDINGT AUSPROBIEREN.

Lucas di Grassi

Lucas di Grassi auf dem Audi e-foil

SCHNELLER, HÖHER, WEITER

„Das ist supercool!“ Das Grinsen auf Lucas di Grassis Gesicht gewinnt weiter an Breite. Kein Wunder! Jetzt kreuzt der E-Champion mit Vollgas und hoch erhobenen Brettes vor der französischen Riviera. Das bedeutet in Zahlen: 45 km/h – der Topspeed des Audi e-foil ist erreicht. Gewonnen aus einer Leistung zwischen 3 und 5 kW. In einer Batterieladung stecken bis zu einer Stunde Fahrzeit und bis zu 30 Kilometer Reichweite.

So, total vom Meer abgehoben, bei voller Fahrt und bei stark reduziertem Wasserwiderstand, verbraucht das Audi e-foil nur noch die halbe Strommenge. „Diese Effizienz ist sehr beeindruckend“, betont Lucas di Grassi. „Das Audi e-foil ist eine faszinierende Mischung aus Flugzeug-, Surfboard- und E-Antriebstechnologie. Und obwohl ich es selbst ausprobiert habe, es bleibt irgendwie surreal.“

Franz Hofmann und Lucas di Grassi

NEUE E-EBENE

„Darf ich morgen bitte noch mal fahren?“, fragt Lucas di Grassi und muss schon wieder lachen. Seine Frage geht an Franz Hofmann. Der ist Strömungsexperte bei Audi und hat das Audi e-foil entwickelt. Zuerst in seiner Freizeit, beim Suchen nach einer Alternative zu seinem Hobby Kitesurfen. Geholfen hat ihm dabei Christian Rößler, ein alter Jugendfreund, heute erfahrener Luft- und Raumfahrtingenieur und damit der perfekte Helfer. „Denn ein Foil ist am Ende ja nur ein Flugzeug unter Wasser“, sagt Hofmann.

Lucas di Grassi trägt den Audi e-foil

Prinzip und Technik des Audi e-foil: Für den Vortrieb sorgt eine dreiblättrige Schraube. Ein Elektromotor bringt sie zum Rotieren. Den Strom dazu liefert eine im hohlen Brettkörper untergebrachte Batterie. Vorn am Motorgehäuse aus Aluminium sitzt ein Leitwerk mit einem quer zur Fahrtrichtung montierten Flügel („foil“). Seine Flächen sind nach unten gebogen. So sorgen sie beim Fahren für den Auftrieb aus dem Wasser. Flügel, Mast und Rumpf bestehen aus ultraleichter und gleichzeitig extrem stabiler Kohlefaser.

Nur rund 100 Tage brauchten die beiden deutschen Hightech-Tüftler vom Design bis zum ersten Prototypen. Inzwischen hat Audi das vielversprechende Projekt übernommen und das Audi e-foil Anfang 2019 auf der E-Consumer-Messe CES in Las Vegas/USA erstmals der breiten Öffentlichkeit präsentiert. Für Formel-E-Rennprofi Lucas di Grassi ist nach seiner vergnüglichen Testfahrt eines ganz klar: „Ich würde mir das Audi e-foil auf jeden Fall kaufen. Denn das ist die Zukunft des Wassersports. Damit muss ich nie mehr auf Wind zum Surfen warten.“

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