Pionierprojekt: Audi und Partner der bayerischen Wirtschaft starten innovatives Transformationsmodell
Audi bringt gemeinsam mit dem vbm - Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie e. V., der Bundesagentur für Arbeit, dem Bayerischen Wirtschaftsministerium und Unternehmen der Verteidigungsindustrie Kompetenzen und Fachkräftebedarf in der Region zusammen. So entsteht neue Flexibilität in der bayerischen Wirtschaft: Fachkräfte können ihre Kompetenzen dort einbringen, wo sie gebraucht werden. Das neue Kooperationsmodell sichert Beschäftigung, eröffnet Perspektiven und stärkt den Wirtschaftsstandort Bayern. Den Auftakt bildet ein Marktplatz mit konkreten Einsatzangeboten für Audi-Mitarbeitende in Ingolstadt.
Auf Initiative von Audi gehen Unternehmen aus der Region neue Wege in der Transformation: Gemeinsam mit Diehl Defence, MBDA, KNDS, dem vbm, dem Bayerischen Wirtschaftsministerium und der Bundesagentur für Arbeit hat das Unternehmen eine Kooperation für einen befristeten regionalen Personaleinsatz auf den Weg gebracht. Entwickelt wurde das Modell im Arbeitsdialog zur Beschäftigungssicherung in Bayern.
Hinter der Initiative steht eine Herausforderung, die viele Unternehmen in der Transformation beschäftigt: Personal- und Fachkräftebedarfe verändern sich. Während sich in einigen Bereichen Aufgaben und Anforderungen wandeln, werden andernorts qualifizierte Fachkräfte gesucht. Der regionale Personaleinsatz schafft hier neue Möglichkeiten, vorhandene Kompetenzen flexibel dort einzusetzen, wo sie gebraucht werden. Gleichzeitig eröffnet das Modell Entwicklungsperspektiven für Fachkräfte. Damit setzen die Partner Maßstäbe für eine unternehmensübergreifende Zusammenarbeit in der bayerischen Wirtschaft.
Beim ersten Einsatz des Modells können Audi Mitarbeitende für mindestens 24 Monate bei einem der beteiligten Unternehmen tätig werden. Dort bringen sie ihre Expertise ein, lernen neue Aufgaben und Arbeitsweisen kennen und können zusätzliche Kompetenzen erwerben. Gleichzeitig bleibt ihr Arbeitsverhältnis mit Audi bestehen und sie können nach ihrem Einsatz wieder zurückkehren. Die Teilnahme erfolgt freiwillig und nur, wenn Mitarbeitende, Audi und Partnerunternehmen zustimmen.
Bei einem Beschäftigungsmarktplatz der AUDI AG am 29. und 30. Oktober in Ingolstadt können sich Audi Mitarbeitende an den Ständen von Diehl Defence, MBDA, KNDS sowie der Bundesagentur für Arbeit über Karrierewege, Qualifizierungen und Fördermöglichkeiten informieren. Mehr als 2.000 Anmeldungen zum Auftakt zeigen das große Interesse und das Potenzial des neuen Modells.
Stimmen zum Pionierprojekt
„Wenn die bayerische Wirtschaft und die Bundesagentur für Arbeit gemeinsam an einem Strang ziehen, entsteht etwas, das keiner allein hätte schaffen können. Im Arbeitsdialog zur Beschäftigungssicherung in Bayern haben wir die Partner an einem Tisch versammelt. Das Ergebnis ist ein praxisnahes Modell, das es so bundesweit noch nicht gibt: Audi Beschäftigte arbeiten risikolos und zunächst befristet in hochinnovativen Unternehmen mit Fachkräftebedarf und erhalten die Perspektive einer dauerhaften Übernahme. Die Partner des Arbeitsdialogs setzen damit ein starkes Zeichen: Sie unterstützen die Transformation und sichern zugleich die Fachkräfte am Standort Bayern. So sieht verantwortungsvolle Personalpolitik aus.“
Dr. Markus Schmitz, Chef der Bundesagentur für Arbeit in Bayern
„Die Krise der Automobilindustrie stellt viele Beschäftigte vor große Unsicherheit. Sie brauchen verlässliche berufliche Perspektiven. Ihre Erfahrung und ihr Können dürfen unserem Wirtschaftsstandort nicht verloren gehen. Gleichzeitig suchen viele Betriebe qualifizierte Mitarbeiter. Hier müssen wir zusammenbringen, was zusammenpasst. Der Arbeitsdialog zur Beschäftigungssicherung zeigt, wie Unternehmen, Arbeitsagentur und Politik gemeinsam konkrete Lösungen auf den Weg bringen. So halten wir Fachkräfte in Bayern, sichern Beschäftigung und stärken unsere Wirtschaft.“
Hubert Aiwanger, Wirtschaftsminister Bayern
„Unsere hoch qualifizierten Fachkräfte sind maßgeblich für die Stärke unserer Wirtschaft. Es ist daher umso erfreulicher, dass uns bei der Ausgestaltung des Tarifvertrags in schwierigen Zeiten neue, flexible Wege zur Fachkräftesicherung gelungen sind. Mit dem vereinbarten partnerschaftlichen Modell schaffen wir eine deutschlandweit einmalige Win-Win-Situation für beide Seiten: Fachkräfte können mit der nötigen Sicherheit wertvolle Erfahrungen in anderen innovativen Branchen sammeln, und die Unternehmen können flexibel auf Auslastungsschwankungen reagieren.“
Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer des vbm - Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie e. V.
