• Motorsport-Weltverband FIA bringt smarten Filter erstmals an einer Rennstrecke zum Einsatz
  • Kleinstpartikel aus Reifenabrieb und andere Verunreinigungen im Visier
  • Audi Stiftung für Umwelt als Wegbereiter des URBANFILTERS

Gemeinsam mit Wissenschaftlern der TU Berlin und weiteren Partnern fördert die Audi Stiftung für Umwelt seit September 2020 die Entwicklung smarter Filter für den Straßenablauf. Beim Grand Prix der Niederlande der Formel 1 in Zandvoort setzt der Motorsport-Weltverband FIA das URBANFILTER-Konzept erstmals im Spitzenmotorsport ein.

Das innovative Konzept befasst sich mit einer großen, aber oft übersehenen Verschmutzungsquelle im Alltag: Verunreinigungen wie Reifenabrieb sowie Bremsstaub, Mikroplastik und andere Schadstoffe, die sich auf der Straßenoberfläche ablagern. Das Ziel ist es, so viele Partikel wie möglich aus der Umwelt herauszufiltern, bevor sie durch Regen oder Wind in den Wasserkreislauf gelangen.

Hier setzt ein speziell entwickelter Filter in den Ablaufschächten von Straßen an: Das URBANFILTER-Konzept, in der Entwicklung unterstützt durch den Filtrationsexperten GKD und den Regenwasserspezialisten ARIS, hat seine Wirksamkeit in den vergangenen Jahren bei Tests im Labor und unter realen Bedingungen unter Beweis gestellt – in Großstädten wie Berlin und Kopenhagen genauso wie auf einer Nass-Handling-Strecke des ADAC oder einer kurvenreichen Durchgangsstraße. Im Rahmen der jüngsten Erprobungen an der Rennstrecke von Zandvoort konnte je nach Regenintensität und Partikelcharakteristik eine Rückhaltrate von bis zu 99 Prozent erreicht werden.

Audi Stiftung für Umwelt als Wegbereiter

„Wir sind stolz darauf, dass die FIA diesem wichtigen Thema durch den Einsatz bei der Formel 1 eine globale Bühne sowie ein Testfeld unter Extrembedingungen bietet“, sagt Sven Veit, Geschäftsführer der Audi Stiftung für Umwelt. „Der Motorsport stellt dabei erneut unter Beweis, dass er als technologisches Vorbild dienen kann.“ Die Implementierung des URBANFILTER-Konzepts auf einer Formel-1-Rennstrecke zeigt, wie eine Innovation, die ursprünglich für den städtischen Raum entwickelt wurde, skaliert und auf andere Bereiche übertragen werden kann.

Schwerpunkt der 2009 als 100-prozentige, gemeinnützige Tochtergesellschaft der AUDI AG ins Leben gerufenen Audi Stiftung für Umwelt ist die Förderung sogenannter Greenovation-Projekte, bei denen innovative Technologien so eingesetzt werden, dass sie zum schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen beitragen.

„Der Motorsport stellt dabei erneut unter Beweis, dass er als technologisches Vorbild dienen kann.“

Sven Veit, Geschäftsführer der Audi Stiftung für Umwelt

Drei-Sterne-Umweltzertifizierung für den Standort Neuburg

Audi engagiert sich seit dieser Saison mit einem eigenen Werksteam in der Formel 1. Eine wichtige Voraussetzung für den Einstieg in die Königsklasse des Motorsports war die Vorgabe der FIA, synthetische oder aus nachwachsender Biomasse hergestellte Kraftstoffe und einen hohen Anteil an elektrischer Energie zu verwenden.

Die FIA hat dem Entwicklungsstandort der Formel-1-Antriebseinheit von Audi in Neuburg vor wenigen Monaten nach einem umfassenden Audit die Drei-Sterne-Umweltzertifizierung verliehen – die höchste Stufe im Rahmen der FIA-Richtlinien. Sie baut auf den bereits bestehenden Zertifizierungen nach ISO 14001 und ISO 50001 auf und spiegelt konkrete Maßnahmen am Standort in Neuburg wider, darunter die Nutzung erneuerbarer Energiequellen für die Strom- und Wärmeversorgung.