Ingolstadt

Audi Bedienkonzepte im Wandel der Zeit

Virtuelles Cockpit, MMI oder Head-up-Display – im Audi A8 erreichen die Audi Bedienkonzepte ihren aktuellen Höhepunkt: intuitiv, vernetzt und up-to-date. So einfach war es nicht immer – wie sich die Audi Bedienkonzepte bis heute entwickelten.

25.03.2019 Lesezeit: 4 min

Massive Kippschalter, Drucktaster und Kippschalter-Armaturenbrett – im Audi 100 schwelgt es sich fantastisch in Nostalgie. Doch bei allem Charme der Analoganzeigen – zeitgemäß sind sie wohl nicht mehr. Echte Alleskönner dagegen sind die modernen Audi Bedienkonzepte. Und das müssen sie auch sein. „Heute sind die Anforderungen im Straßenverkehr viel höher und die Bedingungen extremer. Durch den zunehmenden Verkehr und höhere Geschwindigkeiten kommt den Audi Cockpits und Bedienkonzepten eine viel größere Bedeutung als früher zu“, sagt Ivo Muth, Leiter der Entwicklung User Interface/ User Experience. Er und seine Kollegen arbeiten täglich daran, die Audi Bedienkonzepte noch intuitiver und verständlicher zu gestalten.

Zeit der analogen Runduhren

Nostalgie trifft Evergreens: Noch heute greifen Experten auf Standards zurück, die bereits im alten Audi 100 von 1970 galten.

Nostalgie trifft Evergreens: Noch heute greifen Experten auf Standards zurück, die bereits im alten Audi 100 von 1970 galten.

Besonders knifflig ist dabei die Frage: Wie kann die zunehmende Zahl an Fahrzeugfunktionen übersichtlich in die Bedienkonzepte integriert werden? Bei der Beantwortung dieser Frage greifen die Experten auf Standards zurück, die bereits im alten Audi 100 von 1970 galten. Schon damals befanden sich alle fahrrelevanten Funktionen rund um das Lenkrad angeordnet: Links die Lichtfunktionen, rechts die Fahrzeugfunktionen wie Heckscheibenheizung oder Warnblinker und zentral die Heizungsregelung. „Dass ich das Licht links neben dem Lenkrad ein- und ausschalten kann – das sind Standards, an die wir uns einfach gewöhnt haben. Und die haben so auch Bestand“, sagt Oliver Stauch vom Anforderungsmanagement User Interface/ User Experience.

Das Autoradio als Vorreiter aller Infotainmentsysteme

Im Audi V8 von 1988 wanderte das Autoradio erstmalig in die Mittelkonsole.

Im Audi V8 von 1988 wanderte das Autoradio erstmalig in die Mittelkonsole.

Nur wenig hat sich in den letzten 50 Jahren im Audi so stark verändert wie die Bedienkonzepte. Ein gutes Beispiel dafür ist das Autoradio: Im Audi 100 schallte es noch auf der Beifahrerseite, im Audi V8 von 1988 wanderte es in die Mittelkonsole – und damit näher zum Fahrer. In Verbindung mit den quattro-Zusatzinstrumenten, die Audi erstmalig beim Audi V8 in die obere Mittelklasse integrierte, entstand so rund um das Autoradio eine hochaufbauende Mittelkonsole. Das Autoradio gilt damit als ein Vorreiter der modernen Infotainment-Systeme.

Bildschirme ermöglichten erst­mals die Darstellung zahl­reicher Funktionen auf kleinstem Raum.

Thomas Manfred Müller, Leiter Entwicklung Elektrik/ Elektronik

Das Audi Multi Media Interface

Das Display des Audi A8 von 1994 bis 2002 vereint erstmalig Navigationsgerät, Entertainment- und Kommunikationsfunktionen in einem Gerät.

Das Display des Audi A8 von 1994 bis 2002 vereint erstmalig Navigationsgerät, Entertainment- und Kommunikationsfunktionen in einem Gerät.

In den 1990er Jahren feierten das digitale Display und das Navigationsgerät ihre goldenen Jahre. Nach und nach gab es kein Auto mehr ohne die digitalen Fahrkartenleser – bis heute. „Die Bildschirme ermöglichten erstmals die Darstellung zahlreicher Funktionen auf kleinstem Raum. So vereinte das Display des Audi A8 von 1994 bis 2002 erstmalig Navigationsgerät, Entertainment- und Kommunikationsfunktionen in einem Gerät – das moderne Infotainmentsystem war geboren“, sagt Thomas Manfred Müller, Leiter Entwicklung Elektrik/ Elektronik. Dort verortet, wo sich im Audi V8 noch das Radio befand.

