In der Pilothalle entsteht Zukunft: Hardware und Software mit Leidenschaft vereint

Raphaela Fritz - Raphaela Fritz fasst mit der rechten Hand einen folierten Audi in einer Werkstatt an

Raphaela Fritz koordiniert in der Pilothalle in Ingolstadt die Aufbausteuerung – einen Bereich, in dem die ersten Technikträger und Prototypen für die nächste Generation von Fahrzeugen entstehen. Mit ihrem Know-how sorgt sie dafür, dass Hardware, Software und Prozesse gut zusammenspielen. Ihr Alltag? Hochkomplex, international vernetzt und geprägt von Herausforderungen. Ihr Ziel: den Wandel zum Software-Defined-Vehicle aktiv mitgestalten.

Warum arbeitest du bei Audi?

Raphaela: Vor allem begeistert mich die produktnahe Arbeit an unseren zukünftigen Fahrzeugen – für mich geht es tatsächlich ums Auto. Das begeistert mich jeden Tag. Ich sehe die Fahrzeuge schon sehr früh und weiß, was in den nächsten Jahren auf den Markt kommt und was unsere Kundinnen und Kunden erleben werden. Dieses Wissen und diese Nähe zum Produkt geben mir täglich neue Motivation.

Gleichzeitig ist Audi als Arbeitgeber für mich besonders, weil es so viele Möglichkeiten gibt, sich weiterzuentwickeln. Bei Audi habe ich neben der Möglichkeit, in verschiedenen Projekten und Geschäftsbereichen tätig zu sein, auch die Chance, in einem internationalen Umfeld an der Zukunft des Unternehmens mitzuwirken.

Raphaela Fritz - Raphaela erklärt anhand eines Whiteboards etwas an ihre Kollegen
Raphaela erklärt anhand eines Whiteboards etwas an ihre Kollegen
Pilothalle - Vorderseite eines schwarz-weiß folierten Audis mit einem Muster
Vorderseite eines schwarz-weiß folierten Audis mit einem Muster

Woran arbeitest du aktuell bei Audi?

Raphaela: Derzeit arbeite ich in der Koordination der Aufbausteuerung in Ingolstadt. Wir sind in der Pilothalle tätig, die eine besondere Doppelrolle hat: Zum einen verantworten wir den Aufbau von Technikträgern und Prototypen, zum anderen kümmern wir uns um Vorserienobjekte. Das bedeutet, wir bauen Fahrzeuge sowohl im Stand als auch über die Linie auf.

Meine Aufgabe liegt konkret in der Teamkoordination der Aufbausteuerung. Wir steuern alle Themen, die notwendig sind, um einen Prototyp oder ein Vorserienprojekt aufzubauen: Sind die Teile verfügbar? Sind die Fahrzeuge korrekt bestellt? Können wir die Erprobungswürdigkeit sicherstellen, und sind alle Funktionen gegeben? Es ist ein bisschen wie bei einer Fahrzeugbestellung im Autohaus – nur eben für Prototypen.

Aktuell arbeite ich gemeinsam mit meinem Team an den Technikträgern und Prototypen eines zukünftigen Audi. Das ist besonders herausfordernd, weil wir erstmals die SDV-Architektur implementieren, die wir von unserem Joint-Venture-Partner Rivian & Volkswagen Group Technologies erhalten. Konkret bedeutet es: Wir bauen die Inbetriebnahme-Fahrzeuge für die Erprobung auf – sie werden auch Mules genannt.

Dabei geht es um die Integration der neuen Architektur in enger Zusammenarbeit mit den Fachbereichen und unserem Joint-Venture-Partner. Von dort bekommen wir Software und Hardware, um die SDV-Architektur in die ersten Technikträger einzubringen. Es ist ein spannender Schritt in Richtung Software-Defined-Vehicle – und ich bin mittendrin.

Wie kann man sich eine Pilothalle vorstellen?

