Norwegen

Norwegens Erfolgsrezept für eine nachhaltige Zukunft

Eines der kältesten Länder der Welt ist gleichzeitig eines der nachhaltigsten. Norwegen setzt schon seit Jahren auf erneuerbare Energien, und die Ambitionen für eine rein elektrische Zukunft im Lande wachsen stetig.

10.06.2020 Copyrights & Photos: National Geographic Text: Matt Carroll Lesezeit: 3 min

Dieser Inhalt ist im Rahmen einer Partnerschaft mit der AUDI AG und National Geographic entstanden und wurde auf nationalgeographic.com veröffentlicht.

Der Stand der Dinge

Wenn es um den Klimawandel und die globale Erwärmung der Erde geht, hat man durchaus das Gefühl, dass wir uns auf dem direkten Weg in die Apokalypse befinden. Schließlich spielt unsere Beziehung zu fossilen Brennstoffen ganz offensichtlich noch immer eine extrem große Rolle. Dennoch gibt es auch erfolgreiche Beispiele für einen Ausstieg aus der Abhängigkeit von Kohle und Co, in der wir uns seit dem Beginn der Industrialisierung befinden. Nirgendwo wird das so deutlich wie in Norwegen, dem vermeintlich nachhaltigsten Land unserer Erde.

Über 95 Prozent der Energie in Norwegen wird aus Wasserkraft erzeugt.

Über 95 Prozent der Energie in Norwegen wird aus Wasserkraft erzeugt.

Bereits seit Jahrzehnten ist das Königreich auf der skandinavischen Halbinsel Vorreiter in Sachen erneuerbare Energien. Seit dem späten 19. Jahrhundert nutzen die Norweger Energie aus den vielen Flüssen, die talwärts in tiefe Fjorde fließen. So macht Wasserkraft heute den größten Teil der Energiegewinnung aus. Zahlreiche Wasserkraftwerke über das ganze Land verteilt zeugen von den intensiven Bestrebungen nach sauberer Energie.

Eine nachhaltige Einstellung gegenüber Mutter Natur liegt den Norwegern im Blut. Rund 97 Prozent der benötigten Energie werden schon jetzt über Wasserkraft abgedeckt, und die Regierung drängt darauf, auch noch die letzten drei Prozent über erneuerbare Energien zu decken.

Auf einer Rundfahrt durch die zerklüftete Landschaft Norwegens – selbstverständlich hinter dem Steuer eines landestypischen Elektroautos – wird die forcierte Energiewende sichtbar. Von großflächigen Windkraftanlagen bis hin zu Photovoltaikanlagen auf Privathäusern oder Gewerbegebäuden: Nahezu überall werden alternative Energien genutzt, um wertvolle Ressourcen zu schonen.

Smartes Denken, smartere Technologien

Die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Wende hin zu einer nachhaltigeren Zukunft sind technologische Entwicklungen, die einfach und günstig zugleich sind. Solarenergie wurde in Norwegen lange Zeit als überflüssig angesehen – insbesondere in den Teilen des Landes, in denen es einen Energieüberschuss gab. Mittlerweile sind viele private Haushalte allerdings mit intelligenten Stromzählern ausgestattet, so wird Solarenergie effizient genutzt, gespeichert oder sogar an Energieunternehmen zurückverkauft. Das macht erneuerbare Energien auf verschiedenen Ebenen lukrativ und bietet den Norwegern einen Anreiz, sich mit der Technologie auseinanderzusetzen.

Elektrisch betriebene Fähre in Norwegen.
Elektrisch betriebene Fahrzeuge sind nicht ausschließlich an Land unterwegs. 2015 hat Norwegen die erste E-Fähre zu Wasser gelassen. 52 weitere Fähren sind bereits in der Produktion.

