
Klimawandel und Energieeffizienz
Treibhausgas-Emissionen entstehen entlang der gesamten automobilen Wertschöpfungskette. Diese lässt sich in fünf Phasen unterteilen: Lieferkette, Produktion, Logistik, Nutzungsphase und End-of-Life. Audi strebt eine Reduktion der THG-Emissionen in allen Phasen der Wertschöpfungskette an.
Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen der Gegenwart. Audi ist sich der Auswirkungen seiner Produkte und Geschäftstätigkeit auf Umwelt und Gesellschaft bewusst: Entlang der gesamten automobilen Wertschöpfungskette entstehen Treibhausgas-Emissionen (THG-Emissionen), die zu negativen Umweltauswirkungen führen können.
Bis spätestens 2050 möchte der Audi Konzern über die gesamte Wertschöpfungskette bilanzielle CO₂-Neutralität(a) erreichen. Der Fortschritt wird mit dem Dekarbonisierungsindex (DKI)(b) gemessen. Dies erfolgt sowohl für die einzelnen Marken des Volkswagen-Konzerns als auch für den Konzern als Ganzes (Der Transformationspfad von Audi auf dem Weg zur bilanziellen CO₂-Neutralität(a) sieht klar definierte Zwischenziele vor, die maßgeblich von der Marktentwicklung sowie dem Tempo des Ausbaus der Elektromobilität abhängen. Aufgrund volatiler Märkte sowie der unsicheren wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen ist es derzeit nicht möglich, belastbare Aussagen zu Zwischenzielen bis zum Jahr 2050 zu treffen.).
Der DKI(b) ist eine strategische Messgröße auf dem Weg zur bilanziellen CO₂Neutralität(a). Audi ermittelt mithilfe des DKI(b) die durchschnittlichen Emissionen von CO₂ und CO₂-Äquivalenten(c) entlang des gesamten Lebenszyklus des aktuellen Portfolios in den Kernregionen und ist in Tonnen CO₂ pro Fahrzeug angegeben. Der DKI(b) beinhaltet sowohl die direkten und indirekten THG-Emissionen der einzelnen Produktionsstandorte (Scope 1)(d) als auch alle weiteren direkten und indirekten THG-Emissionen im Lebenszyklus der Fahrzeuge (Scope 3)(f). In Summe belaufen sich die Scope 3(f) Emissionen von Audi in 2025 auf 46,7 Millionen t CO₂e(c) (Davon entfallen 31,5 Millionen tCO₂e in 2025 auf die Kategorie 11 (Nutzung verkaufter Produkte) nach dem GHG-Protokoll.).
Einen Ansatzpunkt, um Reduktionspotenziale der Umweltwirkungen von Fahrzeugen zu identifizieren, bietet die Lebenszyklusanalyse (auch Ökobilanz oder Umweltbilanz genannt). Sie analysiert systematisch die Umweltwirkungen ausgewählter Fahrzeuge während des gesamten Lebenswegs (Cradle-to-Grave) und ist gemäß ISO 14040 ff. genormt. Der Lebenszyklus erfasst dabei alle auftretenden Umweltauswirkungen im Leben eines Fahrzeugs: von der Rohstoffgewinnung und der Komponenten- und Fahrzeugproduktion über die Logistik und die Nutzungsphase (vom ersten bis zum letzten Kilometer auf der Straße inklusive Kraftstoff-/Strombereitstellung) bis hin zum Recycling.
Dekarbonisierung der Lieferkette
Durch die konsequente Elektrifizierung des Audi Fahrzeugportfolios steigt der Anteil der THG-Emissionen in der Lieferkette an(g). Um dieser Steigerung entgegenzuwirken, wurde 2018 das Audi CO₂-Programm ins Leben gerufen. Es identifiziert gemeinsam mit Zulieferunternehmen CO₂-Reduktionsmaßnahmen und Optimierungspotenziale entlang des gesamten Herstellungsprozesses von Materialien und Bauteilen. Anhand von sogenannten CO₂-Hotspots werden im Unternehmen bestimmte Materialien oder Bauteile identifiziert, bei denen mit den höchsten Einsparpotenzialen gerechnet werden kann. Größter Emissionstreiber in der Lieferkette bei einem Elektrofahrzeug ist dabei die Hochvoltbatterie, gefolgt von Aluminium- und Stahlbauteilen. Die Summe der Komponenten aus diesen drei Bereichen ist in der Regel für annähernd 70 Prozent des CO₂-Fußabdrucks in der Lieferkette eines E-Fahrzeugs verantwortlich.
