Positive Psychologie für mehr Job-Zufriedenheit

Ein gutes Gehalt und ein sicherer Job allein machen noch nicht glücklich. Als Experte für Positive Psychologie weiß Nico Rose, warum Wertschätzung, gute Zusammenarbeit und die eigene Einstellung entscheidend für die Zufriedenheit im Job sind.

26.07.2019 Lesezeit: 4 min

Audi Mitarbeiter in der Produktion

Herr Rose, Sie sind ein führender Experte für Positive Psychologie in Deutschland. Klingt erstmal abstrakt – was genau hat das mit uns zu tun?
Nico Rose:
Das hat etwas mit jedem zu tun, der sich fragt: Wie werde ich zufriedener und wie bekomme ich mehr Sinn in mein Arbeitsleben? Bis Ende des 20. Jahrhunderts haben sich Psychologen überwiegend mit negativen Phänomenen wie Depressionen beschäftigt. Langsam gibt es ein Umdenken: Psychologie soll nicht nur helfen, negative Zustände zu beseitigen, sondern auch zu einem glücklicheren Leben führen.
 
Klingt ein bisschen nach Lifestyle-Ratgebern…
Rose:
Keineswegs. Die Positive Psychologie ist die Wissenschaft vom gelungenen Leben. Mit Experimenten und Studien können wir verstehen, wie Menschen mehr positive Erfahrungen in ihr Leben bekommen. Es gibt zum Beispiel Untersuchungen, die nahelegen, dass wir kreativer und vernetzter denken, wenn wir positive Emotionen empfinden. Das ist auch wichtig für die Entwicklung von Innovationen.

“Durch Positive Psychologie lernen Menschen auch, sich auf ihre persönlichen Stärken zu konzentrieren und diese vermehrt im Joballtag einzubringen.”

Nico Rose

Seit fünf Jahren beraten Sie Unternehmen mittels Positiver Psychologie. Was genau machen Sie?
Rose:
Es geht um verschiedene Aspekte. Zum Beispiel zeige ich auf, wie unser Gehirn arbeitet. Unser ganzer Wahrnehmungsapparat ist – vereinfach gesagt – darauf gepolt, alles, was potenziell bedrohlich oder negativ ist, sehr viel stärker wahrzunehmen und zu bewerten als die angenehmen Dinge. Das hilft uns beim Überleben. Und prinzipiell ist jede Emotion für irgendetwas nützlich. Der Punkt ist aber: Emotionen in hohen Dosen über lange Zeiträume haben unterschiedliche „Nebenwirkungen“.
 
Welche?
Rose:
Wenn ich sehr lange sehr wütend bin, macht das etwas anderes mit mir und meinem Körper, als wenn ich die meiste Zeit eher glücklich bin. Ein Beispiel: Das als „Stresshormon“ bekannte Cortisol steht im Verdacht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu begünstigen. Und weil sich negative Eindrücke so tief in unser Gehirn und den ganzen Körper einbrennen, ist es umso wichtiger, im Alltag für viele positive Gefühle zu sorgen – gerade auch bei der Arbeit.

Wie zum Beispiel?
Rose:
Ganz wichtig dafür sind zwischenmenschliche Aspekte wie Wertschätzung. Das kann ein einfaches „Danke“ an den Kollegen sein, ein Lob in der Teamrunde oder eine nette Nachricht als E-Mail. Durch Positive Psychologie lernen Menschen auch, sich auf ihre persönlichen Stärken zu konzentrieren und diese vermehrt im Joballtag einzubringen. Manche können besser detailorientiert arbeiten, andere haben einen Blick für das große Ganze. Es ist auch Aufgabe einer guten Führungskraft, solche Unterschiede der Mitarbeiter zu erkennen und ihre Verantwortungsbereiche anzupassen. Dadurch kommen die Mitarbeiter sich selbst in der Arbeit näher. Genauso übrigens durch Autonomie, also mehr Selbstbestimmung.

Audi Mitarbeiter

Autonomie klingt natürlich gut – aber funktioniert das auch in getakteten Produktionsbereichen?
Rose:
Gerade in der Produktion heißt es schnell: Das geht hier nicht. Meine Überzeugung lautet: Ein oder zwei Prozent mehr Selbstbestimmung gehen immer. Und die machen viel aus. Ideal ist es, wenn Mitarbeiter sich in einem gewissen Rahmen selbst aussuchen können, woran und vielleicht auch mit wem sie arbeiten. Job-Rotation-Programme sind hier sehr hilfreich. Wenn die Arbeitsabläufe nicht verändert werden dürfen, dann kann man den Mitarbeitern zum Beispiel die Gestaltung der Pausenräume überlassen. All das sind Faktoren, durch die wir unsere Arbeit sinnvoller erleben. Und dadurch wiederum steigt die Qualität.
 
Und wenn ich einfach am Montagmorgen mit schlechter Laune aufstehe – gibt’s da einen Trick?
Rose:
Klar. Ich nenne es „kleines Glücksdoping“– aber legal und ohne Nebenwirkungen. Die meisten Menschen gehen davon aus, dass Emotionen über uns kommen wie das Wetter und wir ihnen hilflos ausgeliefert sind. Das ist nicht richtig. Jeder von uns hat Erinnerungen, die mit sehr positiven Emotionen verknüpft sind. Und die können wir nutzen, um unseren Gefühlszustand aktiv zu beeinflussen.
 
Und wie?
Rose:
Das ist ganz einfach, das richtige Werkzeug dafür haben wir schon: unser Handy. Sammeln Sie Bilder von Ihren glücklichsten Momenten, Ihre persönliche Gute-Laune-Musik oder kleine Videos, die Sie zum Lachen bringen. Am Montagmorgen vor Arbeitsbeginn ein kurzer Blick in diesen Ordner auf dem Smartphone – und schon bessert sich Ihre Laune. Wirkt garantiert.

Nico Rose

Nico Rose ist einer der führenden Experten für Positive Psychologie in Deutschland. Er erklärt, wie sich Wertschätzung, gute Zusammenarbeit mit den Kollegen und die eigene Einstellung auf die Job-Zufriedenheit auswirken.

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