Raphaela: Grundsätzlich gibt es bei Audi zwei Pilothallen – eine in Ingolstadt und eine in Neckarsulm. Man sagt bei uns gern: Wir sind ein „Werk im Werk“. Die Pilothalle ist ein komplett in sich geschlossenes Aufbauzentrum. Hier entsteht alles unter einem Dach. Vom Karosseriebau bis zur Inbetriebnahme – alles passiert bei uns in der Pilothalle. Es ist ein komplexer, aber unglaublich spannender Prozess, bei dem wir die Zukunft des Software-Defined-Vehicle aktiv mitgestalten.

Der Ablauf beginnt mit dem Bau der ersten Karosserie, die lackiert wird. Es folgt die technische Montage, bei der wir das Fahrzeug Schritt für Schritt aufbauen: Bei elektrischen Fahrzeugen setzen wir die Hochvoltbatterie ein, legen Kabelstränge und installieren Steuergeräte, montieren Sitze und nehmen Anpassungen vor, wenn Prototypenteile noch nicht final sind. Alles passiert in sehr kleinen Stückzahlen und wird bei uns aufgebaut – bis hin zur Inbetriebnahme. Und genau die ist aktuell besonders spannend. Wir arbeiten mit neuen Tools und neuer Hardware, wie z.B. Zonensteuergeräte. Außerdem integrieren wir ständig neue Softwarestände, die wir von unserem Joint-Venture-Partner Rivian & Volkswagen Group Technologies aus den USA erhalten. Diese Software müssen wir mit neuen Steuergeräten, den Secondary ECUs, verheiraten. Dazu kommen neue Prozesse und Test-Assets.

Raphaela Fritz - Raphaela sitzt auf einem Stuhl und lächelt an die Kamera vorbei

„Vertrauen ist unser Fundament: Wenn jemand sagt ‚Wir schaffen das‘, dann weiß ich, es passt – und genau das gibt uns Freiraum für neue Ideen.“

Raphaela Fritz, Koordination Aufbausteuerung Pilothalle Ingolstadt

Was genau passiert bei der Inbetriebnahme?

Raphaela: Die Inbetriebnahme beschreibt den Moment, in dem das Fahrzeug zum Leben erweckt wird. Nachdem die mechanische Fertigstellung abgeschlossen ist, beginnt dieser spannende Prozess. Der erste Schritt ist die Herstellung der Fahrbereitschaft – das große Thema dabei: HV On. Das bedeutet, wir bringen bei elektrischen Fahrzeugen die Hochvoltbatterie ans Netz und sorgen dafür, dass das Fahrzeug zum ersten Mal selbst Energie hat.

Von dort geht es weiter: Die Räder müssen sich drehen, und dann folgen die Funktionen. Für jedes Fahrzeug gibt es eine festgelegte Funktionsliste. Darin steht genau, was ein Technikträger in dieser Phase können muss. Bei den ersten Fahrzeugen, die wir aktuell bauen, sind das zum Beispiel: HV On, Räder drehen, fahren können.

Mit jeder Baustufe steigt der Reifegrad. Sobald diese Fahrzeuge die definierten Funktionen erfüllen und das erste Mal fahren, ist die Inbetriebnahme abgeschlossen. Das ist immer ein besonderer Moment – denn dann wird aus vielen Einzelteilen endlich ein fahrfähiges Auto.

Gibt es ein technisches Erlebnis, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Raphaela: Ja, das ist noch gar nicht so lange her. Für mich war es wirklich sehr emotional, als meine Kollegen in den USA die Räder von meinem Fahrzeugprojekt zum ersten Mal zum Laufen gebracht haben – mit der neuen SDV-Architektur. Das war für mich ein Gänsehautmoment.

