• Jörg Schlagbauer: „Audi wird nicht dadurch groß, dass man es kleinspart. Wir brauchen eine klare Richtung, starke Produkte und eine neue gemeinsame Vision.“
  • Rita Beck: „Die Zukunft von Audi ist nicht entschieden. Sie wird jetzt verhandelt, und Beiträge ohne Perspektive wird es mit uns nicht geben.“
  • Gernot Döllner: „Es ist die gemeinsame Verantwortung aller Audi Standorte, dass wir auch in Zukunft profitabel wachsen, investieren können und Beschäftigung sichern.“

Bei der dritten Betriebsversammlung des Jahres im Audi Werk Ingolstadt standen die jüngsten Entscheidungen im Volkswagen-Konzern und deren mögliche Auswirkungen auf Audi im Mittelpunkt. Der Betriebsrat stellte klar: Weder Standortschließungen noch konkrete Personalabbauzahlen für Audi wurden beschlossen. Nun komme es darauf an, in den anstehenden Verhandlungen tragfähige Perspektiven für Beschäftigung und Standorte zu schaffen.

Rund 7.000 Kolleginnen und Kollegen verfolgten die Betriebsversammlung in der Halle B sowie an den zugeschalteten Außenstandorten. Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Jörg Schlagbauer, führte durch die Versammlung. Angesichts der großen Verunsicherung in der Belegschaft forderte er klare Antworten darauf, wo Audi künftig stehen soll, was tatsächlich auf das Unternehmen zukommt und wie Audi wieder auf einen nachhaltigen Wachstumskurs gebracht werden kann. Die Beschäftigten hätten Veränderungen mitgetragen, Belastungen akzeptiert und Verantwortung übernommen. Nun liege es am Vorstand, eine klare Richtung für Audi vorzugeben und zu zeigen, wie das Unternehmen wieder stärker werden könne. „Die Kolleginnen und Kollegen erwarten keine einfachen Antworten. Aber sie erwarten Klarheit, Orientierung, Führung und eine nachhaltige Perspektive.“

Zukunft von Audi wird jetzt verhandelt

In ihrem Bericht ordnete die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Rita Beck die Ergebnisse der jüngsten Sitzungen im Volkswagen-Konzern ein. Sie stellte klar, dass weder die Schließung der Werke in Emden, Hannover, Neckarsulm und Zwickau noch eine konkrete Personalabbauzahl für Audi beschlossen wurden. Die Arbeitnehmerseite habe dem Konzernvorstand keinen Blankoscheck gegeben, sondern einen Rahmen für die nun anstehenden Verhandlungen geschaffen.

Diese Verhandlungen würden bei Audi zwischen Betriebsrat und Unternehmen geführt. Der Betriebsrat werde jede Forderung prüfen, jede Zahl hinterfragen und eigene Alternativen einbringen. Notwendige Veränderungen werde man nicht grundsätzlich blockieren. Zusätzliche Beiträge der Beschäftigten könne es jedoch nur geben, wenn ihnen verbindliche Perspektiven für Beschäftigung, Produkte und Standorte gegenüberstünden. „Die Zukunft von Audi wurde nicht beschlossen. Sie wird jetzt verhandelt. Und Beiträge ohne Perspektive wird es mit uns nicht geben“, betonte Rita Beck. Der Betriebsrat werde die anstehenden Verhandlungen konstruktiv, aber mit der nötigen Klarheit und Konsequenz führen.

Gernot Döllner: Mehr Wettbewerbsfähigkeit für sichere Arbeitsplätze

Audi CEO Gernot Döllner betonte die Notwendigkeit tiefgreifender Veränderungen und machte deutlich, dass es angesichts der wirtschaftlichen Lage keine einfachen Versprechen oder Garantien geben könne. Für die langfristige Perspektive der deutschen Standorte sei entscheidend, die eigene Wettbewerbsfähigkeit grundlegend zu verbessern. „Die Automobilindustrie befindet sich in einem fundamentalen Umbruch. Darauf müssen wir reagieren – und zwar jetzt. Es ist die gemeinsame Verantwortung aller Audi Standorte, dass wir auch in Zukunft profitabel wachsen, investieren können und Beschäftigung sichern. Dafür müssen wir heute die richtigen Entscheidungen treffen.“

Hintergrundinformation zur Betriebsversammlung

Insgesamt vier Mal im Jahr finden bei Audi Betriebsversammlungen statt. Sie dienen der umfassenden Information der Beschäftigten über die Tätigkeit des Betriebsrats sowie über die wirtschaftliche und soziale Situation des Unternehmens.