Audi in Győr: eine ungarische Erfolgsgeschichte

Der Standort Győr gehört zu Audi wie Yin zu Yang oder die Freiheitsstatue zu den USA. Und das seit 1993. Laszlo Juhász, Leiter der Montage Audi Hungaria, ist seit der Gründung mit dabei. Audi-Autor Andreas Wittke hat sich mit ihm über die Erfolgsgeschichte des Werks in Ungarn unterhalten.

25.04.2019 Lesezeit: 4 min

Produktion Audi TT
Trotz Automatisierung schreibt Audi Hungaria auch personalbezogen große Zahlen: Im Jahr 2018 wurde der 13.000ste Mitarbeiter an Bord geholt.

Seit 2018 fährt in Győr mit dem Audi Q3 das erste in Ungarn hergestellte SUV-Modell vom Band. Das zuvor Geleistete kann sich aber auch sehen lassen: Seit der Gründung des Werks im Jahr 1993 produzierte Audi Hungaria mehr als 33.000.000 Motoren, das entspricht etwa 5,6 Milliarden PS. Seit 1998 fuhren mehr als eine Million Autos vom Band – nebeneinander aufgereiht würden diese von Győr bis nach Dakar reichen. Von dieser atemberaubenden Entwicklung hat Audi vor einem viertel Jahrhundert nur träumen können. Audi-Autor Andreas Wittke erinnert sich mit Laszlo Juhász an die spannende Zeit zurück.

Mitarbeiter der ersten Stunde bei Audi Hungaria: Laszlo Juhász

Kein Smartphone, kein Internet – die Welt drehte sich damals noch etwas langsamer. Ich war acht Jahre alt und spielte noch mit meinen Matchbox-Autos und machte mir wenig Gedanken darüber, wie echte Autos gebaut werden. Laszlo Juhász war 25 Jahre alt und dachte sehr wohl darüber nach. Er hatte gerade sein Maschinenbau-Studium in Magdeburg abgeschlossen und Deutsch gelernt. Jetzt war es für ihn an der Zeit, „die Welt zu erobern“, wie er selbst sagt.

Heute sitzt mir Laszlo Juhász als gereifter, erfahrener Mann gegenüber. Der Leiter der Montage Audi Hungaria hat mehr als 1000 Mitarbeiter unter sich und erzählt mir in perfektem Deutsch, wie er zu Audi kam. „Ich las 1993 die Stellenanzeige von Audi, die gerade eben das Werk in Győr eröffnet hatten und dachte: ‚Die suchen genau mich!‘“, erinnert sich Juhász. Er bewarb sich und erhielt eine Einladung. Nach dem Gespräch war klar: Er will Audi und Audi will ihn – in welcher Funktion jedoch wussten beide noch nicht. Eine perfekte Beziehung befand sich noch in ihrer zarten Blüte.

Porträt Laszlo Juhasz, Leiter der Logistik Audi Ungarn
Laszlo Juhász ist seit der Gründung von Audi Hungaria dabei - nun ist er dort Leiter der Montage und hat 1.000 Mitarbeiter unter sich.

Großes Unternehmen in kleiner Stadt: Audi macht Győr „schick“

Juhász wurde als Logistikingenieur eingestellt und erhielt die Stammnummer 9 – das bedeutet, dass er der neunte Mitarbeiter ist, der bei Audi Hungaria angefangen hat. An seinen ersten Tag kann er sich noch erinnern, als wäre es gestern gewesen: „Das erste Büro befand sich damals in der dritten Etage eines Hauses. Ich kam morgens im feinen Anzug und musste erst einmal Möbel schleppen“, erinnert er sich lachend. „Wir waren am Anfang etwa zehn junge, freche Ingenieure. Für uns bedeutete der Job bei Audi eine riesige Chance.“

Ein großes Unternehmen mit Weltruf in einer kleinen Stadt in Ungarn – der Bau des Werks veränderte vieles in der Region. Die Infrastruktur etwa wurde enorm ausgebaut: Heute ist Győr der Knotenpunkt zwischen dem Westen und dem Balkan, gelegen zwischen Wien und Budapest. Auch die Innenstadt selbst verwandelte sich: Laut Juhász sieht Győr heute „viel schicker“ aus. Immer mehr Dienstleister, Restaurants oder Hotels siedelten sich an, die Stadt wurde größer. Heute wohnen hier etwa 131.000 Menschen, viele davon sind Audianer. Juhász selbst wohnt in einem kleinen Ort vor den Toren Győrs. Auch seine Frau und sein Sohn arbeiten im Werk. „Audi hat den Menschen hier neue Möglichkeiten gegeben“, sagt Juhász. Stand 31. Dezember 2018, beschäftigt Audi Hungaria 13.084 Mitarbeiter und das Werk soll weiter wachsen.