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Audi plant, zukünftig den Anteil von Rohstoffkreisläufen und den Einsatz von Rezyklaten in Fahrzeugprojekten zu erhöhen. Ein Beispiel dafür ist der Aluminium Closed Loop, welcher seit 2017 implementiert ist. Aluminiumblechverschnitte, die im Presswerk anfallen, gehen direkt an die Lieferbetriebe zurück. Diese recyceln sie zu Aluminiumblechen gleicher Qualität, die Audi anschließend wieder in der Fertigung verwendet. Gegenüber der Fertigung von Primäraluminium wird der Energiebedarf dabei um bis zu 95 Prozent reduziert. Damit einher geht eine Reduktion der CO₂-Emissionen. Zusätzlich zu den Presswerken in Ingolstadt, Neckarsulm und Győr ist auch der Standort Münchsmünster seit 2024 an den Aluminium Closed Loop angebunden. Allein 2025 wurden mit dem Aluminium-Closed-Loop-Prozess und weiteren Maßnahmen – wie beispielsweise dem Einsatz CO₂e(c) -reduzierter Materialien oder der Nutzung von Grünstrom bei der Fertigung von Hochvoltbatteriezellen – in der Lieferkette bilanziell circa 500.000 Tonnen CO₂e vermieden.
Dekarbonisierung der Produktion
Das Umweltprogramm Mission:Zero bündelt sämtliche Initiativen des Unternehmens zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks in der Produktion und Logistik. Es besteht aus vier Handlungsfeldern: Wassernutzung, Biodiversität, Ressourceneffizienz und Dekarbonisierung. Das Ziel des Handlungsfeldes Dekarbonisierung, ab dem 1. Januar 2025 an allen Audi Produktionsstandorten(h) bilanziell CO₂-neutral(a) zu fertigen, wurde erreicht. Seit dem 1. Januar 2025 fertigen die Werke in Neckarsulm (Deutschland) und in San José Chiapa (Mexiko) – und damit alle Audi Produktionsstandorte(h) – bilanziell CO₂-neutral(a). Die anderen Standorte erreichten dieses Ziel bereits in den Vorjahren: Ingolstadt (Deutschland) in 2024 und Győr (Ungarn) in 2020. Die bilanziell CO₂-neutrale Fertigung umfasst THG-Emissionen, die direkt am Standort entstehen (Scope 1)(d), sowie indirekte THG-Emissionen aus Energie, welche über externe Versorgungsunternehmen bezogen wird (Scope 2)(e). Die Überprüfung und Zertifizierung der bilanziellen CO₂-Neutralität(a) der Audi Produktionsstandorte erfolgt jährlich durch externe Prüfgesellschaften.
Im Bild: Audi Q6 e-tron: Vollelektrische Volumenbaureihe aus Ingolstadt, gefertigt nach 360factory-Strategie mit integrierter Batteriemontage.
Die bilanzielle CO₂-Neutralität(a) der Audi Produktionsstandorte(h) konnte durch die nachfolgenden Schritte erreicht werden:
- Steigerung der Energieeffizienz
- Eigenerzeugung von regenerativer Energie
- Einkauf erneuerbarer Energien
- Kompensation bislang nicht vermeidbarer THG-Emissionen durch Klimaschutzprojekte Steigerung der Energieeffizienz
2025 konnte das Unternehmen knapp 73.965 Megawattstunden Energie an den Produktionsstandorten(h) im Vergleich zum Vorjahr einsparen.
Die Energiesparziele wurden demnach im Jahr 2025 zu 124 Prozent erfüllt. Über 400 umgesetzte Effizienzmaßnahmen aus dem Programm Mission:Zero waren dafür die Grundlage.
