Menschenrechtliche Sorgfaltspflicht in der Lieferkette

Sarah Schwellinger freundlich lächelnd im Büro
IIhr Job bei Audi erfordert Mut, eine Vision und viel Verantwortungsbewusstsein: Sarah Schwellinger, Expertin für menschenrechtliche Sorgfaltspflicht in der Lieferkette. Ein Portrait.

Bei ihrer Arbeit geht es um Themen wie Menschenrechte, Arbeitssicherheit und Umweltschutz – und darum, eine Brücke zwischen Audi und seinen Lieferanten zu schlagen. Sarah Schwellinger, Expertin für menschenrechtliche Sorgfaltspflicht in der Lieferkette, prägt mit ihrer Arbeit die Beziehungen zwischen der gesamten Markengruppe Progressive und ihren Zulieferunternehmen. Ein Job, der Mut, eine Vision und viel Verantwortungsbewusstsein erfordert. Wie behält die Expertin bei über 14.000 Lieferanten den Überblick?

Es ist morgens 08:00 Uhr und Sarah Schwellinger startet in einen weiteren Tag voller Mail- und Telefonkontakte zu verschiedenen Lieferant_innen des Audi Konzerns, deren Anliegen es zu klären gilt. Heute sind es Fragen wie: „Welche Nachhaltigkeitsanforderungen muss ich als Zulieferunternehmen von Audi erfüllen?“ oder „Wie kann ich als Zulieferbetrieb von Audi dazu beitragen, dass meine eigenen Lieferanten Menschenrechte einhalten?“

Viele Vormittage der Woche steht bei Sarah Schwellinger diese Grundlagenarbeit auf der Tagesordnung. Daher nimmt sich die Expertin Zeit für die ausführliche Beantwortung von Fragen und Anliegen. „Wir müssen als Unternehmen sowie als relevanter Kunde unserer Partnerunternehmen mit unseren Standards Stellung beziehen. Der direkte Kontakt mit unseren Lieferanten ist wichtig.“

Wir leben Verantwortung – Sarah Schwellinger
Wir leben Verantwortung – Sarah Schwellinger

„Aufgrund der Vielzahl an Lieferanten und Sublieferanten sind wir täglich mit einer sehr hohen Komplexität konfrontiert. Daher setzen wir zuerst dort an, wo die Risiken am höchsten sind“, erklärt Sarah Schwellinger. Um hier den Überblick zu behalten, hat Audi bereits vor einigen Jahren eine eigens dafür eingerichtete Organisationseinheit im Bereich Beschaffung ins Leben gerufen: „Nachhaltigkeit Lieferkette“.

„Auf alle Menschen, die an der Lieferkette beteiligt sind, auf deren Arbeit, Leben und Familien haben wir als Abteilung und als Unternehmen meist indirekten, teils sogar direkten Einfluss. Damit gehen wir sehr verantwortungsvoll um und möchten positive Spuren hinterlassen“, sagt Sarah Schwellinger über ihre Arbeit. „Wenn wir mit den Kolleg_innen vom Einkauf über Lieferanten diskutieren, sitze ich stellvertretend für diese Menschen mit am Tisch, die nicht anwesend sein können.“

Menschenrechte im Fokus

Im Jahr 2007, während ihres Politikstudiums, absolvierte die gebürtige Mannheimerin ein Praktikum bei einer Agentur, die die hessische Staatskanzlei hinsichtlich Nachhaltigkeit beriet. Durch die Arbeit entbrannte in ihr die Leidenschaft für das Thema. Ab 2010 absolvierte Schwellinger dann erfolgreich ein Masterstudium in Nachhaltigkeitswissenschaften. „Von Mikroplastik in den Weltmeeren bis hin zu rechtlichen Fragen haben wir eigentlich alles behandelt.“ Auch Menschenrechte spielten im Studium eine große Rolle, ebenso wie jetzt bei ihrer Arbeit für Audi.

Sarah Schwellinger im Gespräch mit Kollegen
“Ich finde es gut, dass wir mit unserer Arbeit Teil der Beschaffung bei Audi sind. So können wir Menschenrechte schon bei der Auswahl der Lieferanten mitdenken.”

Sarah Schwellinger

Es ist 17:00 Uhr, als Sarah Schwellinger den Laptop zuklappt. Alle Mails sind beantwortet, alle Fragen für heute geklärt. Was ist für Sarah Schwellinger das Beste an ihrer Arbeit? „Mir gefällt es, in meiner Funktion dazu beizutragen, menschenrechtliche Risiken in der Lieferkette zu identifizieren und zu reduzieren. Und dabei nicht den Blick für die Chance zu verlieren, einen positiven Impact entlang unserer Lieferketten zu erzielen“, sagt sie.