Fokus auf die Zukunft
missing translation: fa.article-intro.reading-time – 03/17/2026

Audi CEO Gernot Döllner vor dem Audi Concept C*
Herr Döllner, welche Überschrift trägt das Jahr 2025 für Audi?
„Aufbruch“. Sowohl bei der Erneuerung unserer Produkte als auch des Unternehmens haben wir im vergangenen Jahr richtig Tempo aufgenommen und viel geschafft. Sicherlich sind wir noch nicht da, wo wir hinwollen und hingehören. Doch nachhaltiger Erfolg braucht Zeit und der Kurs stimmt.
Im Herbst 2025 haben Sie mit dem Audi Concept C*, einem Konzeptfahrzeug in komplett neuem Design, für Aufmerksamkeit gesorgt. Welche Rolle spielt das Modell?
Design war und ist einer der wichtigsten Kaufgründe für unsere Kunden. Audi hat hier in der Vergangenheit immer wieder Maßstäbe gesetzt. Mit dem Audi Concept C¹ tun wir genau das nun erneut. Die neue Designphilosophie mit dem radikalen Fokus auf Klarheit wird alle Modelle in Zukunft prägen. Das Beste: Das Auto – ein emotionaler, elektrischer Sportwagen – wird gebaut und kommt in knapp zwei Jahren auf die Straße. Ich bin überzeugt, dass dieses Modell das Potenzial hat, identitätsstiftend für die Marke zu werden.
Audi hat also einen Plan für künftige Modelle. Wie steht es um das aktuelle Portfolio?
Audi präsentiert sich mit einem starken Angebot. Wir haben in den vergangenen zwei Jahren über 20 neue Modelle auf den Markt gebracht und reduzieren damit mittelfristig das durchschnittliche Portfolioalter um rund drei Jahre. Das verbessert unsere Position im Wettbewerb erheblich. Zudem war die Entscheidung, auf einen Dreiklang aus neuen E-Modellen, einer komplett neuen Generation an Verbrennern und Plug-in-Hybriden zu setzen, goldrichtig. So haben wir jetzt die nötige Flexibilität, um auf dem Weg hin zu einem rein elektrischen Portfolio unterschiedliche Kundenbedürfnisse zu erfüllen.
Ist diese Modelloffensive jetzt abgeschlossen?
2025 haben wir wichtige Modelle mit Verbrennungsmotor wie den Audi A6 und den Audi Q3 erneuert und zahlreiche neue Plugin-Hybridmodelle wie den Audi A3, den Audi A5, den Audi A6, den Audi Q3 und den Audi Q5 auf den Markt gebracht. Sie bieten hohe elektrische Reichweiten für die häufigsten alltäglichen Fahrstrecken. An diese Modelloffensive knüpfen wir 2026 mit weiteren starken Fahrzeugen an. Unter anderem werden wir mit einem elektrischen Einstiegsmodell auf der einen und dem ersten SUV im prestigeträchtigen D-Segment auf der anderen Seite unser Portfolio klar abstecken. Gerade die kommenden Oberklasse-SUV sind übrigens für unsere Marktpositionierung in den USA sehr bedeutsam.
Stichwort USA: Wie wichtig wäre ein eigenes Werk vor Ort?
Mit Blick auf unsere drei Kernregionen – Europa, China und Nordamerika – sind die USA der Markt, in dem wir für uns mittelfristig das größte Potenzial sehen. Entsprechend haben wir uns ambitionierte Ziele gesetzt, dort zu wachsen. Vor Ort im Markt zu produzieren und präsent zu sein, ist dafür ein wichtiger Pluspunkt und stärkt die Glaubwürdigkeit bei den amerikanischen Kunden.