Eigenerzeugung von regenerativer Energie
An folgenden Produktionsstandorten baut Audi die Kapazitäten zur Eigenerzeugung von regenerativer Energie aus:
In Ungarn verfügt der Audi Standort bisher über eine circa 160.000 Quadratmeter große Photovoltaikanlage. 36.000 Solarzellen liefern eine Spitzenleistung von zwölf Megawatt. Diese wird nun erweitert: Auf dem Gebäude der Fahrzeugmontagehalle werden knapp 85.000 Quadratmeter Solarmodule und auf einem Teil der Grünfläche des Werkgeländes rund 75.000 Quadratmeter Solarmodule errichtet. Die neue Photovoltaikanlage soll eine Spitzenleistung von 18 Megawatt erbringen. Hinzu kommt eine Geothermieanlage. Der Produktionsstandort ist größter Nutzer industrieller Geothermie in Ungarn und deckt bereits seit 2015 mehr als 95 Prozent seines Wärmeenergieverbrauchs mit Erdwärme ab. Aktuell liefert dieses System dem Standort jährlich mindestens 85.000 Megawattstunden Wärmeenergie und versorgt über eine Fernwärmeleitung sogar die benachbarte Stadt Győr.
Die bestehende Photovoltaikfläche im Werk Ingolstadt beträgt circa 23.000 Quadratmeter. Aktuell läuft die Inbetriebnahme von etwa 41.000 Quadratmeter zusätzlicher Photovoltaikfläche.
Derzeit befinden sich mehrere Photovoltaikanlagen am Standort im Bau. Die aktuell bebaute Fläche beträgt rund 35.000 Quadratmeter, mit einer Leistung von circa 3,2 Megawatt. Die vor Ort erzeugte Energiemenge würde gemessen am aktuellen Strommix in Deutschland einer jährlichen Einsparung von rund 1.250 Tonnen CO₂ entsprechen.
Eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 4,2 Megawatt befindet sich im Bau. Auf 67.000 Quadratmetern werden dafür über 8.400 Solarpaneele installiert.
Einkauf erneuerbarer Energien
Beim Einkauf von Energie achtet Audi darauf, dass diese aus erneuerbaren Quellen stammt. Alle Audi Produktionsstandorte(h) beziehen seit 2021 ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien. Der Produktionsstandort Ingolstadt beispielsweise stellte bereits 2012 auf Grünstrom um.
Kompensation bislang nicht vermeidbarer Emissionen durch Klimaschutzprojekte
Trotz der Vielzahl an Maßnahmen verbleiben THG-Emissionen, die bislang aufgrund technischer, prozessbedingter oder wirtschaftlicher Beschränkungen nicht vermieden werden können. Darunter fällt zum Beispiel der Betrieb von Prüfständen, auf denen die Diesel- und Benzinmotoren getestet werden. Diese THG-Emissionen kompensiert das Unternehmen durch den Zukauf von Kompensationszertifikaten für THG-Emissionen aus externen Klimaschutzprojekten, welche hohen Qualitätsstandards entsprechen müssen.
Dekarbonisierung der Logistik
Maßnahmen zur Reduzierung der THG-Emissionen in der Logistik sind ebenfalls Bestandteil des Audi Umweltprogramms Mission:Zero. Das Unternehmen folgt dabei – in Zusammenarbeit mit der Logistik des Volkswagen-Konzerns – einer langfristigen Roadmap, um Transporte zum und vom Werk so zu organisieren, dass möglichst wenig CO₂ ausgestoßen wird.
