Audi auf der Bits & Pretzels 2019: Wie aus Visionen Vorsprung wird

Wie passen Tracht und Technologie zusammen? Perfekt, zeigt Europas größtes Gründer-Festival „Bits & Pretzels“ jedes Jahr. Und Innovationskraft und 110 Jahre Erfahrung? Auch perfekt, zeigte Audi auf der „Bits“ 2019.

30.09.2019 Lesezeit: 3 min

Hildegard Wortman auf Bits & Pretzels Bühne

Bits & Pretzels 2019: Tradition trifft auf Innovation

KI-Expertinnen im Dirndl, Software-Entwickler in Lederhose: Das ist die Bits & Pretzels (kurz: Bits). Hier trifft Tradition auf Innovation. Was vor sechs Jahren als Frühstück für 80 Leute begann, ist heute Europas größtes Gründerfestival mit rund 5000 Entrepreneuren, Investoren und Digitalenthusiasten. Darunter: Hildegard Wortmann, Audi Vorstandsmitglied für Marketing und Vertrieb, und die Audi Denkwerkstatt mit Ihrem Programm auf der Mobility Stage.

Besser verstehen was die Kunden bewegt

Eine klare Vision. Das braucht jedes Unternehmen – vom Start-up bis zum Konzern. Doch anders als Gründer startet ein Unternehmen wie Audi natürlich nicht mit einem weißen Blatt Papier. Mit 110 Jahren Erfahrung im Automobilbau geht es für den Konzern um nicht weniger als eine Neuerfindung. „Unsere Vision ist: Die schönste Form nachhaltiger Mobilität“, sagte Hildegard Wortmann in Ihrer Keynote auf der Center Stage der Bits & Pretzels. Und um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen, braucht es einen konsequenten Fokus auf den Kunden.  

Beispiel autonomes Fahren: Hier will Audi noch besser verstehen, was die Kunden bewegt – und hat deshalb im Rahmen der Initiative &Audi 21.000 Menschen in neun Ländern auf drei Kontinenten befragt. Das Ergebnis ist eine Nutzertypologie, die zeigt: „Was Menschen zu autonomen Autos denken und fühlen, hängt signifikant von Ihrem Lebensstil ab“, erklärte Wortmann. „Die jungen, gut bezahlten und gut ausgebildeten statusorientierten Trendsetter und tech-affinen Passagiere zum Beispiel sind am stärksten am autonomen Fahren interessiert.“

Matthias Brendel

Ein Intrapreneurship-Programm mit Co-Working und Co-Living: Matthias Brendel leitet die Audi Denkwerkstatt in Berlin.

Ideales Arbeitsumfeld? Dort, wo Ideen wachsen!

Ein Erfolgsfaktor auf dem Weg von der Vision zur Wirklichkeit: Kreative Köpfe im Unternehmen, die Mobilität neu denken. So wie Ingenieur Franz Hofmann, der mit dem Audi e-foil ein Hydrofoil-Surfboard mit Elektro-Jetantrieb gebaut hat, das praktisch über das Wasser fliegt. Von der Bits & Pretzels aus bricht er mit dem Investor und passionierten Skateboarder Frank Thelen (aus „Die Höhle der Löwen“) zur Testfahrt auf dem nahen Echinger See auf.

Menschen wie Hofmann brauchen ein Arbeitsumfeld, in dem Ideen wachsen können. So wie in der Audi Denkwerkstatt. „Um Visionen umzusetzen, benötigen Gründer und Unternehmen ein starkes, diverses und interdisziplinäres Team, das die Kernkompetenzen seiner Mitglieder sinnvoll einsetzt“, sagte Matthias Brendel, Gründer und Leiter der Audi Denkwerkstatt, auf der Mobility Stage der Bits & Pretzels. In dem „Intrapreneurship“-Programm kommen Mitarbeiter aus unterschiedlichen Fachbereichen in Berlin zusammen, um an Prototypen und neuen Geschäftsmodellen zu arbeiten. Das Ergebnis sind Innovationen, die anschließend im Unternehmen zur Serienreife getrieben werden. Wie der Park-E – eine mobile Ladestation für Elektroautos. Gedacht zum Beispiel für urbane Kunden, die keine Garage haben. Sie laden den Park-E an der Haushaltssteckdose auf, fahren ihn zu ihrem Elektroauto und laden das Fahrzeug auf.

Hydrofoil-Surfboard
Fast ein Flug über das Wasser: Das Audi e-foil, ein Hydrofoil-Surfboard mit Elektro-Jetantrieb, bei der Bits & Pretzels.

Umsetzung in Zusammenarbeit mit Start-ups

Bei der Umsetzung solcher Innovationen ist die Zusammenarbeit mit Start-ups ein Schlüssel zum Erfolg – sei es in Form von Partnerschaften, Invests oder Ausgründungen. Wie im Fall der holoride-Technologie, die eine neue Dimension des In-Car-Entertainments ermöglicht. Die Technologie verbindet in Echtzeit Virtual-Reality-Inhalte mit den Fahrbewegungen des Autos. Fährt das Auto zum Beispiel nach rechts, bewegt sich auch das virtuelle Raumschiff nach rechts.

Digitalstratege Nils Wollny hat diese Technologie mit Software-Entwicklern von Audi Electronics Venture vorangetrieben: „Als wir noch bei Audi arbeiteten, holten wir den Vorstand von Audi am Flughafen ab und pitchten unser Projekt direkt mit einem Prototyp“, erzählte Wollny auf der Mobility Stage der Bits. Weil eine Innovation wie diese den größten Kundennutzen bringt, wenn sie als offene Plattform für alle Fahrzeughersteller und Content-Produzenten aufgebaut wird, hat Audi bewusst die Ausgründung von holoride vorangetrieben. Wollny ist heute CEO des unabhängigen Start-ups und Audi hält über das Tochterunternehmen Audi Electronics Venture eine Minderheitsbeteiligung an holoride.

Matthias Brendel im Gespräch mit Bettina Bernhardt und Nils Wollny
„Die Struktur folgt der Kultur“, sagte Bettina Bernhardt (Leiterin Audi Business Innovation) im Gespräch mit Nils Wollny (CEO holoride, Mitte) und Matthias Brendel (Leiter Audi Denkwerkstatt) dazu, in welchem Arbeitsumfeld Mobilitätsinnovationen gelingen.

Raus aus der Komfortzone: Radikal, aber fokussiert

Surfer Franz Hofmann, Start-up-Experte Matthias Brendel und VR-Pionier Nils Wollny: Was Innovatoren eint, ist ihre Haltung. „Sie denken radikal, aber fokussiert“, sagte Hildegard Wortmann. Und sie begeben sich aus Ihrer Komfortzone: „Denn große Ideen und Komfort kommen selten zusammen.“

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