Audi A6 Avant e-hybrid quattro 270 kW: Kraftstoffverbrauch (gewichtet kombiniert): 2,9–2,4 l/100 km; Stromverbrauch (gewichtet kombiniert): 16,3-15,4 kWh/100 km; CO2-Emissionen (gewichtet kombiniert): 66-54 g/km; CO2-Klasse (gewichtet kombiniert): B; Kraftstoffverbrauch bei entladener Batterie (kombiniert): 7,7-6,9 l/100 km; CO2-Klasse bei entladener Batterie: F
Audi A6 Limousine e-hybrid quattro 270 kW: Kraftstoffverbrauch (gewichtet kombiniert): 2,8–2,2 l/100 km; Stromverbrauch (gewichtet kombiniert): 16,1-15,2 kWh/100 km; CO2-Emissionen (gewichtet kombiniert): 63-51 g/km; CO2-Klasse (gewichtet kombiniert): B; Kraftstoffverbrauch bei entladener Batterie (kombiniert): 7,5-6,7 l/100 km; CO2-Klasse bei entladener Batterie: F-E
Audi A6 Avant e-hybrid quattro 270 kW: Kraftstoffverbrauch (gewichtet kombiniert): 2,9–2,4 l/100 km; Stromverbrauch (gewichtet kombiniert): 16,3-15,4 kWh/100 km; CO2-Emissionen (gewichtet kombiniert): 66-54 g/km; CO2-Klasse (gewichtet kombiniert): B; Kraftstoffverbrauch bei entladener Batterie (kombiniert): 7,7-6,9 l/100 km; CO2-Klasse bei entladener Batterie: F
Audi A6 Limousine e-hybrid quattro 270 kW: Kraftstoffverbrauch (gewichtet kombiniert): 2,8–2,2 l/100 km; Stromverbrauch (gewichtet kombiniert): 16,1-15,2 kWh/100 km; CO2-Emissionen (gewichtet kombiniert): 63-51 g/km; CO2-Klasse (gewichtet kombiniert): B; Kraftstoffverbrauch bei entladener Batterie (kombiniert): 7,5-6,7 l/100 km; CO2-Klasse bei entladener Batterie: F-E
Auf der anderen Seite hält in China der enorme Wettbewerbsdruck durch neue Marken an. Wie behauptet sich Audi in China in diesem Umfeld?
Wir haben unser Geschäftsmodell dort in den vergangenen Monaten fundamental überarbeitet und gestärkt. Mit unseren chinesischen Partnern FAW und SAIC sind wir sehr gut aufgestellt, um an der Dynamik des E-Auto-Marktes zu partizipieren und gleichzeitig ein starker Player im Geschäft mit Verbrennern zu bleiben. Auch in China ist unsere Modelloffensive 2025 angekommen, mit gezielt auf die Bedürfnisse der chinesischen Kunden zugeschnittenen Modellen, wie dem Audi A5L* und dem Audi A5L Sportback*, dem Audi Q5L*, dem Audi Q6L e-tron* und dem Audi A6L e-tron*. Das ist die erste Generation Elektroautos, die wir in unserem neuen Werk in China lokal produzieren. Parallel dazu läuft der Roll-out der China-exklusiven Modelle der Schwestermarke AUDI, mit denen wir als erster deutscher Hersteller mit einer eigens dafür gegründeten Marke in das New-Energy-Vehicle-Segment in China eingestiegen sind. Das erste Modell ist auf der Straße, das zweite führen wir in der ersten Jahreshälfte 2026 in den Markt ein und bis Ende 2026 zeigen wir das dritte.
Chinesische Hersteller legen nach wie vor in vielen Bereichen deutlich mehr Innovationstempo an den Tag als deutsche. Wie will Audi Schritt halten?
Chinesische Marken definieren derzeit in vielen Bereichen das Tempo im Wettbewerb. Das ist die Messlatte, die wir erreichen müssen – natürlich auf unserem eigenen Weg, mit unseren Werten und Stärken. Wir legen den Fokus auf unsere wettbewerbsdifferenzierenden Merkmale: Design, Qualität, Sicherheit und Fahrerlebnis. Der AUDI E5 Sportback*, also das erste Modell unserer Chinamarke, zeigt, dass wir das Tempo mitgehen können, wenn wir gemeinsam vor Ort entwickeln. Das Modell entstand zusammen mit dem chinesischen Partner SAIC in 30 Prozent kürzerer Entwicklungszeit. Im April 2026 feiert bereits das nächste Modell, der AUDI E7X*, seine Premiere.
„In erster Linie ist entscheidend, dass wir profitabel wachsen. Unsere Ambition: Bis 2030 streben wir eine Rendite von zehn Prozent an.
Gernot Döllner, Vorsitzender des Vorstands der AUDI AG
Im Herbst 2025 haben Sie eine neue Strategie vorgestellt. Was sind wichtige Eckpunkte?