Wir haben neue Zonensteuergeräte für Front, Center und Rear erstmalig in den Fahrzeugen verbaut. Wochenlang haben wir zusammen mit den Kollegen von RV Tech die Steuergeräte in Betrieb genommen, damit alles funktioniert. Und dann kam die ersehnte Nachricht: „Die Räder drehen sich in den USA.“ Und wenige Tage später habe ich es hier vor Ort in Ingolstadt live gesehen. Da dachte ich: Yes! Die neue Architektur läuft, die Räder drehen sich.

Man sieht das Fahrzeug und merkt: Es funktioniert! Das ist immer wieder schön und für das ganze Team ein absolutes Erfolgserlebnis.

Pilot halle - Raphaela und ihr Team stehen um einen Tisch herum und sie erklärt etwas
Raphaela und ihr Team stehen um einen Tisch herum und sie erklärt etwas
Raphaela Fritz - Raphaela hat eine Hand in der Hüfte und steht vor einem schwarz-weiß folierten Audi auf einer Hebebühne
Raphaela hat eine Hand in der Hüfte und steht vor einem schwarz-weiß folierten Audi auf einer Hebebühne

Wie würdest du eure Zusammenarbeit beschreiben?

Raphaela: Bei uns arbeiten Menschen aus ganz unterschiedlichen Teams zusammen – und das über alle Hierarchien hinweg. Ich selbst stehe auch oft in der Werkstatt und schaue mir Dinge direkt am Auto an. Das macht die Arbeit besonders, weil alle wirklich Hand in Hand arbeiten.

Was ich daran am meisten schätze, ist das Vertrauen. Wenn mir jemand aus dem Team sagt: „Wir schaffen das“, dann weiß ich, das passt. Ich muss nicht hinterfragen, weil die Expertise da ist. Dieses Vertrauen gibt uns Freiheiten – und das fühlt sich gut an. Nur mit dem richtigen Arbeitsumfeld, mit Vertrauen im Team, kann man sich wirklich einbringen und neue Ideen generieren. Das macht gute Zusammenarbeit für mich aus.

Welche Veränderung erlebt ihr aktuell in der Zusammenarbeit?

Raphaela: Gerade jetzt erleben wir einen starken Wandel. Wir arbeiten nicht mehr im klassischen Umfeld, sondern befinden uns mitten im Umstieg zum Software-Defined-Vehicle. Das bedeutet: Wir müssen uns neu organisieren und flexibel zusammenarbeiten.

Früher lag der Fokus stark auf Mechanik und Montage. Heute haben wir einen Shift hin zur Inbetriebnahme und Software. In meinem Team haben wir sogar eine eigene Rolle dafür: die Softwaresteuerung. Diese Kolleginnen und Kollegen kümmern sich ausschließlich um die Software- und Hardwaresteuerung – das gab es vorher so nicht.

Wir müssen flexibel auf die veränderten Rahmenbedingungen reagieren. Wir gehen neue Wege, definieren neue Rollen und arbeiten über Kontinente hinweg zusammen. Diese Veränderung fordert uns, aber sie macht die Arbeit auch unglaublich spannend.

1080x1080_NBZ5978.jpg - Vogelperspektive der Pilothalle von Audi

„Unsere Pilothalle ist ein Werk im Werk – hier entsteht Zukunft. Vom Fahrzeugaufbau bis hin zur Inbetriebnahme ist alles unter einem Dach.“

Raphaela Fritz, Koordination Aufbausteuerung Pilothalle Ingolstadt

Wie spiegeln sich denn die Audi Werte Begeisterung, Vertrauen, Verantwortung, Mut in deiner täglichen Arbeit wider?

Raphaela: Aktuell erleben wir das beim Aufbau und der Inbetriebnahme der ersten SDV-Fahrzeuge – sowohl in den USA als auch hier in Ingolstadt. Wir arbeiten an neuen Test-Assets mit komplett neuer Hardware, Software, Prozessen und Tools. Das alles gelingt nur, weil wir mutig neue Wege gehen, Verantwortung übernehmen und uns jeden Tag mit Begeisterung den Herausforderungen stellen. Vertrauen ist dabei die Basis, die uns als Team stark macht.

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