Versammlung Audi Hungaria
Hier wird der Grundstein für eine Erfolgsgeschichte gelegt: 1993 beim Vertragsschluss über den Kauf des Industriegeländes sowie die Rahmenbedingungen der Investition.

Direkt und indirekt sichert das Unternehmen Arbeit für 30.000 Menschen. Anfang der 1990er Jahre lag die Arbeitslosenquote in der Region bei etwa 20 Prozent, heute herrscht beinahe Vollbeschäftigung.

Audi unterstützt auch kulturelle und sportliche Aktivitäten in Győr, zum Beispiel als Sponsor der erfolgreichen Damen-Handballmannschaft, des Balletts oder als Kooperationspartner der Hochschule Győr. Auch deswegen genießt Audi in Ungarn einen exzellenten Ruf. „Heute ist das ganze Land stolz darauf, wie sich die Region entwickelt hat. Das einzige, worum uns keiner beneidet, sind die gestiegenen Preise“, erzählt Juhász schmunzelnd.

Ungarisches Erfolgsrezept bei Audi: fleißig und lernhungrig sein

Einen großen Meilenstein erreichte das Werk 2001 mit der Eröffnung der Motorenentwicklung, seit 2013 ist Győr ein komplettes Fertigungswerk. Laszlo Juhász hat sich gemeinsam mit Audi Hungaria weiterentwickelt: Seit 1997 arbeitet er im Management, heute ist er Leiter der Fahrzeugmontage.

Auf die Nachfrage, was die Mitarbeiter des Werks in Győr auszeichnet, muss Juhász nicht lange überlegen und erklärt mit einem Schmunzeln: „Wir sind jung, fleißig und lernhungrig. Das ist unser Erfolgsgeheimnis.“ Auch auf Basis dieser Fertigkeiten konnte sich Audi Hungaria seit damals vom mittelständischen Unternehmen zum größten Motorenwerk für die Vier Ringe entwickeln. Laszlo Juhász hat einen nicht geringen Teil dazu beigetragen.

Audi Hungaria Produktionsmitarbeiter bei Arbeit an Montageband
Ausgezeichneter Arbeitsplatz: Audi Hungaria erhielt bereits zahlreiche Arbeitgeberpreise.

Audi in Ungarn: Die Erfolgsgeschichte geht weiter

Das Jubiläumsjahr 2018 war ein spannendes Jahr für das Unternehmen: Wie bereits erwähnt, startete die Serienproduktion des Audi Q3. Als wesentliches Zukunftsprojekt hat in Győr zudem die Serienproduktion der Elektroantriebe begonnen. Damit ist Audi Hungaria das Leitwerk für die E-Motoren-Fertigung im Audi Konzern und setzt mit der Elektromobilität Trends in der ungarischen Automobilindustrie.

Audi Hungaria produziert seit 1994 Motoren für den Audi- und Volkswagen-Konzern. Seither entwickelte sich das Unternehmen zum weltweit größten Motorenwerk. Bis heute haben die Mitarbeiter in Győr über 30 Millionen Motoren gefertigt. 2016 wurde der bei Audi Hungaria produzierte 2,5-Liter-TFSI-Motor zum „International Engine of the Year“ in der 2- bis 2,5-Liter-Kategorie gewählt. Der Fünfzylinder gewann die Auszeichnung damit bereits zum siebten Mal in Folge. 2018 erweitert sich die Angebotspalette der Motorenproduktion mit der Serienproduktion von Elektromotoren in Győr. Das Kompetenzzentrum für die Produktion der E-Motoren ist bereits fertig, die Vorbereitungen für den Start der Serienproduktion sind in vollem Gange.

Andreas Wittke

Mit meinem geisteswissenschaftlichen Studium und der Liebe zur Rechtschreibung war der Weg zum Redakteur für mich vorgezeichnet. Nach einigen Jahren bei diversen Fachzeitschriften, Online-Redaktionen und Agenturen schreibe ich seit 2017 zu spannenden Themen spannende Blog-Artikel für Audi.

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