Das Auto der Zukunft: Wohlfühlen im Audi AI:ME

Urban, elektrisch, stylish – in Shanghai stellt Audi sein neuestes Showcar vor: Audi AI:ME. Der Fokus in der Designentwicklung lag dieses Mal klar auf dem Interieur. Audi Designer James Nissen erklärt, wie AI:ME zu einem „dritten Wohnzimmer“ wird und welche Rolle echte Pflanzen dabei spielen.

15.04.2019 Lesezeit: 4 min

Showcar Audi AI:ME

Ich sitze in einem bequemen Sessel, schlürfe meinen heißen Kaffee und lese ein Buch. Die Luft ist klar, und doch ist es angenehm warm. Ich lehne mich zurück, lasse meinen Blick schweifen. Grüne Pflanzen geben mir das Gefühl, in der Natur zu sein. Will ich Musik hören? Auf jeden Fall! Meine Augen fixieren das Display und meine Lieblingsplaylist beginnt zu spielen. Gute Laune? Definitiv! Wo bin ich? Im Wohnzimmer? Nein, im Showcar Audi AI:ME, in dem ich gerade nach einem anstrengenden Arbeitstag durch die lärmende Großstadt nach Hause fahre.

Wie sieht das Auto der Zukunft aus? Wohlfühlen als wichtigstes Credo

Hinter der gar nicht so weit entfernten Zukunftsvision steht ein neues Designkonzept. James Nissen, Interieur Architect Designer bei Audi, erklärt es: „Wir haben den AI:ME komplett aus der Nutzerperspektive heraus gedacht. Wir haben uns in die Person hineinversetzt, die mit AI:ME in der Stadt von A nach B fährt und sich dabei von der Hektik der Großstadt abkapseln will. Daher haben wir im Designprozess auch das Hauptaugenmerkt auf das Interieur gelegt.“

Das ist neu. Denn in der Regel laufen der Designprozess des Interieurs und Exterieurs parallel. Doch AI:ME ist nicht die Regel. Hier inspirierte das Interieur die Gestaltung des Exterieurs. Der Fokus im Innenraum ist dabei ganz klar darauf ausgerichtet, dass sich die Passagiere rundum wohlfühlen.

Wie das gelingt? Zum einen durch deutlich mehr Platz im Innenraum – und das, trotz der Maße eines Stadtautos. Die Sitze sind bequem wie ein Sessel und stellen sich bei Öffnen des Autos auf die favorisierte Position ein. Wenn sich die Mitfahrer unterhalten wollen, können sie die vorderen Sitze nach Bedarf drehen und Tische in der Mitte individuell platzieren. Darauf findet etwa James´ Lieblingsgadget aus dem AI:ME, der magnetische Kaffeebecher, Platz und kann nicht herunterrutschen.

Das den Innenraum fast komplett umfassende Touchpanel ist auf den ersten Blick gar nicht ersichtlich. Erst bei Berührung oder durch Sprachsteuerung erscheinen die Displays, die sogar über ein Eye-Tracking-System verfügen. Dort kann der Passagier nicht nur alle Sitz-, Temperatur- oder Lichteinstellungen vornehmen. Er kann auch das Soundsystem steuern, sich mit dem Internet verbinden oder bekommt kuratierte Empfehlungen zum Essengehen und Wellness-Tipps.

Selbst fahren oder autonom fahren? Mit AI:ME geht beides

Mit AI:ME wollen wir dem User ein Erlebnis und einen neuen Rückzugsraum, eine Art drittes Wohnzimmer, bieten. Und dabei ein Maximum an Komfort und Freiheit.

James Nissen, Interieur Architect Designer

Für diese Freiheit kann der User auch jederzeit entscheiden, ob er selbst fahren möchte oder es lieber AI:ME überlässt. Fährt das Auto autonom, hat der Passagier zahlreiche Möglichkeiten, seine hinzugewonnene Zeit sinnvoll zu nutzen und es dabei bequem zu haben. Er kann sich mit seinen Mitfahrern unterhalten, E-Mails beantworten, lesen oder einen Film ansehen – nur einige von vielen Möglichkeiten.

Die Brücke zwischen Selbstfahren und autonomen Fahren war für Interieur-Designer James Nissen die größte Herausforderung. Sein Ziel: eine harmonische Verbindung zwischen diesen beiden Welten. Wie ihm das gelungen ist, zeigt sich etwa am Lenkrad, das eine kleine Verwandlung durchmachen kann. Nissen erklärt: „Wenn der Passagier in den autonomen Modus schaltet, fährt das Lenkrad ein und der Tisch aus. Magic!“.

