Ingolstadt

Konsequenz in Sachen Nachhaltigkeit

Beim Thema Nachhaltigkeit zählt jeder Beitrag. Hildegard Wortmann, Vorständin Vertrieb und Marketing, und Peter Kössler, Vorstand Produktion und Logistik, arbeiten an der Vision einer CO₂-neutralen Mobilität. Das Interview.

14.05.2020 Lesezeit: 5 min

Hildegard Wortmann, Vorständin Vertrieb und Marketing, und Peter Kössler, Vorstand Produktion und Logistik
Nachhaltigkeit ist Teil der Strategie – und darüber zu sprechen ist ein wichtiges Anliegen: Hildegard Wortmann, Vorständin Vertrieb und Marketing, und Peter Kössler, Vorstand Produktion und Logistik

“Das Wichtigste beim Thema Nachhaltigkeit ist die Authentizität.”

Hildegard Wortmann, Mitglied des Vorstands der AUDI AG, Marketing und Vertrieb

Frau Wortmann, was haben Sie heute schon Nachhaltiges getan?
Hildegard Wortmann:
Jeder Beitrag zählt – auch wenn er noch so klein ist. Da gibt es ganz vielfältige Möglichkeiten, ich zum Beispiel vermeide konsequent Plastikflaschen und kaufe Obst und Gemüse saisonal und regional. Und auch meinen Arbeitsweg lege ich möglichst nachhaltig zurück: Mein Dienstwagen ist ein Plug-in-Hybrid.

Herr Kössler, wie nachhaltig war Ihr Tag bisher?
Peter Kössler:
Vor dem Start in den Arbeitstag versuche ich, Nachrichten zu lesen. Das mache ich mittlerweile meist über Smartphone oder Tablet, da ich viele Zeitungen und Zeitschriften nur noch digital abonniert habe. Ansonsten versuche ich auch, möglichst viel beim Einzelhandel einzukaufen und vermeide Onlineshopping. Denn auch das spart CO₂-Emissionen und ist in vielerlei Hinsicht nachhaltig.

Wir merken, dass Nachhaltigkeit für Sie beide nicht nur ein Punkt auf der To-do-Liste ist.
Hildegard Wortmann:
Das Wichtigste beim Thema Nachhaltigkeit ist die Authentizität. Kunden merken direkt, ob man ein Thema nur halbherzig angeht oder ob wirklich Substanz dahintersteckt.

Peter Kössler: Das gilt auch für uns als Unternehmen, wir verstehen das als unsere Verantwortung. Ein Eckpfeiler unserer Strategie heißt ganz bewusst: konsequent nachhaltig.

Wie drückt sich diese Konsequenz aus?
Peter Kössler:
Das Thema beschäftigt viele Mitarbeitende regelmäßig und das ist auch der Sinn. Bei Audi herrscht eine neue Unternehmenskultur und darin spielt das Bewusstsein für Nachhaltigkeit eine große Rolle. Als Automobilhersteller sind wir in einer Gesellschaft, für die Mobilität ein Grundbedürfnis ist, nicht nur ein Rädchen. Um es noch etwas plakativer auszudrücken: Wir alle drehen mit an diesem großen Rad.

Hildegard Wortmann: Wir sehen uns in der Position und auch in der Verantwortung, in die richtige Richtung zu steuern. Das erwarten unsere Kunden zu Recht von uns.

Peter Kössler, Vorstand Produktion und Logistik

Seit 1. September 2017 ist Peter Kössler Mitglied des Vorstands der AUDI AG. Er ist dort für das Ressort Produktion und Logistik verantwortlich.

Was glauben Sie: In welche Richtung entwickelt sich das Thema Nachhaltigkeit, zu dem beispielsweise auch Diversity und Gesellschaftspolitik gehören?
Hildegard Wortmann:
Nachhaltigkeit ist kein Trendthema, das irgendwann wieder von der Agenda verschwindet. Vielmehr ist sie entscheidend für unser aller Zukunft. Wir als Marke müssen uns daran messen lassen. Genau deshalb überprüfen wir alle unsere Handlungen und kommunizieren glaubwürdig, was wir tun.

Peter Kössler: Etwa, dass sich Audi, wie auch der gesamte Volkswagen Konzern, ausdrücklich zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens bekennt, das eine Begrenzung des weltweiten Temperaturanstiegs auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit vorsieht. Ich glaube, viele Menschen wissen das noch nicht. Dazu als Marke unseren Beitrag zu leisten, ist eine Herkulesaufgabe. Und es gibt unterschiedliche Wege, um ans Ziel zu gelangen.