„Wir müssen Beschäftigung und Fachkräftebedarf stärker zusammendenken. Deshalb gehen wir bewusst einen neuen Weg: Unsere Mitarbeitenden können ihr Know-how dort einbringen, wo es gebraucht wird, erwerben neue Kompetenzen und bleiben gleichzeitig Teil von Audi. Davon profitieren die Menschen, die beteiligten Unternehmen und unser gesamter Wirtschaftsstandort. Ich wünsche mir, dass dieses Modell neue Impulse für die Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinwegsetzt. Denn solche intelligenten Partnerschaften brauchen wir, um den industriellen Wandel gemeinsam zu gestalten.“
Xavier Ros, Personalvorstand der AUDI AG
„Der IG Metall-Tarifvertrag zum regionalen Personaleinsatz - TV RPE - bietet Audi und Betrieben der Automobil-Zulieferindustrie in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten eine innovative Möglichkeit, Beschäftigung in der Region Ingolstadt zu sichern. Bei vorübergehendem Personalüberhang können Beschäftigte befristet in einen Betrieb wechseln, der Fachkräfte benötigt. So lassen sich Kurzarbeit und finanzielle Nachteile vermeiden. Aus Sicht des Audi Betriebsrats gilt: Die Überlassung muss freiwillig, tariflich abgesichert und unter wirksamer Beteiligung der Betriebsräte erfolgen. Entgelt, Arbeitsbedingungen und soziale Standards müssen ebenso geschützt sein wie ein Rückkehrrecht und berufliche Perspektive. Unter diesen Voraussetzungen kann dieser neuartige IG Metall-Tarifvertrag Einkommen stabilisieren und Beschäftigung sichern. Unser Ziel bleibt klar: Arbeitsplätze erhalten, Personalabbau verhindern und industrielle Wertschöpfung vor Ort stärken.“
Jörg Schlagbauer, Vorsitzender des Audi Gesamtbetriebsrats
„Diehl Defence ist auf einem kontinuierlichen Wachstumskurs und hat aktuell mehr als 600 Stellen ausgeschrieben. Wir verstehen die Kooperation als ein Angebot, das Audi-Beschäftigten und uns viele Perspektiven eröffnet, wir freuen uns auf den Austausch. Dass die Partner dafür gemeinsam einen verlässlichen Rahmen geschaffen haben, ist ein gutes Signal für den Standort Bayern."
Helmut Rauch, CEO Diehl Defence
„MBDA Deutschland ist auf einem starken Wachstumspfad. Wir bauen unsere Kapazitäten aus und stellen kontinuierlich Personal ein. Gleichzeitig gibt es in der Region viele Menschen mit den Qualifikationen, die wir suchen. Das passt sehr gut zusammen. Als Unternehmen mit Sitz in Schrobenhausen liegt uns die Region besonders am Herzen. Mit unserer Teilnahme an diesem Programm leisten wir einen Beitrag dazu, dass qualifizierte Menschen in der Region bleiben können. Das stärkt sowohl die Industrie als auch die Gemeinden und den lokalen Handel. Es schafft Perspektiven für die ganze Region.“
Marc Zizmann, Geschäftsführer und Leiter Personal MBDA Deutschland GmbH
„KNDS befindet sich in einem Wachstumsprozess. Die Anforderungen an Unternehmen in der Rüstungsindustrie sind im Rahmen der Zeitenwende in Deutschland, aber auch mit Blick auf die Steigerung der Verteidigungsfähigkeit Europas enorm gestiegen. Unsere Produkte und Systeme sind gefragt, da sie einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit und Stabilität Europas leisten. Wir tragen dem Rechnung, indem wir unsere Produkte kontinuierlich technologisch verbessern und unsere Produktion signifikant erhöhen. Dafür benötigen wir gute, motivierte und kompetente Mitarbeiter. Insofern stehen wir der Initiative von Audi positiv gegenüber und hoffen, dass diese Partnerschaft wichtige Impulse für die beteiligten Unternehmen und die entsprechenden Fachkräfte setzen kann.“
Markus Helm, Chief Financial Officer von KNDS Deutschland
