Die elektrische und digitale Zukunft fest im Blick

Durch seine langjährige Erfahrung weiß Jürgen Rittersberger, vor welchen Herausforderungen Audi steht, aber auch, welche Möglichkeiten sich für Audi bieten. Im Interview berichtet er davon, was aus seiner Sicht für die Zukunft von Audi wichtig ist.

09.07.2021 Interview: Jan-Eric Hartmann – Foto: AUDI AG
Talking Sustainable Business Lesezeit: 3 min

Talking Sustainable Business Key Facts

  • Audi profitiert von Synergien und ist als Pionier für den Einsatz neuer Technologien auch Treiber im Konzern
  • Mit sieben strategischen Feldern bereitet der CFO Audi auf die Zukunft vor
  • Fokus vermehrt auch auf ESG Themen

Jürgen Rittersberger

Jürgen Rittersberger ist seit 01. April 2021 Vorstand für Finanz und Recht der AUDI AG

Herr Rittersberger, vielleicht starten wir mit einer Vorstellung: Wer ist der Mann hinter dem Titel Audi CFO?
Jürgen Rittersberger:
Zumindest vom Studienhintergrund womöglich nicht das, was man traditionell erwarten würde: Als Wirtschaftsinformatiker bin ich wohl eher eine Ausnahme auf dieser Position. Allerdings half mir genau diese Kombination aus zwei Themenbereichen, bereits früh in meiner Karriere eine gesamtunternehmerische Perspektive einzunehmen. Da ich während meiner beruflichen Laufbahn stets in Bereichen der Finanz- und Unternehmenssteuerung tätig war, konnte ich davon immer profitieren.

Meinen beruflichen Werdegang startete ich in einem Bauunternehmen, bevor ich im Jahr 2002 zur Porsche AG wechselte. Dort war ich im Bereich strategische Projekte, dem Beteiligungsmanagement und zuletzt als Leiter der Unternehmensentwicklung tätig, bevor ich im Jahr 2018 in Wolfsburg die Leitung der Volkswagen Konzernstrategie und des Generalsekretariats übernommen habe. Nun bin ich seit 100 Tagen CFO bei Audi in Ingolstadt, aus meiner Sicht eine der spannendsten Marken im Konzern.

 

Ursprünglich komme ich aus dem Norden von Baden-Württemberg. Meine Freizeit verbringe ich gerne mit meiner Familie, aber auch leidenschaftlich gern mit Motorradausfahrten. Selbstverständlich auf einer Maschine aus dem Hause Ducati.

 

Sie kennen den Volkswagen Konzern ja bereits aus verschiedenen Perspektiven: Welche Rolle spielt Audi als Teil des großen Ganzen?
Audi ist als Premiummarke im Volkswagen Konzern Pionier beim Einsatz neu entwickelter Technologien. Wir leisten damit einen großen Beitrag, Innovationen innerhalb des Konzerns voranzutreiben, vor allem in Bezug auf die Zukunftsthemen Elektromobilität und Digitalisierung.

 

Im Bereich Elektromobilität sprechen der Erfolg des Audi e-tron und auch der weiteren BEV-Modelle, wie der Audi Q4 e-tron oder der Audi e-tron GT, für sich. Und glauben Sie mir, wir haben noch einiges mehr an attraktiven Elektromodellen geplant. Denn wir verfolgen das Ziel, ab 2026 keine neuen Verbrenner mehr auf den Markt zu bringen.

 

Aber Audi ist vor allem auch die einzige Marke im Premiumsegment, die von umfassenden Konzernsynergien profitieren kann. So machen wir gerade den nächsten Schritt mit der Premium Platform Electric (PPE), die wir gemeinsam mit Porsche entwickeln. Die PPE ist ausschließlich für den batterieelektrischen Antrieb konzipiert und ermöglicht eine große Vielfalt an elektrischen Modellen. Erste Audi Serienfahrzeuge auf PPE-Basis stellen wir ab dem zweiten Halbjahr 2022 vor. Die Fertigung ist bei Audi in Ingolstadt und später auch in China geplant.

 

Von Konzernsynergien profitieren wir ebenso im Bereich Digitalisierung. Ein Beispiel hierfür ist die End-to-End-Elektronikarchitektur E3 2.0 von CARIAD. Das Unternehmen ist innerhalb des Volkswagen Konzerns markenübergreifend für Grundentwicklungen beim Thema Konnektivität und Software im Fahrzeug verantwortlich. Auf dieser Basis entwickeln die Marken Zusatzfunktionen, die dem jeweiligen Kund_innenanspruch und der Markenpositionierung gerecht werden. Audi profitiert also von Synergien, ohne dass dabei Kompromisse beim Audi typischen Produkterlebnis eingegangen werden. Als Ersteinsetzer sind wir außerdem bereits sehr früh in die Entwicklung mit eingebunden und beide Seiten profitieren von gegenseitigem Know-how. Damit hat unsere Marke auch eine besondere Verantwortung – für die Transformation des Konzerns einerseits, aber andererseits auch für die Transformation der gesamten Automobilindustrie. Denn diese Transformation, davon bin ich überzeugt, kann nur top-down aus dem Premiumsegment gelingen.

 

Aber auch mit finanzieller Performance leistet Audi – bei einem Ergebnisanteil von rund 30 Prozent im ersten Quartal 2021 – einen großen Beitrag zum Operativen Konzernergebnis, was mich natürlich besonders freut. Darüber hinaus steuert Audi innerhalb des Volkswagen Konzerns die Markengruppe Premium und damit die erfolgreichen Marken Ducati, Lamborghini und Bentley. Somit sind wir ein wichtiger Teil des Ganzen.