Folgende Maßnahmen zahlen auf dieses Ziel ein: Durch die Bündelung von Sendungen mittels intelligenter Steuerungsmethodik gelingt es Audi, Transporte zu vermeiden. Zusätzlich werden die Auslastungen und Routen kontinuierlich optimiert, um Transporte und CO₂-Emissionen zu reduzieren. Zur weiteren Einsparung setzt Audi auf klimaschonendere Transportmittel wie zum Beispiel die Bahn. Die Kombination verschiedener Verkehrsformen, etwa Zug- und Lkw-Verkehr, ermöglicht es, flexibel und effizienter auf unterschiedlichste Logistikanforderungen zu reagieren. In enger Zusammenarbeit mit Lkw-Herstellerfirmen, kraftstoffproduzierenden Unternehmen und Speditionen setzt Audi bewusst auf biogene Kraftstoffe wie BioLNG und HVO100 als wichtige Brückentechnologie, die im Vergleich zum Einsatz von Diesel im Fahrbetrieb bis zu 85 Prozent weniger CO₂-Emissionen verursachen. So sind die dem ersten Ganzzug vor- und nachgelagerten Lkw-Transporte in Deutschland bereits auf den biogenen Kraftstoff HVO100 umgestellt. Darüber hinaus wird der Einsatz von Battery Electric Trucks (BET) in der Inbound-Logistik (Beschaffungs- und Produktionslogistik) pilotiert. Anfang 2025 starteten auf zwei Testrouten BET mit einer Streckenleistung von jeweils ungefähr 120.000 Kilometern pro Jahr. Damit soll der Serieneinsatz von BET an weiteren Audi Standorten vorbereitet werden. Der größte Hebel zur Dekarbonisierung der Fertigfahrzeuglogistik liegt in den Überseetransporten. Hier setzt Audi Schritt für Schritt vermehrt auf alternative Antriebe wie beispielsweise Schiffe, die mit LNG (Liquified Natural Gas) betrieben werden.
Im Bild: Audi startet vollelektrische Lkw-Transporte zur Materialversorgung der Werke Ingolstadt und Neckarsulm.

Dekarbonisierung in der Nutzungsphase
Ein wesentlicher Anteil der THG-Emissionen, die ein Auto über seine Lebensdauer ausstößt, entsteht bei der Nutzung – also beim Fahren selbst. Elektroautos werden lokal THG-emissionsfrei betrieben und können damit einen großen Beitrag zur Reduktion von THG-Emissionen leisten. Wird darüber hinaus mit Grünstrom geladen, verbessert dies die CO₂-Bilanz des gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge. Zudem werden vollelektrische Fahrzeuge effizienter. So sind zum Beispiel Fahrzeuge auf Basis der neuen Premium Platform Electric (PPE) im Energieverbrauch bis zu 30 Prozent effizienter als der Audi e-tron (erste Generation). Dies ist das Ergebnis aus dem Einsatz neuester Technologien und der konsequenten Optimierung des Gesamtsystems, bestehend aus E-Maschine, Getriebe und Leistungselektronik, sowie einer verbesserten Aerodynamik. Alle Antriebskomponenten für die PPE sind im Vergleich zu den bisher entwickelten und verbauten elektrischen Antrieben noch kompakter und zeichnen sich durch einen höheren Wirkungsgrad aus. Die E-Maschinen für die PPE benötigen rund 30 Prozent weniger Bauraum und ihr Gewicht ist um rund 20 Prozent geringer als die Aggregate bisheriger Audi E-Modelle.
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Ein weiterer wesentlicher Hebel zur CO₂-Reduktion ist für Audi der Ladestrom seiner Elektroflotte. Bereits heute können Audi Kunden beispielsweise für das Laden zu Hause die Grünstromangebote der Volkswagen-Tochter Elli (Electric Life) nutzen. Für das Laden unterwegs bietet das Ladenetzwerk von Ionity grünen Strom. Das Joint Venture, an dem der Volkswagen-Konzern mit den Marken Porsche und Audi beteiligt ist, betreibt mit mehr als 5.100 Ladepunkten in 24 europäischen Ländern das größte paneuropäische High-Power-Charging-Netz mit mehr als 250 kW Ladeleistung, verfügbar für alle Elektrofahrzeugmarken. Zudem offeriert Audi seinen Kunden mit Audi charging(i) einen Service für das Laden an öffentlichen Ladesäulen. Damit haben Audi Fahrer Zugang zu Hunderttausenden Ladepunkten in 28 europäischen Ländern. Das Netzwerk der Audi Schnellladestationen, die sogenannten Audi charging hubs, werden stetig erweitert. 2025 eröffnete Audi den zweiten charging hub in München. Zwei weitere charging hubs konnte Audi 2025 in Tokio und Umgebung in Betrieb nehmen. In Kiefersfelden entstand im Berichtsjahr ein weiterer Audi charging hub an der A93, einer der wichtigsten Verkehrsachsen zwischen München, Innsbruck und Italien. Unweit des Flughafens Düsseldorf hat Audi 2025 seinen ersten Audi charging hub in Nordrhein-Westfalen eröffnet. Weitere Standorte sind bereits in Planung.
