Wuxi / Ingolstadt

Unterwegs in der Smart City

Audi vernetzt das Auto mit der Stadt – ein wichtiger Schritt hin zum autonomen Fahren. Aber wie viel Zeit sparen wir in der Stadt mit autonomen Autos, Ride Sharing und intelligenter Verkehrssteuerung? Das testet Audi in verschiedenen Städten rund um den Globus – darunter Wuxi und Ingolstadt.

14.03.2019 Text: Jan Rentzow - Fotos: AUDI AG, Getty Images, Inc.
Talking Business Lesezeit: 5 min

Unter Laborbedingungen testen Autofahrer autonomes Fahren. So wollen die Ingenieure und Designer von Audi herausfinden, was Menschen im Auto machen, wenn sie es nicht lenken.
Unter Laborbedingungen testen Autofahrer autonomes Fahren. So wollen die Ingenieure und Designer von Audi herausfinden, was Menschen im Auto machen, wenn sie es nicht lenken.

Wuxi – Chinas Modellmetropole für vernetzte Mobilität

1,76 Millionen Autos und kein Stau – wie ist das möglich? Die Sechs-Millionen-Metropole Wuxi nordwestlich von Shanghai erprobt sich als Modellstadt für autonomes Fahren: Autos kommunizieren über den LTE-Mobilfunk mit Ampeln, elektronischen Straßenschildern und anderen Verkehrsteilnehmern. Es entsteht ein ungehinderter Verkehrsfluss, der nicht nur zu mehr Effizienz, sondern auch zu mehr Sicherheit auf der Straße führt.

Wuxi zeigt das vernetzte Fahren der Zukunft – ein Projekt, das die Kooperation staatlicher Institutionen und unternehmerischer Expertise voraussetzt. Neben Audi sind drei chinesische Ministerien an Bord: In China wird Fortschritt von oberster Stelle getrieben. „Außergewöhnlich“ nennen Entwickler die Bereitschaft zu autonomen Innovationen, „entscheidend“ das Tempo bei der frühzeitigen Abstimmung von Daten in der Zusammenarbeit mit Institutionen und Unternehmen.

Audi hat die Schlüsseltechnologie in Wuxi geliefert – die Audi Ampelinformation. C-V2X (Cellular Vehicle-to-Everything) heißt die Technologie, die hier zum Einsatz kommt. Sie basiert auf Schwarmdaten, die in Echtzeit zwischen Verkehrsteilnehmern und Infrastruktur ausgetauscht werden. Zudem erprobt das Unternehmen in der Modellstadt als erster internationaler Automobilhersteller Level-4 Fahrzeuge in realen Verkehrssituationen.

Bis 2022 will die chinesische Regierung 90 Prozent der Städte und Autobahnen mit V2X-Technologien abgedeckt wissen. Autonom vernetztes Fahren, auch das wird beim Audi Projekt in Wuxi klar, entsteht in der Zusammenarbeit mit agilen Städten, die ihre Infrastruktur im Takt der digitalen Möglichkeiten aufrüsten. Solche Städte gibt es nicht nur in China. Audi kooperiert dank seiner 100-prozentigen Tochtergesellschaft und Softwareschmiede Audi Electronics Venture (AEV) weltweit mit Städten, die smart werden und die Lebensqualität nachhaltig verbessern wollen.

Testmetropole Wuxi: In den Megacitys der Zukunft fließt der Verkehr, weil sich die Fahrzeuge mit der Infrastruktur abstimmen.
Testmetropole Wuxi: In den Megacitys der Zukunft fließt der Verkehr, weil sich die Fahrzeuge mit der Infrastruktur abstimmen.

Time-to-Green: die Audi Ampelinformation online

In den USA bietet Audi seit Ende 2016 als erster Automobilhersteller seinen Kunden in ausgewählten Städten den V2I -Dienst Ampelinformation mit der Funktion Time-to-Green. Aktuell umfasst der Service etwa 5.000 Ampeln. Nähert sich das Auto einer von etwa 5.000 Kreuzungen in Städten wie Dallas, Houston oder der Hauptstadt Washington, D. C., zeigt das Audi virtual cockpit oder das Head-up-Display, ob die Grünphase mit der erlaubten Geschwindigkeit erreicht wird. Ist das nicht der Fall, zählt ein Countdown die Zeit bis zum nächsten „Grün“. Dadurch kann der Fahrer frühzeitig den Fuß vom Gas nehmen. Für die Ampelinformation arbeitet Audi mit dem Projektpartner Traffic Technology Services TTS zusammen. Er bereitet die Daten der Ampelrechner auf und schickt sie über das Mobilfunknetz an das Audi Backend – von hier kommen sie ins Auto. Für noch mehr Sicherheit und Komfort im Straßenverkehr sorgt zusätzlich die neue Funktion Green Light Optimized Speed Advisory (GLOSA). Der „Grüne-Welle-Assistent“ prognostiziert Ampelphasen und errechnet die passende Geschwindigkeit, um möglichst viele grüne Lichter zu passieren.