“Ziel ist es, unseren ökologischen Fußabdruck konsequent zu reduzieren. Dazu gehört unter anderem, dass wir bis 2025 alle Audi Standorte CO₂-neutral stellen.”

Peter Kössler, Vorstand Produktion und Logistik

Wie finden Sie dabei die richtige Richtung?
Hildegard Wortmann: 
Wir müssen uns bei allem, was wir tun, immer die Frage nach dem „Warum“ stellen. Im Zeitalter der Vernetzung muss das Marken­image deutlich weiter gefasst werden als Design, Produkt und Technik. Es geht um Dienstleistungen über den gesamten Kunden-Lebenszyklus, die den entscheidenden Unterschied machen. Wir bei Audi definieren gerade den Kern unserer Marke neu: „Vorsprung“ bedeutet für uns nicht mehr allein das technisch Machbare. „Vorsprung“ steht für eine Haltung: Wir wollen unseren Kunden einen echten persönlichen Mehrwert bieten.

Und wie genau sieht dieser aus?
Peter Kössler:
Zeitgemäß oder besser noch: zukunftsorientiert. Wir haben in kurzer Zeit schon viel auf den Weg gebracht. Dazu zählen nachhaltigere Mobilitätsformen und neue digitale Angebote. Die Richtung gibt uns unsere Strategie „konsequent Audi“ vor. Weil das Wort gerade so häufig verwendet wird: Für mich und meine tägliche Arbeit ist das tatsächlich elektrisierend.

Aber zunächst provoziert Audi mit einem TV-Spot, der für globales Aufsehen sorgt. Der steht unter dem Motto: „Let it go“, zu Deutsch „Lass es los“.
Hildegard Wortmann:
Um Neues zu erschaffen, müssen wir Althergebrachtes hinter uns lassen. Das ist die Idee hinter dem Spot, der unsere neue globale Markenkampagne einleitet. Allein können wir die Welt aber nicht geraderücken. Wir sind Teil der Bewegung, wir diktieren sie nicht. Entscheidend ist für uns die Botschaft: Jeder Beitrag zählt.

Energie sparen, auf Plastik verzichten, Müll vermeiden und aufheben – welche Rolle spielt Audi in diesem Kontext?
Peter Kössler:
Wir nehmen uns selbst in die Pflicht: Ziel ist es, unseren ökologischen Fußabdruck konsequent zu reduzieren – zum Beispiel mit unserem Umweltprogramm „Mission:Zero“. Dazu gehört unter anderem, dass wir bis 2025 alle Audi Standorte CO₂-neutral stellen. Weil man uns schon immer als besonders sportliche Marke wahrnimmt, wollen wir den Wandel auch entsprechend beschleunigen.

Hildegard Wortmann, Vorständin Vertrieb und Marketing

Seit 1. Juli 2019 ist Hildegard Wortmann Mitglied des Vorstands der AUDI AG.

Wer zurückprovozieren möchte, hätte es doch einfach: Nachhaltigkeit und SUVs sind doch grundsätzlich ein Widerspruch...
Hildegard Wortmann:
Das sehe ich nicht so. Die Wünsche unserer Kunden stehen für uns an oberster Stelle. Und da stellen wir fest: Der Trend zu den SUVs ist ungebrochen. So ist es an uns, den Spagat zu schaffen, dem Kunden einen SUV zu bieten, den er ohne schlechtes Gewissen fahren kann. Mit dem Audi e-tron zeigen wir, dass ökologisches Bewusstsein und SUVs aus unserer Sicht nicht im Widerspruch stehen. Wir haben uns bei unserem ersten Elektroauto bewusst für ein Segment entschieden, bei dem Sportlichkeit, volle Alltagstauglichkeit und hohes Wachstumspotenzial zusammenspielen.

Peter Kössler: Und nicht zu vergessen: Dass der Audi e-tron ein SUV ist, liegt auch daran, dass wir unseren Kunden eine langstrecken­taugliche Reichweite anbieten wollen. Das ließ sich am besten mit einem SUV umsetzen, denn dafür sind vergleichsweise große Batterien notwendig. Mit dem Audi Q4 e-tron werden wir einen Kompakt-SUV an den Start bringen.