Audi fördert den Ausbau erneuerbarer Energien. Im Rahmen einer Kooperation mit der VW Kraftwerk GmbH unterstützt Audi anteilig verschiedene Projekte zum Aufbau regenerativer Energie wie Photovoltaik oder Windkraft – insgesamt 56 Grünstromprojekte in neun europäischen Ländern. Seit Beginn dieser freiwilligen Initiative in 2021 haben die geförderten Grünstromprojekte für Audi kumuliert circa 2,6 Terawattstunden in das europäische Stromnetz eingespeist. Quer durch Europa treibt die VW Kraftwerk GmbH den Ausbau erneuerbarer Energien voran. Aktuell werden 42 Photovoltaikanlagen und 14 Windparks in Deutschland, Finnland, Großbritannien, Italien, in den Niederlanden, in Polen, Portugal, Schweden und Spanien gefördert. Die Unterstützung ist langfristig angelegt und läuft in der Regel über zehn Jahre. Die bis inklusive 2025 unter Vertrag genommenen Projekte produzieren nun fortlaufend pro Jahr circa 1,4 Terawattstunden Grünstrom.
Im Bild: Audi charging hub Shibakōen – zweiter Ladehub in Tokio
Auch im Handel forciert Audi im Verbund mit dem Volkswagen-Konzern die Reduktion von CO₂-Emissionen. Das Vertriebsnetz der Volkswagen Group erstreckt sich mit all seinen Marken weltweit auf über 150 Märkte mit mehr als 17.000 Handels- sowie Servicestandorten und verursacht entsprechende CO₂-Emissionen. Daher initiierten 2021 mehrere Marken des Volkswagen-Konzerns das Projekt „goTOzero RETAIL“. Die Vision: ein Handels- und Servicenetz mit möglichst geringen negativen Umweltauswirkungen. Dafür hat sich der Volkswagen-Konzern ambitionierte Ziele zur Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks seines weltweiten Handels- und Servicenetzes gesetzt. Ausgehend von der Erstmessung im Jahr 2020, mit einem Basiswert von 3,22 Tonnen CO₂-Ausstoß, soll der CO₂-Fußabdruck bis 2030 um mindestens 30 Prozent, bis 2040 um mindestens 55 Prozent und schließlich bis 2050 um mindestens 75 Prozent gesenkt werden. Nicht vermeidbare CO₂-Emissionen werden kompensiert. Um wesentliche Maßnahmen zur Dekarbonisierung zu identifizieren und erfolgreich umzusetzen, stehen den Betrieben Schulungen und Handbücher zur Verfügung. Darüber hinaus wurde ein Bewertungssystem entwickelt: die „goTOzero RETAIL Zertifizierung“. Sie basiert auf dem ISO-14001-Standard sowie auf Anforderungen von Zertifizierungsinstituten für Gebäude und ESG-Ratingagenturen wie MSCI, ISS ESG und Sustainalytics. Die „goTOzero RETAIL Zertifizierung“ ist inzwischen in 18 Märkten weltweit ausgerollt und bei 180 Händlern erfolgreich durchgeführt worden. Insgesamt können vier Level (Bronze, Silber, Gold und Platinum) erreicht werden, welche den Erfüllungsgrad der zugrunde liegenden Anforderungsliste reflektieren. Die erste Platinum-Zertifizierung erhielt ein Händler in Frankreich.
