Brüssel

Neue Gewerke

Das erste rein elektrische Serienmodell von Audi kündigt sich an. Und somit auch eine neue Ära der Mobilität bei Audi. Doch nicht nur Fahrzeuge der Marke mit den Vier Ringen machen sich bereit für die Anforderungen der Zukunft, sondern auch die Produktionsstandorte. Den Anfang macht Audi Brussels.

20.08.2018

Dreh- und Angelpunkt für Elektromobilität in Serie

Dreh- und Angelpunkt für Elektromobilität in Serie

Wandel impliziert Veränderungen in gewissem Maße. Ein Prozess, der sich auch auf den aktuellen Stand unserer Mobilität übertragen lässt – denn sie befindet sich in einem geradezu revolutionären Umbruch. Die Game Changer dabei: alternative Antriebe und modernste Technologie, die automatisiertes sowie autonomes Fahren in Teilen bereits heute möglich machen – und diese Fähigkeit künftig ausbauen werden. Stück für Stück wird der Umschwung immer greifbarer.

Die neuesten Serienmodelle und aktuelle Konzeptfahrzeuge von Audi sind bereits als Vorboten der Zukunft unterwegs, doch die Transformation betrifft nicht nur Fahrzeugreihen der Marke mit den Vier Ringen, sondern auch andere Bereiche – unter anderem die Produktion: beispielsweise am Standort Brüssel. In der belgischen Hauptstadt hat der Wandel schon klare Züge angenommen: Der Fokus liegt in den kommenden Jahren auf der Elektromobilität. Konkret bedeutet dies, dass das Werk in der Gemeinde Forest, die sich im Südwesten der Stadt befindet, die Produktion des ersten rein elektrischen Serienmodells von Audi verantwortet. Aus diesem Grund wurden in den vergangenen Jahren die ersten Umbaumaßnahmen in den Bereichen Karosseriebau, Lackierung und Montage in die Wege geleitet. Zudem entstand hinter den Werkstoren eine eigene Batteriefertigung.

Smarte Fertigungsstraße

Bei Audi entsteht die Mobilität der Zukunft, und das Werk in Brüssel spielt dabei eine tragende Rolle.

Jan Maris, Fertigungsleiter Audi Brussels

Die Produktion der Batterie und der Karosserie kann so auf der zwei Kilometer langen Fertigungsstraße zeitlich nebeneinander ablaufen – just in sequence, wie es bei solchen Fertigungsprozessen heißt. Das fertige Batteriesystem wird in die sogenannte Fahrwerksvormontage transportiert. Dann erfolgt auch hier alles Schritt für Schritt: Als erstes großes Bauteil kommt die Vorderachse, die bereits mit dem vorderen E-Motor samt Getriebe und Leistungselektronik verschraubt ist, auf den Werkstückträger. Im nächsten Step werden die Hochvoltkabel und die Anschlüsse für die Kühlmittelleitungen verlegt. Zuletzt erfolgt die Montage der Hinterachse inklusive weiterer E-Motoren. Wenn Technik- und Antriebseinheit komplett sind, erfolgt die elektrifizierende Hochzeit, die in dem Werk in Brüssel vollautomatisiert abläuft – wie viele Schritte der Produktion in den Bereichen Batteriefertigung und Karosseriebau, die an diesem Standort größtenteils von Maschinen ausgeführt werden. Im weiteren Verlauf der Endmontage erhält das rein elektrisch angetriebene Serienmodell seine Ladegeräte und -anschlüsse. Die Steuergeräte werden mit Daten bespielt und angelernt. Auf dem Einfahr-Prüfstand absolviert das Fahrzeug ein umfangreiches Programm, das alle wichtigen Fahrsituationen im späteren Betrieb abbildet. Abschließend geht es hinaus auf die werkseigene Strecke zur sogenannten Straßenfahrt.

