Audi R8 auf der Rennstrecke

Lesezeit: 5 min

NEUE ÄRA

Mit dem Einstieg bei den Le-Mans-Prototypen 1999 und in die DTM 2004 begann bei Audi eine außergewöhnlich erfolgreiche Ära mit den hochkarätigsten Rennwagen ihrer Zeit. Das offene Sportwagen-Reglement bewirkte einen Innovationsschub, der auch den Serienprodukten der Marke zugutekam. Die DTM hatte sich von einer Kategorie serienbasierter Rennwagen in den Achtziger- und Neunzigerjahren weiterentwickelt zu Prototypen, bei denen nur noch die Silhouetten an Straßenfahrzeuge erinnerten. Reinrassige Renntechnik bei erstklassiger Sicherheit garantiert seither Tourenwagen-Spitzensport. Mit dem Kundensport betrat Audi 2009 zudem einen ganz neuen Bereich, die Marke mit den Vier Ringen setzt seit der Saison 2016/17 ihr Engagement im Motorsport der Zukunft mit der elektrischen Rennserie Formel E fort.

Audi R18 e-tron quattro auf der Rennstrecke

ERFOLGE IN LE MANS

Nach der Verbannung des überlegenen quattro-Antriebs aus dem Tourenwagensport wechselte Audi zu den Sportprototypen und untermauerte auch in dieser Motorsport-Kategorie 18 Jahre lang seinen Slogan „Vorsprung durch Technik“. Beim Debüt bei den 24 Stunden von Le Mans gelang 1999 mit Platz drei auf Anhieb der Sprung auf das Siegerpodest. In den folgenden Jahren war der Audi R8 beim härtesten Langstreckenrennen der Welt eine Klasse für sich. Von 2000 bis 2002 feierte die Marke einen historischen Hattrick, auch dank der ab 2001 erstmals eingesetzten TFSI-Technologie. Die Kombination aus Turboaufladung und Direkteinspritzung war seinerzeit revolutionär und ist heute Standard in Serienmodellen von Audi. 2004 und 2005 holten Kundenteams in Le Mans zwei weitere Gesamtsiege für Audi. Seinen Platz in der Motorsport-Geschichte sicherte sich der R8 mit insgesamt 63 Siegen in 80 Sportwagen-Rennen.

Marcel Fässler, André Lotterer, Leena Gade, Benoît Tréluyer mit dem Audi R18 e-tron quattro

PIONIERLEISTUNGEN MIT TDI-TECHNIK

Eine Pionierleistung und gleichzeitig einen neuerlichen Beweis für „Vorsprung durch Technik“ demonstrierte Audi mit der TDI-Technologie: Der neu konzipierte Audi R10 TDI triumphierte 2006 als erster Rennsportwagen mit Dieselantrieb bei den 24 Stunden von Le Mans. Insgesamt setzte sich die TDI-Technologie achtmal beim härtesten Langstrecken-Rennen der Welt durch. Zudem gewann Audi mit dem Diesel-Rennwagen dreimal in Folge die American Le Mans Series und 2008 auch die europäische Le Mans Series. Mit dem R15 TDI feierte Audi 2010 einen Dreifachsieg im schnellsten Le-Mans-Rennen aller Zeiten und stellte damit einen neuen Distanzrekord auf. 2014 gelang der 13. Sieg bei nur 16 Teilnahmen. „Vorsprung durch Technik“ galt auch bei der Energieeffizienz: In der TDI-Ära reduzierte Audi den Dieselverbrauch innerhalb eines Jahrzehnts um 46 Prozent.

Dabei half auch eine weitere Pionierleistung: Die Hybridisierung des Antriebs. Mit dem ersten Sieg eines Diesel-Hybrid-Rennwagens bei den 24 Stunden von Le Mans schrieb Audi 2012 Geschichte. Dreimal in Folge (2012 bis 2014) blieb der Audi R18 e-tron quattro in Le Mans ungeschlagen. Viele weitere Innovationen, wie das Audi Laserlicht, ergänzen die technischen Weiterentwicklungen.

Teamfoto

ABSCHIED MIT HÖHEPUNKT

Das Engagement von Audi im Sportprototypen-Rennsport endete mit Ablauf der Saison 2016, als die Marke ihre Motorsport-Strategie neu ausrichtete und sich werkseitig in der rein elektrischen Rennserie Formel E engagierte. In Bahrain beendete das Audi Sport Team Joest das höchst erfolgreiche, 18 Jahre dauernde Engagement bei den Sportprototypen mit einem Doppelsieg beim Saisonfinale der FIA WEC 2016. Es war der 107. Rennsieg eines Sportprototypen von Audi.

Audi A4 DTM auf der Rennstrecke
René Rast mit dem Audi RS 5 DTM

TITEL IN DER DTM

Nach dem Titel von Laurent Aiello 2002 mit dem privat eingesetzten Abt-Audi TT-R kehrte Audi 2004 werkseitig in die DTM zurück und holte mit Mattias Ekström auf Anhieb den Titel – auch 2007 triumphierte der Schwede. 2008 und 2009 setzte sich Markenkollege Timo Scheider die Krone auf. Damit gelang Audi als bisher einzigem Automobilhersteller in der DTM-Geschichte ein Titelhattrick. Martin Tomczyk komplettierte die Erfolgsstory des Audi A4 DTM in der Saison 2011. Zwei Jahre später holte Mike Rockenfeller mit dem Audi RS 5 DTM den insgesamt neunten DTM-Titel für Audi. Eine sagenhafte Leistung gelang René Rast 2017. Der Aufsteiger sicherte sich als Rookie den DTM-Fahrertitel. Auch der Teamtitel ging an das Audi Sport Team Rosberg. Audi vervollständigte die starke Saison zudem mit dem Gewinn des Markentitels.