Audi Q4 e-tron: Stromverbrauch kombiniert*: 18,2–15,8 kWh/100km (NEFZ); 21,3–17,0 kWh/100km (WLTP)CO₂-Emissionen kombiniert*: 0 g/km

Audi e-tron GT quattro: Stromverbrauch kombiniert*: 19,6–18,8 kWh/100km (NEFZ); 21,8–19,9 kWh/100km (WLTP)CO₂-Emissionen kombiniert*: 0 g/km

Audi Q4 e-tron: Stromverbrauch kombiniert*: 18,2–15,8 kWh/100km (NEFZ); 21,3–17,0 kWh/100km (WLTP)CO₂-Emissionen kombiniert*: 0 g/km

Audi e-tron GT quattro: Stromverbrauch kombiniert*: 19,6–18,8 kWh/100km (NEFZ); 21,8–19,9 kWh/100km (WLTP)CO₂-Emissionen kombiniert*: 0 g/km

Audi ist als Premiummarke im Volkswagen Konzern ein wichtiger Treiber von Zukunftsthemen wie Elektromobilität und Digitalisierung.

Jürgen Rittersberger

Was ist aus Ihrer Sicht kurzfristig, also für 2021 und 2022, wichtig?
Die letzten Monate waren durch Herausforderungen wie die Coronapandemie und Engpässe in der Halbleiterversorgung geprägt. Aber unser Ergebnis im ersten Quartal beweist, dass wir auf dem richtigen Weg sind und selbst in der Krise Stärke zeigen. Damit das so bleibt, konzentrieren wir uns insbesondere auf zwei Punkte: ergebnisorientierte Volumensteuerung und die Sicherstellung der operativen Performance.

 

Bezogen auf Ersteres optimieren wir fortlaufend und margenorientiert unseren Modellmix in den Märkten. Eine vorausschauende Planung unserer Werkbelegung und die Priorisierung in der Teileversorgung sind hier wichtige Stellhebel. Gleichzeitig behalten wir die Lagersituation im Blick, insbesondere in Zeiten von Lieferengpässen. Durch die Anstrengung und die Zusammenarbeit aller Audianer_innen konnten wir die Herausforderungen bisher sehr gut bewältigen. Mein Dank hierfür gilt unseren Mitarbeitenden. 

 

Aber neben ergebnisorientierter Absatzplanung müssen wir auch unser Unternehmen wettbewerbsfähig halten. Zusätzlich zur Optimierung unserer Fixkosten und Sachinvestitionen wollen wir deshalb künftig auch unser Working Capital noch aktiver steuern. Bei der Absicherung unserer operativen Performance helfen uns die Programme Audi Transformationsplan (ATP) und Audi.Zukunft.

 

Die Coronapandemie haben wir als Chance genutzt und uns auf die Themen fokussiert, die wirklich wichtig sind. Denn wir werden uns nicht alles leisten können und wollen gleichzeitig unsere Investitionen in Zukunftsthemen auf hohem Niveau halten.

 

Wie ist Ihr Plan für die Zukunft, wo setzen Sie als CFO Ihren Fokus?
Die Zukunft birgt viel Potenzial für Audi und es liegt an uns, dieses Potenzial auszuschöpfen. Dazu gilt es, die Profitabilität unserer Produkte abzusichern, vor allem auch im Bereich der Elektromobilität. Wir sind hier auf einem sehr guten Weg und die Marge ausgewählter Elektromodelle liegt bereits heute auf dem Niveau vergleichbarer Verbrenner. Mit steigendem Volumen und technologischem Fortschritt wird sich die Kostenbasis von Elektrofahrzeugen weiter verbessern.

 

Aus meiner Sicht wettbewerbsdifferenzierend werden außerdem das hochautomatisierte Fahren und neue Geschäftsmodelle rund um diese Technologie sein. Auch hier stellt CARIAD die technische Basis zur Verfügung. Diese erweitern wir um markenprägende Funktionen, um damit ein Audi typisches Angebot für unsere Premiumkund_innen weltweit zu schaffen.

Zudem wollen wir die Präsenz in unserem wichtigsten Einzelmarkt China weiter ausbauen: Mit der Anfang 2021 neu gegründeten Audi FAW NEV Company stärken wir unsere Positionierung als Hersteller vollelektrischer Premiumfahrzeuge. In Zukunft produzieren wir in China Fahrzeuge auf Basis der PPE. Darüber hinaus erweitern wir gemeinsam mit unseren chinesischen Partnern FAW und SAIC unser lokal produziertes Produktangebot.

 

Ein mir auch persönlich wichtiges Ziel ist es, unser bestehendes Engagement im Bereich Nachhaltigkeit weiter zu verstärken. Die Klimaerwärmung betrifft uns alle persönlich. Aber auch am Kapitalmarkt und in der Gesellschaft hat ESG (Environment, Social, Governance) rasant an Bedeutung gewonnen. Wir wollen daher noch klarer auf diese Themen fokussieren und haben dies auch in unserer Unternehmensstrategie verankert. Ich freue mich, an diesen Herausforderungen gemeinsam mit dem hochmotivierten Audi Team zu arbeiten!

Einordnung zum ersten Quartal 2021

Wirtschaften & Integrität 07.05.2021

Einordnung zum ersten Quartal 2021

Audi mit starkem Momentum im ersten Quartal 2021. Der neue CFO Jürgen Rittersberger ordnet die Kennzahlen ein.

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