AUDI AG

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Vier Ringe – Audi

Eines der Erfolgsrezepte der noch jungen Auto Union war die präzise Zuordnung der einzelnen Marken zu einem bestimmten Marktsegment, um so eine aufeinander abgestimmte Modellpalette präsentieren zu können. Innerhalb der Marke Audi entstand auf diese Weise der Audi Front Typ UW, ein Automobil der Mittelklasse, bei dem der neue Konzern erstmals Synergieeffekte nutzen konnte.

Wichtigstes Merkmal des neuen Audi war der Frontantrieb. Hier hatte man die Erfahrungen mit dem DKW Vorderradantrieb auf ein Mittelklassefahrzeug übertragen. Als Antrieb diente ein von Ferdinand Porsche entwickelter Wanderer 2-Liter-Sechszylindermotor, die Karosserie der Limousine stammte aus dem Horch Karosseriebau, während die Cabriolets von dem renommierten Karosseriehersteller Gläser aus Dresden kamen.

Der Audi Front Typ UW – die Bezeichnung steht für Typ U mit Wanderermotor – ging schließlich im Frühjahr 1933 in Serie. Ein Jahr später wurde die Audi Produktion in das nahe gelegene Horch Werk verlagert, um im Werk Audi Platz für die steigende Produktion der DKW Frontwagen zu schaffen. Technisch überarbeitet und mit einem leistungsgesteigerten 2,3-Liter Wanderer Motor ausgerüstet, wurde zur Berliner Automobilausstellung 1935 der neue Audi Front 225 vorgestellt, der bis 1938 im Programm blieb. Auch das Nachfolgemodell Audi 920 wies deutliche Merkmale eines Baukastensystems auf. Das Fahrgestell, jetzt wieder mit konventionellem Hinterradantrieb, entsprach, wie auch die modern gestaltete Karosserie, im Wesentlichen dem Wanderer Sechszylindertyp W 23. Der elegante Wagen verfügte über einen bei Horch entwickelten Reihen-Sechszylinder-OHC-Motor, während die Hinterachse nach dem DKW Schwebeachsenprinzip konstruiert war. Im Dezember 1938 liefen die ersten Wagen des neuen Typs im Auto Union Werk Horch vom Band. In kürzester Zeit konnte sich der Audi 920 erfolgreich auf dem Markt platzieren.

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs fand dieser Erfolg ein jähes Ende. Die Produktion von Zivilfahrzeugen wurde fast vollständig zurückgefahren und der Konzern auf Rüstungsproduktion umgestellt. Hierfür wurden auch Zwangsarbeiter, KZ-Häftlinge und Kriegsgefangene eingesetzt. Im April 1940 lief der letzte Audi vom Band. Für ein Vierteljahrhundert sollte dies das letzte Audi Automobil sein.