Forschungsprojekt „25. Stunde – Flow!“ simuliert zukünftigen Verkehrsfluss in Ingolstadt

Ride Sharing

1,3

durchschnittliche Anzahl von Personen pro Autos

Zeit sparen

1/3

schneller ans Ziel im autonomen und vernetzten Berufsverkehr

Verkehrsfluss

40 %

der Autos müssen autonom fahren, bis sich Effekte zeigen

Um den Verkehr spürbar zu entlasten, müssen mindestens 40 Prozent der Autos autonom fahren – so wie das Concept Car Audi Aicon.
Um den Verkehr spürbar zu entlasten, müssen mindestens 40 Prozent der Autos autonom fahren – so wie das Concept Car Audi Aicon.

Ingolstadt: Forschungsprojekt simuliert Verkehr der Zukunft

Was in Wuxi erprobt wird, soll auch Ingolstadt – Headquarter von Audi – zur Modellstadt für eine intelligente und vernetzte Mobilität machen. Die Sicherheit auf der Straße soll steigen, der Verkehr intelligent gesteuert, die Mobilität effizient gestaltet und die Emissionen dauerhaft reduziert werden. Vieles auch dank autonomem Fahren.

Wenn Autos keine Lenkräder mehr haben – wie im Concept Car Audi Aicon, der 2017 vorgestellt wurde –, wird Premiummobilität neu definiert. In Zukunft können Menschen auf dem Weg von A nach B entspannt im Internet surfen, mit ihren Kindern spielen oder konzentriert arbeiten. Was dabei bestimmt erfreut: früheres Ankommen. 50 Minuten sind Autofahrer jeden Tag im Auto unterwegs, zeigt eine Studie von Audi und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Im vollautonomen Verkehr ließen sich die Pendlerzeiten um ein Drittel reduzieren. Bedingung? Kluges Verkehrsmanagement und ein etwas höherer Besetzungsgrad. Steigt dieser Wert von 1,1 auf 1,3 Personen pro Auto, weil sich zum Beispiel Ride Sharing etabliert, gibt es keinen Stau mehr. Vernetzte, automatisierte und geteilte Autos ermöglichen es Städten, auch Straßenfläche neu zu verteilen. Jeder vierte Fahrstreifen könnte zum Fuß- oder Radweg werden. Für eine vollständige Vernetzung der Fahrzeuge untereinander und im urbanen Umfeld braucht es einen gemeinsamen Standard. Audi engagiert sich als Gründungsmitglied im Interessenverband 5G Automotive Association, um diesen Datentransfer zukünftig schneller und effizienter zu gestalten.

Wie bringen wir den Verkehr zum Fließen?

Autonome Autos tragen langfristig zur Lösung von Verkehrsproblemen in Städten bei. Das belegt die Audi Studie „25. Stunde – Flow!“. Die Zeit, die Pendler auf dem Weg zur oder von der Arbeit unterwegs sind, sinkt durchschnittlich um ein Drittel. Zumindest, wenn alle Autos autonom fahren. Damit der Verkehr überhaupt schneller fließt, müssen allerdings mindestens 40 Prozent der Autos autonom unterwegs sein.

Mehr zur Audi Studie „25. Stunde – Flow!“

Studie „25. Stunde – Flow!“

13 Seiten, EN

PDF

8,1 MB

Damit die City smart wird

  • Der Trend Urbanisierung prägt die Mobilität der Zukunft. Audi kooperiert mit Städten auf verschiedenen Kontinenten, um für einen besseren Verkehrsfluss und letztlich eine höhere Lebensqualität aller Einwohner zu sorgen. Ein Testfeld für solche Smart Citys ist Wuxi unweit von Shanghai. Hier erprobt Audi als erster ausländischer Automobilhersteller Level-4-Fahrzeuge in realen Verkehrssituationen.
  • In Wuxi liefert Audi die Schlüsseltechnologie Audi Ampelinformation, die Kommunikation zwischen Auto und Ampel. Auf dem US-Markt ist der Service bereits seit Ende 2016 verfügbar. Der Fahrer sieht im Auto, ob er die an den Service angebundene grüne Ampel im Rahmen der erlaubten Geschwindigkeit erreicht. Ist das nicht der Fall, zählt ein Countdown die Zeit bis zur nächsten Grünphase – so kann der Fahrer frühzeitig den Fuß vom Gas nehmen.
  • In einer Smart City mit autonomer Mobilität sind Pendler im Berufsverkehr um etwa ein Drittel schneller. Das hat die Audi Studie „25. Stunde – Flow!“ ergeben. Das setzt voraus, dass sich der Trend zum Teilen etabliert. Eine weitere Bedingung ist ein kluges Verkehrsmanagement.
  • Die Vier Ringe sind Trendsetter für autonome Mobilität. An der Technologie arbeitet unter anderem die Audi Tochtergesellschaft Autonomous Intelligent Driving GmbH. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung eines Systems, bestehend aus Hardware und Software, das automatisiertes Fahren im urbanen Raum ermöglichen soll. Der Einsatz ist für sogenannte Robotaxis geplant, ebenso wie perspektivisch für autonom fahrende Privatautos.

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