Während die „goTOzero RETAIL“-Initiative das Ziel verfolgt, die weltweiten Handels- und Servicestandorte auf ihrem Weg zur Reduktion von CO₂-Emissionen zu unterstützen, bietet der Audi spezifische „e-Readiness check“ eine umfassende Bewertung zum aktuellen Status der Ladeinfrastruktur der Handels- und Servicepartner. Dabei wird jedem teilnehmenden Autohaus ein individueller Implementierungsplan zur Erreichung seiner Ziele – zum Beispiel bei der Ladekapazität – zur Verfügung gestellt. Er wurde 2023 eingeführt und in 13 Märkten und in über 650 Handelsbetrieben in Europa erfolgreich durchgeführt. Weitere Märkte in Europa sowie in den Regionen Mittelamerika und Mittlerer Osten werden aktuell geprüft.
Dekarbonisierung im End-of-Life: Kreislaufwirtschaft und Second Life
Die AUDI AG optimiert auch die letzte Phase im Lebenszyklus eines Fahrzeugs, indem sie nach der Nutzungsphase der Fahrzeuge einige Materialien in die Wertschöpfungskette zurückführt. So sollen nach und nach Kreisläufe von wichtigen Ressourcen geschlossen werden. Bei Elektroautos ist in puncto Recycling ein Bauteil von besonderer Bedeutung: die Lithium-Ionen-Batterie.
Hochvoltbatterien können auch nach jahrelangem Einsatz auf der Straße weiter sinnvoll genutzt werden. Audi verfolgt dahingehend in Kooperation mit dem Volkswagen-Konzern drei Ansätze: erstens das Remanufacturing, bei dem wiederaufbereitete Hochvoltbatterien erneut in E-Fahrzeugen eingesetzt werden. Zweitens sogenannte Second-Life-Konzepte, bei denen die Akkus noch jahrelang in einem „zweiten Leben“ außerhalb eines E-Fahrzeugs – zum Beispiel in den Schnellladesäulen eines Audi charging hubs – genutzt werden. Und drittens effizientes Recycling. Dies geschieht in Deutschland zum Beispiel in einer Pilotanlage von Volkswagen in Salzgitter.
Erklärungen
Unter bilanzieller CO₂-Neutralität versteht Audi einen Zustand, bei dem nach Ausschöpfung anderer in Betracht kommender Reduktionsmaßnahmen in Bezug auf verursachte CO₂-Emissionen durch die Produkte oder Tätigkeiten von Audi weiterhin vorhandene und/oder im Rahmen der Lieferkette, der Herstellung und des Recyclings der Audi Fahrzeuge aktuell nicht vermeidbare CO₂-Emissionen durch freiwillige und weltweit durchgeführte Kompensationsprojekte zumindest mengenmäßig ausgeglichen werden. Während der Nutzungsphase eines Fahrzeugs, das bedeutet ab Übergabe eines Fahrzeugs an Kunden, anfallende CO₂-Emissionen werden hierbei nicht berücksichtigt.
Der interne Dekarbonisierungsindex (DKI) ist ein Key Performance Indicator (KPI), mit dem der Volkswagen-Konzern die CO₂-Emissionen entlang der gesamten automobilen Wertschöpfungskette bilanziert und steuert. Dieser beschreibt die durchschnittlichen Emissionen (gemessen in CO₂-Äquivalenten) entlang des gesamten Lebenszyklus des \Audi Pkw-Portfolios in den Regionen Europa (EU 27, Vereinigtes Königreich, Norwegen und Island), China (FBU, Fully Built Up) und USA und wird in Tonnen CO₂-Äquivalente pro Fahrzeug angegeben. Der DKI beinhaltet die direkten und indirekten Emissionen, die an den einzelnen Produktionsstandorten entstehen (Scope 1 und 2), sowie weitere direkte und indirekte Emissionen, die innerhalb des Lebenszyklus der \Audi Fahrzeuge anfallen (Scope 3). Die Nutzungsphase, als Teil der Lebenszyklen der \Audi Fahrzeuge, wird hierbei über 200.000 Kilometer und unter Bezugnahme gesetzlicher Vorgaben zu Flottenwerten in den Vertriebsregionen berechnet. Die CO₂-Intensität des Ladestroms für die elektrifizierten und teilelektrischen Fahrzeuge wird ebenfalls auf Basis regionsspezifischer Strommixe berechnet. Als Grundlage für die Berechnung der Lieferketten- und Recyclingemissionen dienen verifizierte Fahrzeug-Ökobilanzen (nach den Normen ISO 14040 und ISO 14044, siehe Umweltbilanzen: Policies | audi.com.