Pflanzen im Auto? AI:ME spricht alle Sinne an

„Wir wollen Lösungen für die Bedürfnisse unserer Kunden bieten“, sagt Nissen. „Wir schaffen eine Wohlfühl-Atmosphäre, indem wir die verschiedenen Sinne des Nutzers ansprechen.“ Angefangen damit, dass sich AI:ME komplett auf den User einstellt, wenn dieser einsteigt: Temperatur, Ambiente-Licht, Sitzposition. Luxuriöse Materialien und Möbel und sogar echte Pflanzen sprechen zudem sofort das Auge des Passagiers an. Echte Pflanzen, James? „Ja, wir wollen mit den sich rankenden Pflanzen im durchsichtigen Dach die Natur in die Großstadt bringen. Außerdem verbessern sie zusätzlich die Luft.“ Apropos saubere Luft: Im Auto sitzt ein aktives Luftverbesserungssystem, das die verschmutzte Luft der Großstädte filtert und reine Luft im Innenraum spendet.

Der Passagier soll den AI:ME als Wohlfühloase wahrnehmen, die ihn aus seinem stressigen und lauten Alltag entführt. Cocooning. Nicht im Wohnzimmer. Sondern im Auto! Ich trinke meinen Rest Kaffee aus und steige entspannt zu Hause aus – ich habe mich wohlgefühlt.

4 Fragen zum Licht-Design im AI:ME an Michael Horn, Design Exterieur Leuchten bei Audi

   

Showcar Audi AI:ME Lichtdesign

Wie sehen die Lichter beim AI:ME aus und was ist hier das Besondere am Licht-Design?
Michael Horn:
Das Besondere ist, dass das Licht mit der Umwelt kommuniziert. Aus diesem Grund müssen die Lichter für die umgebenden Verkehrsteilnehmer, zum Beispiel Passanten, besser zu sehen sein und sind daher prominenter platziert. Durch die höhere Positionierung am Kühlergrill und vorne und hinten auf den „quattro-Backen“ kann das Auto besser mit seiner Umgebung „kommunizieren“. Dank vieler einzelner LEDs in der Struktur des Kühlergrills haben wir die Möglichkeit, verschiedene Lichtanimationen in unterschiedlichen Farben und Intensitäten abzuspielen.

Beim Lichtdesign von autonom fahrenden Autos geht es um das Gesehen- und Verstanden­werden.

Michael Horn, Design Exterieur Leuchten

Warum muss das Licht-Design bei einem auch autonom fahrenden Auto anders gedacht werden?
Der größte Unterschied ist, dass das Licht eine ganz andere Funktion einnimmt, als bei einem nicht autonom fahrenden Auto. Es geht hierbei weniger um das aktive Ausleuchten, sondern um das Gesehen- und Verstandenwerden. Das Licht soll in Zukunft den Blickkontakt des Fahrers ersetzen und seine Umgebung über die Aktionen des Autos informieren. Dadurch kommt den Scheinwerfern eines autonom fahrenden Autos auch weniger Bedeutung zu.

Showcar Audi AI:ME Lichtdesign

An welche Fahrsituationen denkst Du insbesondere?
Beim AI:ME bekommen andere Verkehrsteilnehmer angezeigt, wenn das Auto losfahren, beschleunigen oder überholen möchte. Wir können auch in komplexen Situationen kommunizieren, die ohne Licht zwingend den Blickkontakt mit einem Fahrer erfordern: Beispielsweise beim Vorfahrtgewähren oder um Passanten zu signalisieren, dass sie die Straße vor dem Fahrzeug gefahrlos überqueren dürfen. Das schaffen wir durch neue Lichtzeichen und -animationen, aber auch durch Veränderung der Lichtintensität oder mittels verschiedenen Farben.

Wie könnte ein konkretes Zeichen aussehen?
Ein gutes Beispiel für die Kommunikation des AI:ME ist das Zeichen, das den Passanten signalisiert, dass diese über die Straße gehen können. Wir stellen diese Situation mit grünen Punkten – symbolisierten Fußgängern – dar, die von links nach rechts „gehen“. Uns ist es wichtig, die Umgebung so gut wie möglich zu informieren, aber die Lichtsignale gleichzeitig so einfach wie möglich zu halten. Denn der Fahrer oder Fußgänger muss das Zeichen in Sekundenbruchteilen wahrnehmen, verarbeiten und darauf reagieren können.

Die Zukunft der Mobilität
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Autonomes Fahren 30.01.2019

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Elektrisch, vernetzt, autonom, geteilt – Bram Schot, Vorsitzender des Vorstandes der AUDI AG, diskutiert mit Mobilitätsforscher Carlo van de Weijer die Zukunft der Mobilität.

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