Wie Digitalisierung die Nachhaltigkeit in der Lieferkette stärkt

Audi nutzt mehrere Instrumente für das Risikomonitoring in der Lieferkette. Eines davon ist Künstliche Intelligenz.

22.04.2021 Lesezeit: 3 min

Unternehmerisches Handeln ist mit Risiken verbunden – es gilt, diese frühzeitig zu erkennen und stets so zu handeln, dass sie im Idealfall vermieden oder zumindest auf ein Minimum begrenzt werden. Audi hat risikobewusstes Handeln in seiner Unternehmensphilosophie verankert und überprüft die eigenen Kontroll- und Monitoring-Mechanismen kontinuierlich. Auch die Nachhaltigkeitsrisiken in der globalen Lieferkette hat das Unternehmen im Blick. Ziel ist es frühzeitig zu reagieren, sollte ein Zulieferunternehmen den vereinbarten Code of Conduct für Geschäftspartner nicht gewährleisten können.

 

Im Code of Conduct für Geschäftspartner hat Audi die Nachhaltigkeitsanforderungen für mehr als 14.000 direkte Zulieferunternehmen aus rund 60 Ländern definiert, mit dem Anspruch diese Anforderungen auch an die vorgelagerten Partnerunternehmen weiterzugeben. Die dort festgelegten Umwelt-, Sozial- und Compliance-Richtlinien sind Basis für die Zusammenarbeit und ein fester Bestandteil der Risikoprüfprozesse. Dazu gehört beispielsweise auch das Sustainability-Rating. Mit diesem Verfahren prüft Audi, ob die Vertragspartner_innen die Inhalte des Code of Conducts einhalten und ermittelt die Leistung der Zulieferunternehmen im Bereich Nachhaltigkeit. Eine Zusammenarbeit kommt nur bei einem positiven Ergebnis infrage.

„Nur wer die Nachhaltigkeitsrisiken in seiner Lieferkette kennt, kann ihnen auch wirksam begegnen.“

― Lukas Petersik, Spezialist für Nachhaltigkeitsrisiken bei Audi

Wir können nicht überall gleichzeitig sein

Beschwerden und Hinweise auf mögliche Verstöße gegen diese Nachhaltigkeitsanforderungen werden im Unternehmen sehr ernst genommen. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Speak-up Postfach. „Über das Postfach werden potentielle Verstöße gemeldet. Wir gehen dem Sachverhalt nach und arbeiten gemeinsam mit einer Gruppe von Fachleuten und dem betroffenen Unternehmen daran, Verstöße die im Zuge unserer Beschwerdemechanismen identifiziert wurden, zügig zu beheben“, sagt Petersik.

 

Das Monitoring der Lieferketten ist eine äußerst komplexe Aufgabe. Ständige Veränderungen sind die Regel. Der Status Quo der Zulieferunternehmen mitsamt ihren vorgelagerten Partnerunternehmen ändert sich immer wieder, einzelne Unternehmen scheiden aus, andere kommen hinzu. Vollständige Kontrolle ist deshalb unmöglich. Umso wichtiger ist es, mögliche Risiken zu verstehen und Zusammenhänge frühzeitig herzustellen. 

Susanne Lenz und Lukas Petersik, Team Nachhaltigkeit in der Lieferkette, im Gespräch 1

"Um verantwortungsvoll mit der Komplexität in unseren Lieferketten umzugehen, setzen wir auf starke Allianzen und neue Technologien."

