AUDI AG

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Wissenschaft im Dialog

Der Siegeszug des Autos in Lateinamerika – vom Luxusgut zum Massenprodukt

21. Februar 2017 , 18 Uhr

Audi Konferenz Center Ingolstadt

Prof. Dr. Thomas Fischer

Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Lehrstuhl für Geschichte Lateinamerikas

War im 19. Jahrhundert noch die Eisenbahn für die Mobilität des Menschen zentral, so übernahm diese Rolle im 20. Jahrhundert das Automobil. In Lateinamerika, das alle Länder von Mexiko bis Argentinien umfasst, wurden ursprünglich fast ausschließlich Kraftfahrzeuge aus den USA importiert. Ab den 1950er Jahren stieg der Absatz rasant an, so dass sich die Produktion schließlich nach Lateinamerika verlagerte. Auch deutsche Unternehmen entdeckten diesen Markt und spielen dort seit jener Zeit eine große Rolle.

In dem Vortrag wird auf wirtschaftliche Rahmenbedingungen, staatliche Regelungen, industrielle Interessen und Konsumverhalten der Kunden in der genannten Region eingegangen. Der „Siegeszug“ des Autos in Lateinamerika ist ebenso wie in anderen Ländern und Regionen mit Fortschrittsmythen sowie individuellen Vorstellungen und Werten verknüpft. So wird – anders als in Europa – Volkswagen do Brasil trotz seiner deutschen Herkunft mittlerweile als eine brasilianische Firma gesehen. Zusätzlich unterscheiden sich die Rahmenbedingungen in Lateinamerika von denen in Europa durch das spätere Entstehen einer gesellschaftlichen Mittelklasse, ein weniger entwickeltes Eisenbahnnetz auf dem Land und wiederholte konjunkturelle Schwankungen.

Um gegenwärtige und zukünftige Entwicklungen und Herausforderungen der Automobilindustrie in Lateinamerika besser zu verstehen, ist ein Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung, den kulturellen Wandel und die Besonderheiten Lateinamerikas notwendig.