Rasante Inspektion

Sieben Test- und Renneinsätze in Nürburg, Spa, Suzuka und Kyalami, dazwischen immer wieder zurück in die Werkstatt nach Heilbronn-Biberach. Das sind in der Saison 2019 die Stationen des Kundensport-Rennwagens Audi R8 LMS GT3 mit der Chassisnummer 106. An diesem Beispiel erklärt: die Servicearbeit von Audi Sport customer racing.

03.12.2019 Lesezeit: 5 min

Audi R8 LMS in der Werkstatt

VOLLES WERKSTATTPROGRAMM

Audi R8 LMS auf der Rennstrecke

Rund eine Woche ist in der Werkstatt von Audi Sport customer racing in Heilbronn-Biberach eingeplant. Dann muss Chassis Nummer 106 weiter, auf die lange Reise zum nächsten Rennen. Der Audi R8 LMS GT3, zu dem dieser Code gehört, trägt noch sein weiß-rotes Karosseriekleid und die Startnummer 125. Damit war der Sportwagen zuletzt beim vierten Lauf der Intercontinental GT Challenge in Suzuka am Start, ist dort im 10-Stunden-Rennen Siebter geworden. Am Steuer saßen Christopher Haase, Christopher Mies und Markus Winkelhock, allesamt Audi Sport-Piloten.

Audi Sport customer racing

Gemeinsam mit seinen GT3-Kundenteams betreibt Audi Sport customer racing in der Intercontinental GT Challenge, im FIA GT World Cup und bei hochklassigen Einzelveranstaltungen wie dem 24-Stunden-Rennen Nürburgring strategische Einsätze. Sportwagenrennen der Kategorie GT3 haben in den letzten zehn Jahren weltweit immer mehr an Bedeutung gewonnen.

Ergänzend dazu bietet Audi Sport customer racing das Modell Audi R8 LMS in der Spezifikation für die GT2- und die GT4-Kategorie für den reinen Kundeneinsatz an.

Audi R8 LMS in der Werkstatt

In der Werkstatt von Audi Sport customer racing läuft die Vorbereitung von Chassis Nummer 106 und einem zweiten Audi R8 LMS GT3 für die zur Intercontinental GT Challenge gehörenden 9 Stunden von Kyalami weiter auf Hochtouren. Pro Auto erledigen zwei Mechaniker in Heilbronn-Biberach die rasante Inspektion zwischen den Rennen. Bis zu zwanzig solcher Überprüfungen im Jahr führt Audi Sport customer racing mit insgesamt 35 Mitarbeitern in seiner Werkstatt durch. Heilbronn-Biberach ist der Standort, an dem die Endmontage jedes neu produzierten R8 LMS stattfindet. Michael Schäfer ist der Betriebsleiter, Johannes Kind ist Koordinator für Test- und Rennvorbereitung.

Audi R8 LMS in der Werkstatt

CHECK CHASSIS UND KAROSSERIE

Schild mit Fahrzeug-Nummer

Ist ein Fahrzeug nach einem Renneinsatz immer noch einwandfrei? Das ist die Kernfrage vor jedem Chassis-Check bei Audi Sport customer racing. Am Chassis Nummer 106 ist nach dem jüngsten Einsatz in Suzuka kein hoher Prüfaufwand nötig. Das Fahrertrio Haase/Mies/Winkelhock fuhr in Japan unfallfrei. Ist aber einer der Rennwagen mit dem eines Konkurrenten oder einer Streckenbegrenzung in Kontakt gekommen, wird es zunächst optisch vermessen und kontrolliert ist.

Audi R8 LMS in der Werkstatt

„Fallen uns beim optischen Vermessen Unstimmigkeiten auf, prüfen wir die Fahrwerkpunkte bei uns in Biberach auch noch auf der Messplatte“, sagt Johannes Kind. Ist das Chassis beschädigt, lassen sich Vorder- und Hinterwagen des Audi R8 LMS sogar komplett auswechseln. Das spart Reparaturzeit und Kosten.