― Susanne Lenz, Strategin für Nachhaltigkeit in der Lieferkette bei Audi

Audi betreibt deshalb ein ganzheitliches Risikomonitoring, das unterschiedliche Methoden und Systeme miteinander kombiniert. „Wir sind ein großes Unternehmen, das mit einer Vielzahl von Partnerunternehmen zusammenarbeitet. Das bringt auch eine große Verantwortung mit sich“, sagt Susanne Lenz, Strategin für Nachhaltigkeit in der Lieferkette bei Audi. „Um verantwortungsvoll mit dieser Komplexität umzugehen, setzen wir auf starke Allianzen und neue Technologien.“

 

Neben eher klassischen und reaktiven Kanälen wie dem Speak-up Postfach nutzt Audi vermehrt digitale Instrumente für ein automatisiertes und proaktives Monitoring. Gemeinsam mit Porsche und Volkswagen setzt Audi dafür zum Beispiel auf die Technik des österreichischen Start-ups Prewave: Das System sammelt öffentlich zugängliche Nachrichten in mehr als 50 Sprachen und aus rund 150 Ländern. Anschließend wertet eine Künstliche Intelligenz die Informationen semantisch aus und konsolidiert die verschiedenen Quellen. Die KI versteht den Sinngehalt der Meldungen und klassifiziert sie je nach Verdacht auf potenzielle Nachhaltigkeitsverstöße. Und weil die KI beständig dazulernt, verbessert das System seine Erkenntnisleistung für Hinweise auf sich entwickelnde Risiken stetig. 

Wissen was los ist

  

Der Algorithmus nutzt dabei öffentlich zugängliche Social-Media-Kanäle wie beispielsweise Twitter oder YouTube und wertet lokale Nachrichtenmedien aus. In der Regel werden sich abzeichnende Entwicklungen in den jeweiligen lokalen Kanälen bereits diskutiert, bevor die Informationen sich weiterverbreiten und Auftraggebende darüber informiert werden. Der Ansatz an der Quelle führt zu einem Informationsvorsprung.

Bereits heute analysiert die Künstliche Intelligenz für den Volkswagen Konzern Texte auf die semantische Relevanz in mehr als 50 lokalen und regionalen Risikokategorien. Die Palette ist dabei breitgefächert. Bei Kriterien aus der Kategorie „Soziales“ beispielsweise liegt ein Schwerpunkt auf arbeitsrechtlichen Entwicklungen, Unruhen in der Belegschaft, Kinderarbeit oder Diskriminierung am Arbeitsplatz. Relevante Kriterien aus dem Bereich „Umwelt“ speisen sich aus öffentlichen Daten unter anderem zu Luftverschmutzung, Wasserbeeinträchtigungen, Wasserverbrauch oder Abfallproblematiken. Und bei Themenfeldern wie Cyber Risk analysiert die KI Meldungen, die den Verdacht auf Cyberangriffe, Datenbetrug oder Datendiebstahl nahelegen. Bei jedem sich entwickelnden, möglichen Nachhaltigkeitsrisiko wird Audi automatisiert benachrichtigt. Im Unternehmen wird der Sachverhalt genau geprüft und Maßnahmen eingeleitet.

 

„Ein weiterer, entscheidender Vorteil des intelligenten und automatisierten Monitorings ist für uns die Schnelligkeit, mit der wir informiert werden. Weil wir Hinweise früher erhalten, können wir mögliche Nachhaltigkeitsrisiken für unsere Lieferkette rechtzeitig bewerten und schnell reagieren“, so Susanne Lenz. „Die Analyse umfangreicher Datenmengen mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz zeigt, wie Digitalisierung Risiken in unserer Lieferkette sichtbar machen kann. Mit Prewave nutzen wir ein lernfähiges, schlagfertiges Tool für mehr Transparenz und ein effizientes Monitoring der Nachhaltigkeitsvereinbarungen.“

 

Prewave ist seit Oktober vergangenen Jahres im Rahmen eines Pilotprojektes von Audi, Porsche und Volkswagen im Einsatz. Die Zuverlässigkeit und Prognosefähigkeit wird derzeit mit 5.000 Schlagworten bei mehr als 4.000 Zulieferunternehmen überprüft. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass es gelungen ist, ein intelligentes Frühwarnradar zu etablieren, um auf die sich täglich ändernden, dynamischen Risiken in den Lieferketten schnell zu reagieren.

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