Hildegard Wortmann: Und mit dem Audi e-tron GT unser erstes rein elektrisches High-Performance-Modell.

Peter Kössler: Audi ist im Aufbruch. Die Zukunft ist elektrisch, in allen Segmenten. Unsere Elektrifizierungs- und Nachhaltigkeitsstrategie verfolgen wir konsequent über die ganze Modellpalette hinweg.

Für den Einstieg in die elektrische Premium-Welt wird Audi bis 2025 mindestens drei Modelle auf Basis des modularen Elektroantrieb-Kits für kompaktere Fahrzeuge auf den Markt bringen.

Hildegard Wortmann, Mitglied des Vorstands der AUDI AG, Marketing und Vertrieb

Glauben Sie, allein mit dieser Positionierung die Proteste der Fridays-for-Future-Bewegung kontern zu können?
Hildegard Wortmann:
Das Thema Nachhaltigkeit hat durch Bewegungen wie Fridays for Future eine ganz neue Dimension bekommen. Die jungen Leute sprechen gesellschaftlich hoch relevante Themen an. Für ihr entschlossenes Auftreten habe ich großen Respekt. Für mich zeugt das von einem hohen Verantwortungsbewusstsein für unsere Zukunft.

Wie wird aus dem Zuhören ein Anpacken?
Peter Kössler:
Wir arbeiten konsequent an der Veränderung und zwar in allen Unternehmensbereichen. Der Wandel zum bilanziell klimaneutralen Unternehmen ist in vollem Gange, das drückt sich auch darin aus, dass wir Ressourcen möglichst verantwortungsvoll verwenden und wo möglich Kreisläufen zuführen. Ein Beispiel dafür ist der „Aluminium Closed Loop“: Die Aluminiumblech-Verschnitte, die im Presswerk anfallen, gehen direkt an den Lieferanten zurück, der sie aufbereitet und erneut verarbeitet. Die so hergestellten Alu­bleche verwenden wir anschließend wieder in der Fertigung. Allein im Jahr 2019 hat Audi auf diese Weise etwa 150.000 Tonnen CO₂ bilanziell eingespart. Künftig werden wir noch mehr einsparen können. Ein weiteres Beispiel ist die größte Photovoltaik-Dachanlage Europas, die wir vor wenigen Wochen bei Audi Hungaria in Győr eingeweiht haben.

Audi verspricht die schönste Form nachhaltiger Mobilität. Dazu noch profitabel. Wie ist dieser Spagat zu schaffen?
Peter Kössler:
Die Elektromobilität ist ein gutes Beispiel für unser konsequentes Handeln. Wir fokussieren uns als Unternehmen nicht allein auf das Fahrzeug, sondern zunehmend auch auf das Ökosystem rund ums Elektroauto. Unseren e-tron-Kunden bieten wir intelligente Lösungen zum Laden von eigens erzeugtem Fotovoltaikstrom. Zugleich ist klar: Den Ausbau der Ladeinfrastruktur werden wir als Hersteller nicht allein durchsetzen können. Wir brauchen die Unterstützung von Politik und Gesellschaft. Aber wer fordert, muss auch fördern. Ich kann mit gutem Gewissen sagen: Das tun wir.

Hildegard Wortmann: Als Teil des Volkswagen Konzerns heben wir Synergien und schaffen damit ein breites und vielseitiges E-Auto-Modellportfolio für jedes Segment und jede Kundengruppe. Für den Einstieg in die elektrische Premium-Welt wird Audi bis 2025 mindestens drei Modelle auf Basis des modularen Elektroantrieb-Kits für kompaktere Fahrzeuge auf den Markt bringen. Die ersten Modelle auf Basis der gemeinsam mit Porsche entwickelten Architektur werden wir Anfang dieses Jahrzehnts in den oberen Segmenten einführen. Für uns ist klar: Die Zukunft ist elektrisch!

Hildegard Wortmann, Vorständin Vertrieb und Marketing, Peter Kössler, Vorstand Produktion und Logistik
Im Interview für den Nachhaltigkeitsbericht 2019: Hildegard Wortmann, Vorständin Vertrieb und Marketing, und Peter Kössler, Vorstand Produktion und Logistik

Audi Nachhaltigkeitsbericht 2019

Dieses Interview und weitere Informationen zu Nachhaltigkeit bei Audi lesen Sie im neuen Audi Nachhaltigkeitsbericht.

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