Audi R8 LMS in der Werkstatt

Der Heckflügel, im Zweikampf und bei Drehern ein besonders exponiertes Bauteil für Beschädigungen, wird in Heilbronn-Biberach selbst nach kleinsten Fremdkontakten per Ultraschall auf Formveränderungen und Materialzerstörungen untersucht – und im Zweifelsfall ausgetauscht. Zerstörte Anbauteile werden generell erneuert.

Dämpfer

Die Rohkarosse bleibt während der Inspektion zwischen zwei Rennevents mitsamt Innenraum und Kabelbaum bestehen. Rundherum wird alles „abgestrippt“: Räder, Radaufhängungen, Bremsanlage, Federn, Dämpfer, Stabilisatoren, Karosserieanbauten, Motor, Auspuff, Getriebe, Kühler, Batterie und Betriebsflüssigkeiten.

Aufhängung

CHECK FAHRWERK

Johannes Kind

„Beim Überpüfen des Fahrwerks untersuchen wir auf alles“, betont Johannes Kind. „Denn selbst wegen eines einzigen Fünf-Cent-Bauteils kann man ausfallen, wenn man übersehen hat, dass es kaputt gegangen ist“, so der Koordinator für Test- und Rennvorbereitung weiter. Je nach Schaden und gemäß der definierten Laufleistungsgrenzen werden Komponenten revidiert oder erneuert. Zum Beispiel die Querlenker der Einzelradaufhängungen: Sie sind beim Audi R8 LMS auf eine Lebensdauer von 10.000 Kilometern ausgelegt.

Rücklichter

CHECK MOTOR UND GETRIEBE

Motor

Der 5,2-Liter-V10-Saugmotor des Audi R8 LMS, der in der GT3-Version bis zu 430 kW/585 PS leistet, wird ebenfalls alle 10.000 Kilometer inspiziert. Nach 20.000 Kilometern erfolgt eine umfassende Revision. Dabei wird das Aggregat geöffnet, das Spiel der Ventile und die Spannung der Steuerketten kontrolliert. „Die Wartungs- und Wechselintervalle für unsere hauseigenen Autos gelten auch für die unserer Kunden“, informiert Johannes Kind.

Getriebe

Für das sequenzielle, pneumatisch betätigte Sechsgang-Sportgetriebe des Audi R8 LMS GT3 steht im Fall von Chassis Nummer 106 zwischen Suzuka und Kyalami ein Kurzcheck an: Die sechs am Getriebe angebrachten Magnete werden auf daran hängen gebliebene Metallsplitter, also nach Abrieb und Abspaltungen von den Getriebezahnrädern, abgesucht, das Getriebeöl und der dazugehörige Ölfilter erneuert. Alle 10.000 Kilometer tauscht Audi Sport customer racing den Kompressor, der die Pneumatik zum Gangwechsel antreibt. Nach derselben Laufleistung wird auch ein neuer Kupplungssteller eingebaut.

Audi R8 LMS auf der Rennstrecke

NEUE OPTIK

Die siebte technische Inspektion in der Saison 2019 ist abgeschlossen bei Chassis Nummer 106. Wie für seine Tests und Rennen auf dem Nürburgring, in Spa und in Suzuka folgt danach die optische Revision für seinen Aufritt in Kyalami. Das bisherige Erscheinungsbild der Karosserie muss entfernt und ersetzt werden. Zwei Arbeitstage sind dafür angesetzt. Bedruckte Klebefolien statt Lackieren machen den raschen Optikwechsel möglich. Das Abziehen des „Suzuka-Kleides“ erledigen die Mechaniker von Audi Sport customer racing. Sobald der Audi R8 LMS GT3 blank in seiner Aluminium-Kohlefaser-Haut dasteht, übernimmt der zum Bekleben engagierte externe Dienstleister.

Folienbeklebung

Zur Premiere der International GT Challenge in Kyalami hat Audi Sport customer racing ein typisch afrikanisches Karosserie-Outfit entwerfen lassen. Tragendes Motiv auf den zwei genannten R8 LMS GT3 sind Zebrastreifen, flankiert von dezenten Strich- und Keilmustern und der Landesflagge. Mit der Gestaltung im Lokalkolorit führt Audi Sport eine erfolgreiche Design-Tradition fort und setzt damit auch wieder ein Zeichen von Respekt gegenüber den Gastgebern. Per Digitaltechnik wird das Kyalami-Design auf selbstklebende Hochleistungsfolien gedruckt. Darüber kommt noch ein glänzendes Schutzlaminat.