 

Nachhaltige Energiegewinnung

Nachhaltige Energiegewinnung

Neben der Transformation des Werks und der Fertigung des rein elektrisch angetriebenen Serienmodells spielt ein weiterer Faktor in Brüssel eine zentrale Rolle: nachhaltige Energiegewinnung, um die Gewerke möglichst umweltschonend mit Energie zu versorgen. Daher wird regenerativ erzeugter Strom aus Wasserkraft zur Deckung des Energiebedarfs verwendet. Zusätzlich wird die Stromversorgung durch eine weitere regenerative Energiequelle ergänzt: Auf den Dächern des Werks erstreckt sich über eine Fläche von 37.000m² die größte Photovoltaikanlage der Region Brüssel. Diese Anlage produziert jährlich rund 3.000 Megawattstunden elektrische Energie.

Durch den Einsatz von regenerativ erzeugtem Strom kann der CO₂-Ausstoß pro Jahr um 14.230 Tonnen gesenkt werden. Zudem sorgt ein ausgeklügeltes Belüftungssystem in der Lackiererei für die bedeutendste Senkung des Energieverbrauchs von insgesamt 8.159 Megawattstunden pro Jahr. Des Weiteren ist ein Blockheizkraftwerk an das Netz angeschlossen. Die modular aufgebaute Anlage erzeugt zwei Megawatt elektrische Energie und nutzt die dabei anfallende Wärme zur Warmwasseraufbereitung. Doch am Standort Brüssel ist man damit noch nicht am Ziel angelangt, denn es gibt weitere Ziele für die Zukunft: Die Werte sollen in den kommenden Jahren durch weitere innovative Projekte zugunsten der Umwelt verbessert werden, beispielsweise durch nachhaltige Logistikprozesse.

Eine der Neuerungen beim Audi e-tron ist die vollständige Integration der Batterie in die tragende Struktur des Fahrzeugbodens.

Jan Maris, Fertigungsleiter Audi Brussels

Anspruch von Audi ist es, die Zukunft durch neue Technologien und intelligente Konzepte bereits jetzt aktiv zu gestalten.

Patrick Danau, Generaldirektor Technik und Logistik und Sprecher der Geschäftsführung Audi Brussels

Auch wenn die Transformation noch nicht zu 100 Prozent abgeschlossen ist, zeigt sich in Brüssel, dass das Werk in der Gemeinde Forest schon heute bereit für die Mobilität von morgen ist. Wandel bedeutet Veränderung. Ein fließender Prozess, der dennoch seine Zeit braucht – gerade wenn es um ein komplexes Thema wie die Mobilität geht.

Facts & Figures

Standort mit Tradition
Vor der Übernahme des Werks durch die AUDI AG im Jahr 2007 gehörte der Standort seit 1970 der VOLKSWAGEN AG an und produzierte verschiedene Modelle des Volkswagen Konzerns. Nach der Übernahme hat der Standort Brüssel, der heute rund 3.000 Mitarbeiter beschäftigt, eine wichtige Rolle im Audi Konzern übernommen. Der Produktionsstart des Audi A1, auf den weitere Modelle der Reihe folgten, markierte in dieser Entwicklung 2010 eine neue Ära. Ab 2018 wird Audi Brussels das erste rein elektrisch angetriebene Serienmodell der Marke mit den Vier Ringen exklusiv für den Weltmarkt produzieren. Die Produktion des Audi A1 wird in diesem Zuge schrittweise von Brüssel ins spanische Martorell verlegt.
2010 Start der Produktion des Audi A11
2011
Start der Produktion des Audi A1 Sportback1
2012
Start der Produktion des Audi A1 quattro1
2013 Inbetriebnahme der 37.000 m² großen Photovoltaikanlage
2014 Start der Produktion des Audi S11 und des Audi S1 Sportback1
2016 Staatsbesuch des deutschen Bundespräsidenten in Belgien: Am 10. März 2016 informierten sich Joachim Gauck und Belgiens König Philippe I. im Audi Werk Brüssel über die Zukunft der Mobilität und über das vollelektrische Audi Modell, das ab 2018 bei Audi Brussels produziert wird.
2017 Transformation des Werks: Die eigene Batterieproduktion wird angegliedert
2018 Start der Produktion des ersten vollelektrischen Audi Serienmodells
Audi in Belgien

Produktionsstandorte

Audi in Belgien

Der belgische Standort wird zum Schlüsselwerk für Elektromobilität im Audi Konzern. Audi produziert seit 2018 das erste Elektroauto der Marke, den Audi e-tron, CO2-neutral in Brüssel.

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