Ohne den Blick von der Sichtachse abzuwenden, konnte der Fahrer das Gerät über einen Dreh-Drück-Steller in greifbarer Nähe steuern. Dieses Konzept wurde 2002 in der Folgegeneration optimiert: Das vergrößerte Display wanderte aufs Armaturenbrett und die Bedienelemente rückten weiter nach unten auf die Mittelkonsole. Beim sogenannten Audi Multi Media Interface, kurz MMI, ertastet und bedient der Fahrer die Bedienelemente blind.

Mit der eigenen Handschrift ans Ziel

Krakelige und übereinander geschriebene Buchstaben? Kein Problem für die dritte Generation des Audi A8– dank Touchpad mit Handschrifteingabe.

Krakelige und übereinander geschriebene Buchstaben? Kein Problem für die dritte Generation des Audi A8– dank Touchpad mit Handschrifteingabe.

Und wie steigert man das Ganze? Ganz klar: Mit der dritten Generation des Audi A8. Im Jahr 2009 ermöglichte Audi mit dem ersten Touchpad im Cockpit die Handschrifteingabe: Ohne aufs Display zu blicken kann der Fahrer beispielsweise Buchstaben blind aufs Touchpad schreiben – und so seinen Zielort auch während der Fahrt sicher und zuverlässig eingeben. Denn das System erkennt sogar krakelige und übereinander geschriebene Buchstaben.

Startschuss für das virtuelle Cockpit

Tachometer trifft Navi: Das virtuelle Cockpit bündelt alle fahrrelevanten Informationen im direkten Blickfeld hinter dem Lenkrad.

Tachometer trifft Navi: Das virtuelle Cockpit bündelt alle fahrrelevanten Informationen im direkten Blickfeld hinter dem Lenkrad.

Playlist verschmilzt mit Drehzahlanzeige: Im Jahr 2013 brachte Audi mit dem neuen Audi TT das erste virtuelle Cockpit auf den Markt. Im Audi TT vereint es die Instrumentalanzeige und das Touchpad der Mittelkonsole auf nur einem einzigen Display. „Das virtuelle Cockpit versorgt den Fahrer im direkten Blickfeld hinter dem Lenkrad mit allen fahrrelevanten Informationen“, erklärt Ivo Muth. Es vereint Tachometer und Drehzahlanzeige mit Navigationsgerät, Smartphone und Media Player – und das alles in HD. Der Fahrer steuert es über die kleinen Tasten und Drehknöpfe am Multifunktionslenkrad.

Touchscreens mit haptischem Feedback

Die beiden Touchscreens im neuen Audi A8 reagieren kraftsensitiv und mit haptischer Rückmeldung auf Annäherung oder Fingerberührung.

Die beiden Touchscreens im neuen Audi A8 reagieren kraftsensitiv und mit haptischer Rückmeldung auf Annäherung oder Fingerberührung.

Heute ist das Display in verschiedensten Größen für alle Audi Modelle verfügbar. Bei einigen Modellen wie dem Audi A8 wird das virtuelle Cockpit zusätzlich um das Audi MMI Touch Response ergänzt. Die zwei Touchscreens des MMI in der Mittelkonsole reagieren kraftsensitiv und mit haptischer Rückmeldung auf Annäherung oder Fingerberührung: So fühlt es sich bei der Bedienung der Touchscreens an, als würde man eine mechanische Taste drücken. Ermöglicht wird dies durch einen elektromagnetischen Aktuator, Klickgeräusche und Animationen sowie Farbveränderungen. Der obere Touchscreen des MMI beinhaltet die Infotainment-Systeme, das untere eignet sich durch seine Position optimal für die Handschrifteingabe. Die Kunden steuern die Systeme intuitiv – in Anlehnung an die Tablet- und Smartphone-Nutzung. Ein optionales Head-up-Display blendet die Navi-Details zusätzlich im direkten Sichtfeld auf der Windschutzscheibe ein.

Ein Computer zum Fahren?

Interieur Concept Car Audi Aicon

Im Aicon werden neue Technologien wie die Sprachsteuerung immer wichtiger.

Künstliche Intelligenz trifft Audi A8: Die Software im A8 erkennt bereits heute logische Zusammenhänge und analysiert Befehle in einer Cloud. So kann der Fahrer per Sprachsteuerung die Klimaanlage steuern oder dem System nachträglich ins Wort fallen. An diesen und künftigen Technologien arbeiten heute etwa 200 Audi-Mitarbeiter der Abteilung User Experience und User Interface.

Besonders Studien zum autonomen Fahren verändern die Anforderungen an die Bedienelemente: Fährt man beispielsweise seinen Sitz im Audi Aicon in eine angenehme Liegeposition und damit in einige Entfernung zum Cockpit, werden neue Technologien wie die Sprachsteuerung, rundum laufende Bildschirme, Fernbedienungen, 3-D-Bedienelemente, VR und Holographie immer wichtiger. Werden wir das Cockpit der Zukunft dann überhaupt noch greifen können?

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