2019 startet die DTM mit der Einführung von neuen Vierzylinder-Turbomotoren und leichteren Autos in eine neue Ära. Audi errang einen weiteren Hattrick und gewann alle drei DTM-Titel: Den Herstellertitel, die Teammeisterschaft mit dem Audi Sport Team Rosberg, und Rast sicherte sich zum zweiten Mal die Krone in der Fahrerwertung – der insgesamt elfte Fahrertitel für Audi in der DTM.

Audi RS 5 DTM auf der Rennstrecke
Audi Sport customer racing

AUDI SPORT CUSTOMER RACING

Mit dem R8 LMS entwickelte Audi erstmals gezielt einen Rennwagen für den Einsatz im Kundensport. Der GT3-Sportwagen, der zu mehr als 50 Prozent aus Serienteilen besteht, überzeugte in seiner Debütsaison 2009 auf Anhieb. Inzwischen sind mehr als 200 Rennwagen an Kunden ausgeliefert. Im März 2015 präsentierte Audi die zweite Generation des erfolgreichen GT3-Sportwagens, der nur zwei Monate später das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring gewann. Im Jahr 2015 startete auch der Audi Sport TT Cup, bei dem sich Junioren drei Jahre lang in actiongeladenen Rennen beweisen konnten. Jan Kisiel, Joonas Lappalainen und Philip Ellis hießen die drei Champions der Jahre 2015 bis 2017.

Im September 2016 markierte die Vorstellung des Audi RS 3 LMS den Einzug der Marke in die TCR-Klasse im Tourenwagen-Rennsport. Während der RS 3 LMS 2017 eine erfolgreiche erste Saison in den Händen von Kundenteams erlebte, debütierte im April desselben Jahres der Audi R8 LMS GT4 für die wachsende GT4-Kategorie. Danach folgte die Einführung der neuesten Evolutionsversion des Audi R8 LMS für den GT3-Rennsport auf dem Pariser Autosalon 2018. Beim Goodwood Festival of Speed 2019 präsentierte Audi dann den R8 LMS GT2. Damit umfasst das Portfolio von Audi Sport customer racing die drei weltweit populären Kategorien GT3, GT4 und TCR und ab 2020 auch den Bereich GT2.

Audi R8 LMS
Audi S1 EKS RX quattro auf der Rennstrecke

TITEL IN DER RALLYCROSS-WM

Zudem unterstützte Audi 2017 und 2018 zwei Jahre lang das Rallycross-Team von Mattias Ekström. Der DTM-Champion von 2004 und 2007 hatte mit EKS im Jahr 2016 den Fahrer- und den Teamtitel in der Rallycross-Weltmeisterschaft bejubelt und die Erfolgsgeschichte von Audi damit weitergeschrieben. „Hannu Mikkola war 1983 der Erste, der mit quattro-Antrieb zum Titel gefahren ist, in der WEC war der Audi R18 e-tron quattro über viele Jahre erfolgreich und ich konnte nun mit meinem Audi S1 EKS RX quattro ein Kapitel beitragen“, sagt Ekström, der sich nach Ende seiner DTM-Karriere in der Saison 2018 auf die Rallycross-Saison konzentrierte. Am Ende des Jahres wurde das Rallycross-Kapitel mit dem Vize-WM-Titel von Mattias Ekström in der Fahrerwertung, gefolgt von seinem Teamkollegen Andreas Bakkerud auf Platz drei, beendet.

Audi e-tron FE04 auf der Rennstrecke

AUCH IN ZUKUNFT VORSPRUNG DURCH RACING

2017 präsentierte sich Audi Sport neu aufgestellt. Das Unternehmen beweist nicht nur in der DTM „Vorsprung durch Technik“, sondern auch in der Formel E, die erstmals zum Portfolio der Marke zählte. Seit der Saison 2016/17 engagiert sich Audi stärker in der Formel E, der weltweit ersten Rennserie für rein elektrisch angetriebene Rennwagen. Mit Erfolg: Audi Fahrer Lucas di Grassi gewann beim Saisonfinale in Montreal den Fahrertitel.

Das Engagement von Audi wurde zur Saison 2017/18 zu einem werkseitigen Motorsport-Programm ausgeweitet, mit einer Teilnahme von Audi Sport ABT Schaeffler bei den zwölf Formel-E-Rennen mit dem Audi e-tron FE04, gefahren von Lucas di Grassi und Daniel Abt, die mit dem Gewinn der Teammeisterschaft gekrönt wurde. Aber die Zukunft hat bereits begonnen: In der Formel-E-Saison 2019/20 mit 14 Rennen weltweit wird der neue Audi e-tron FE06 von Lucas di Grassi und Daniel Abt gefahren.

Audi e-tron FE05 auf der Rennstrecke
Rücklicht NSU TT
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