CO₂-Äquivalente (CO₂e) sind eine Maßeinheit zur Vereinheitlichung der Klimawirkung von verschiedenen Treibhausgasen. Hierbei werden die Treibhausgasemissionen in CO₂-Äquivalente umgerechnet und zusammengefasst.
Direkte CO₂-Emissionen. Diese Kenngröße setzt sich aus CO₂-Emissionen zusammen, die durch den Brennstoffeinsatz am Standort sowie durch CO₂-Emissionen aus dem Betrieb von Prüfständen verursacht werden. Hierbei handelt es sich um eine wesentliche Teilmenge von Scope 1 nach dem GHG-Protokoll.))) und 2(((Scope 2: Indirekte CO₂-Emissionen. Diese Kenngröße erfasst die CO₂-Emissionen, die bei der Herstellung von bezogener Energie (Strom, Wärme, Kälte) entstehen. Hierbei handelt es sich um eine wesentliche Teilmenge von Scope 2 nach dem GHG-Protokoll.
Indirekte CO₂-Emissionen. Diese Kenngröße erfasst die CO₂-Emissionen, die bei der Herstellung von bezogener Energie (Strom, Wärme, Kälte) entstehen. Hierbei handelt es sich um eine wesentliche Teilmenge von Scope 2 nach dem GHG-Protokoll.
In Scope 3 wird unterschieden zwischen vorgelagerten und nachgelagerten Aktivitäten. Als vorgelagert werden zum Beispiel die Emissionen bezeichnet, die aufseiten der Zulieferbetriebe entstehen (von der Herstellung des Produkts aus Rohstoffen bis zur Anlieferung zu \Audi, sog. Wiege bis Werktor). Auch Dienstreisen und produzierte Abfälle zählen zu dieser Scope-Kategorie. Nachgelagert sind beispielsweise Emissionen aus Transporten von verkauften Produkten und solche, die in der Nutzungsphase der verkauften Güter bei den Endkunden entstehen.
Während sich im Lebenszyklus eines Audi Modells mit Verbrennungsmotor im Durchschnitt circa 20 Prozent der THG-Emissionen auf die Herstellung, also die Phasen Lieferkette, Produktion und Logistik belaufen (vorausgesetzt wird eine Produktion in der EU) und schätzungsweise 80 Prozent auf die Nutzungsphase, verlagert sich das Verhältnis bei Audi BEV-Modellen (Battery Electric Vehicle). Hier fallen im Durchschnitt schätzungsweise 50 Prozent der THG-Emissionen in der Herstellung an (vorausgesetzt wird eine Produktion in der EU) und circa 50 Prozent in der Nutzungsphase (vorausgesetzt wird hier der durchschnittliche Strommix in der EU). Nicht zuletzt aus diesem Grund muss auch die CO₂-Bilanz in der Lieferkette verbessert werden.
Audi Produktionsstandorte in Ingolstadt und Neckarsulm (Deutschland), Brüssel (Belgien), Győr (Ungarn), San José Chiapa (Mexiko). Die Produktion im Werk Brüssel wurde im ersten Quartal 2025 eingestellt.
Der Audi Charging Service ist ein Angebot der Elli Mobility GmbH, Mollstraße 1, 10178 Berlin, Deutschland. Weitere Informationen zur Anzahl der Ladepunkte sowie aktuelle Tarif- und Vertragsinformationen erhalten Sie auf audi.de. Die AUDI AG übernimmt keine Gewährleistung für den Betrieb, die Verfügbarkeit, die Ladeleistung und/oder sonstige Eigenschaften der jeweiligen Ladeinfrastruktur. Der Zugang zum Audi Charging Service portal ist nur mit einem myAudi Konto möglich. In Abhängigkeit des individuellen Mobilfunktarifs können zusätzliche Gebühren durch den jeweiligen Mobilfunkprovider erhoben werden.