Auch norwegische Unternehmen setzen auf erneuerbare Energien. In den letzten Jahren haben beeindruckend viele Start-ups und Innovatoren neue Technologien entwickelt, um die Energiewende voranzutreiben. Ein Beispiel dafür ist Ocean Sun – mitgegründet von Ex-Oil-&-Gas-Manager Øyvind Christian Rohn. Das Unternehmen hat einen Solarpark entwickelt, der auf der Meeresoberfläche schwimmt. Die Entwicklung neuartiger Module aus Silikon hat es möglich gemacht, schmalere und flexiblere Solarpanels herzustellen, die der stürmischen und rauen See standhalten. Damit eröffnet die brillante Technik völlig neue Möglichkeiten der Energiegewinnung in Küstennähe. Für Øyvind Christian Rohn eine Lösung, die weit über die Landesgrenzen hinausgeht: „Solarenergie ist die Lösung der Zukunft. Sie liefert enorme Mengen an Energie und kostet verhältnismäßig wenig.“

Dennoch hat auch Norwegen keine reine Weste. Etwa die Hälfte der norwegischen Energie-Exporte stammt noch immer aus fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas. Ein Pipeline-Netz von über 9.000 Kilometern verbindet die Gasressourcen vor der Küste mit den Terminals an Land und energiehungrigen Ländern in ganz Europa. Auch die Regierung stellt sich diesem Widerspruch und stößt dabei auf ein weiteres, grundlegendes Problem unserer Abhängigkeit von der Erdgas- und Erdöl-Produktion: dem Auto.

Aussicht auf Wasser- & Berglandschaft in Norwegen.
Der Großteil der Energie in Norwegen stammt aus den vielen Flüssen und Fjorden – und das bereits seit dem 19. Jahrhundert.

Langsam aufatmen

Schon in den späten 1990ern hatte sich die norwegische Regierung vorgenommen, bis 2017 circa 50.000 Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen. Dieses Ziel wurde bereits zwei Jahre früher erreicht als geplant – auch weil der Erwerb eines Elektrofahrzeuges steuerlich begünstigt wurde. Aktuell gibt es mehr als 200.000 reine Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge in Norwegen und die Akzeptanz in der Bevölkerung ist alleine im letzten Jahr um 40 Prozent gestiegen. In nur sechs Jahren sollen alle neu zugelassenen Fahrzeuge emissionsfrei fahren – entweder elektrisch oder mit Wasserstoff betrieben. Ein Blick auf Norwegens Straßen macht deutlich, dass Elektrofahrzeuge hier schon bald Standard sein werden. Mit Premium-Modellen wie dem Audi e-tron reagiert der Markt auf die veränderten Bedürfnisse von Menschen, denen die Umwelt am Herzen liegt.

Der Weg in eine nachhaltige Zukunft ist noch lang und ein Umdenken dringend erforderlich. Mit intelligenten Technologien und dem Zutun der Politik kann allerdings Großes gelingen, wie das kleine Land Norwegen dem Rest der Welt eindrücklich beweist. 

Dr. Leslie Dewan

Dr. Leslie Dewan

Dr. Leslie Dewan ist Mitbegründerin und Vorstandsvorsitzende von Transatomic Power, einem Unternehmen für die Konstruktion von Kernreaktoren mit Sitz in Cambridge, Massachusetts, das dort die nächste Generation nachhaltiger Kernkraftwerke entwickelt. 2013 hat Sie am MIT in Nukleartechnik mit einem Forschungsschwerpunkt in Computational Nuclear Materials promoviert. Davor hat Dewan für ein Robotikunternehmen in Cambridge gearbeitet und Such- und Rettungsroboter sowie Ausrüstung für die Identifizierung von chemischen und nuklearen Waffen entwickelt.

Dewan wurde mit dem MIT Presidential Fellowship und dem Department of Energy Computational Science Graduate Fellowship ausgezeichnet. Sie ist Mitglied der MIT Corporation, dem Leitungsgremium des Massachusetts Institute of Technology. Sie wurde außerdem vom Time Magazine zu den "30 People Under 30 Changing the World", zum MIT Technology Review "Innovator Under 35", zum Forbes "30 Under 30" Honoree und zum World Economic Forum Young Global Leader ernannt.

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