Unsere neue Strategie macht klar, wo wir mit „Vorsprung durch Technik“ hinwollen, und zugleich, wie wir uns als Unternehmen aufstellen müssen, um 2030 wieder mit einem Geschäftsmodell zu arbeiten, das für echten Vorsprung steht, das anpassungsfähig, belastbar und zukunftsgerichtet ist. Ziel ist es, einen radikalen Sprung in Design und Angebot zu machen. Deshalb stellen wir das, was uns stark gemacht hat, also Design, Qualität und Fahrverhalten, wieder stärker in den Mittelpunkt. Um mehr Tempo in Zukunftsfeldern, wie der wettbewerbsentscheidenden Disziplin, dem Software-Defined-Vehicle, aufzunehmen, setzen wir auf starke Partnerschaften. Das beste Beispiel ist die Kooperation im Joint Venture mit Rivian. Schon heute sehen wir, wie stark wir von der Zusammenarbeit mit den Entwicklern im Silicon Valley und von einer performanten Elektronikplattform profitieren. Bereits 2028 soll der erste Audi mit der neuen Elektronikarchitektur kommen.
So viel zu Produkt und Technik. Was sind die konkreten Ziele für das Unternehmen?
Es gilt, dem Unternehmen eine tragfähige Dimensionierung zu geben, die die Wachstumsmöglichkeiten beim Absatz in den Regionen realistisch widerspiegelt. Entsprechend haben wir uns ambitionierte, aber erreichbare Ziele beim Volumenwachstum gesetzt. In erster Linie ist jedoch entscheidend, dass wir profitabel wachsen. Unsere Ambition: Bis 2030 streben wir eine Rendite von zehn Prozent an. Das ist im Hinblick auf die Herausforderungen im Markt und die umfangreiche Transformation des gesamten Unternehmens ambitioniert, aber machbar. Neben attraktiven Produkten müssen wir die Restrukturierung und Kostendisziplin weiter mit voller Kraft umsetzen, Kosten reduzieren, indem wir Komplexität abbauen und Konzernsynergien stärker nutzen.

Rennlackierung des neuen Formel 1 Autos Audi R26

Audi CEO Gernot Döllner neben dem Audi R26 in Rennlackierung
Rennlackierung des neuen Formel 1 Autos Audi R26
Audi CEO Gernot Döllner neben dem Audi R26 in Rennlackierung
„Mich begeistert das Mindset: absoluter Fokus auf Performance und Teamgeist.
Gernot Döllner, Vorsitzender des Vorstands der AUDI AG
Mit Strategien ist es so eine Sache. Oft scheitert es an der Umsetzung …
Das stimmt. Deshalb haben wir die Umsetzbarkeit von Anfang an mitgedacht. Erfolgsfaktor Nummer eins ist für mich hier Bodenständigkeit. Wir bauen keine Luftschlösser, sondern fokussieren uns auf unser Kerngeschäft – Premiumautomobile – und wir schauen mit einem realistischen Zeithorizont von fünf Jahren in die Zukunft. Zudem ist unsere Strategie anschlussfähig. Sie setzt nahtlos auf bestehenden Strukturen und Prozessen auf. Sie eröffnet also keine Parallelwelt, sondern ist fest in der Organisation verankert. Wir übersetzen die wichtigsten Ziele aus der Strategie jährlich in einen Zehn-Punkte-Plan und leiten davon die Prioritäten für die einzelnen Geschäftsbereiche ab. So verankern wir die Ziele der Strategie tief in der gesamten Organisation und stellen die operative Umsetzung der Strategie in den Teams sicher.
Herr Döllner, zum Abschluss: Worauf freuen Sie sich 2026 besonders?
Als Audi Anfang März zum ersten Mal in der Startaufstellung bei der Formel 1 in Melbourne stand, war das für mich persönlich ein sehr emotionaler Moment. Ganz vielen Audianerinnen und Audianern ging es genauso. Die Entscheidung für den Formel-1-Einstieg haben wir 2022 ganz bewusst getroffen. Wir stärken damit unsere globale Präsenz insbesondere in wachstumsstarken Märkten. Und wir sprechen neue Kundengruppen an. Technikaffine Menschen und Sportenthusiasten, die wir mit unserem Fokus auf Innovation begeistern wollen. Ich freue mich, dass in diesem Jahr noch viele weitere Rennen folgen werden. Vor allem begeistert mich das Mindset des Formel-1-Teams: absoluter Fokus auf Performance und Teamgeist. Ich bin sicher, dass unser Einstieg in die Königsklasse des Motorsports die globale Begehrlichkeit der Marke steigern und zugleich ein Treiber sein wird, ganz Audi schneller, schlanker und noch innovativer zu machen.
Vielen Dank, Herr Döllner, für das Gespräch.
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