Folienbeklebung

Beim Bekleben eines Rennautos ist die größte Herausforderung immer die gleiche: Exakt dem Musterentwurf entsprechend muss das auf Folie gedruckte Design auf der Karosserie angebracht werden. Dabei helfen dem Klebepersonal per Laserstrahl erzeugte, auf den Wagen projizierte Hilfslinien. Bei aller fortschrittlichen Technik, für das Endergebnis immer noch entscheidend ist und bleibt handwerkliches Geschick sowie das perfekte Augenmaß.

Folienbeklebung

Sind alle Teile der Designfolien auf der Karosserie positioniert, werden noch die neuen Startnummern, und die Markenlogos von Audi Sport und die der Werbe- und Technikpartner an den dafür definierten Stellen platziert. Ebenso wie die Schriftzüge mit den Namen der Fahrercrew: Für den Kyalami-Einsatz im Chassis Nummer 106 mit der neuen Startnummer 25 sind das Dries Vanthoor, Kelvin van der Linde und Frédéric Vervisch. Auch dieser letzte Schritt des sogenannten Folierens verlangt absolute Präzisionsarbeit mit Maßband, Cuttermesser und Spachtel.

Audi R8 LMS vor einem Truck

„Die Beklebung unserer Autos muss nicht nur optisch attraktiv, sondern auch praktikabel sein. Nur dann können wir die während des Renneinsatzes immer wieder mal nötigen Ausbesserungen ohne großen Zeitverlust erledigen“, merkt Johannes Kind an. Zudem sei es wichtig, so Kind weiter, dass die Folien in möglichst wenigen Schichten auf die Karosserie geklebt werden. „Da ist Kompromiss zwischen Design- und Wettbewerbsdenken gefragt. Denn jedes Gramm zu viel Gewicht zählt ebenso wie jede den sauberen Luftstrom störende Kante.“

Audi R8 LMS im Truck

NÄCHSTER TRANSPORT

Teamfoto

Mit der üblichen Funktionsfahrt auf der Teststrecke ist der Werkstattbesuch in Heilbronn-Biberach abgeschlossen. Chassis Nummer 106 und sein Schwesterauto gehen auf die Weiterreise nach Südafrika: im Container, verzurrt auf Transportgestellen; erst per Truck und Zug nach Antwerpen, von dort dann weiter per Schiff. Wie immer bei Schiffs- und Flugtransporten: Das Benzin aus dem Tank der Audi R8 LMS ist abgepumpt, die Batterie jeweils abgeklemmt. Grundsätzlich haben die Boliden während ihrer Reise spezielle Transportdämpfer montiert und stehen auf profilierten Regenreifen mit einem Luftdruck von 1,8 bar. Ihre Bodenfreiheit wird für unterwegs erhöht, um Schäden an den Unterböden beim Ver- und Entladen zu vermeiden.

Audi R8 LMS auf der Rennstrecke

„Aus Umwelt- und Kostengründen ziehen wir für Überseereisen das Schiff dem Flugzeug vor“, erklärt Johannes Kind. Deshalb sind die Rennwagen von Audi Sport customer racing oft monatelang unterwegs. So kommen zum Beispiel die Autos, die jedes Jahr bei den traditionellen FIA GT World Cup in Macau eingesetzt werden, immer erst nach Neujahr zurück nach Heilbronn-Biberach. Dorthin bringt Chassis Nummer 106 vom 9-Stunden-Rennen in Kyalami Endrang elf und 2.070 weitere Kilometer mit. Insgesamt ist der im Frühjahr 2018 in Dienst gestellte Audi R8 LMS GT3 im Auftrag von Audi Sport customer racing bisher 24.929 Kilometer gefahren. Und in der Werkstatt wartet schon die nächste rasante Inspektion.

RASANTE
INSPEKTION

Audi R8 LMS in der Werkstatt
Audi R8 LMS in der Boxengasse
Gestaltung

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