Kreislaufwirtschaft bei Audi
Endliche Ressourcen verlangen ein Umdenken. Audi arbeitet daher gemeinsam mit Partnern daran, Materialien und Bauteile möglichst lange im Kreislauf zu halten und verfolgt definierte Maßnahmen zur Weiterentwicklung dieser Kreisläufe entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Wie Kreislaufwirtschaft Wirkung entfaltet
Kreislaufwirtschaft ist für Audi ein zentraler Ansatz, um die Nutzung von Ressourcen entlang der Wertschöpfungskette weiterzuentwickeln und zugleich neue Geschäftspotenziale langfristig zu erschließen. Kreislaufwirtschaft wird bei Audi durch die drei wesentlichen Säulen Produkt, Business und Partnering konkret.
Säule 1
Produkt - Kreislaufwirtschaft beginnt bei der Entwicklung
Mit den nächsten Fahrzeug-Generationen werden vermehrt Materialien verbaut, die aus bereits von Kunden genutzten Produkten stammen, so genannte Post-Consumer-Rezyklate. Weil für diese Materialien identische Qualitätsanforderungen gelten, ist u.a. eine aufwendigere Sortierung erforderlich als bei Materialien, welche direkt aus Produktionsabfällen gewonnen werden. Vereinfacht wird dieser Kreislauf durch das Prinzip „Design for Circularity“: Bauteile werden bereits in der Konzeptionsphase so entwickelt, dass sie sich später leichter demontieren, reparieren und recyceln lassen. So entstehen bei Audi Komponenten, deren spätere Kreislauffähigkeit von Beginn an im Produkt selbst angelegt ist.
Säule 2
Business – Kreislaufwirtschaft als Werttreiber
Das Ziel ist, langfristige Geschäftsmodelle zu etablieren, die Ressourcen schonen und zugleich Wert schaffen. Ein gutes Beispiel hierfür sind die sogenannten „Audi Original Austauschteile“ - ein Aufbereitungsprogramm für Antriebskomponenten, Elektronikbauteile, E-Motoren und Virtual Cockpits.
Säule 3
Partnering - Kreise erfordern Zusammenarbeit
Partnerschaften sind ein wichtiger Baustein, um den Einsatz von Rezyklaten in Fahrzeugen erhöhen zu können, Design-for-Circularity-Ansätze weiterzuentwickeln und tragfähige Geschäftsmodelle zu etablieren. Ein gesamtheitlicher Kreislaufwirtschaftsansatz lässt sich nur gemeinsam mit Partnern über die gesamte Wertschöpfungskette wirkungsvoll umsetzen. Die Zusammenarbeit bringt unter anderem externe Perspektiven früh in die Entwicklung ein und schafft gemeinsame Standards. So setzt Audi beispielsweise entlang der Lieferkette verbindliche Vorgaben für den Einsatz von Post-Consumer-Rezyklat, welche gemeinsam mit seinen Partnern entwickelt wurden. Audi nutzt diesen partnerschaftlichen Ansatz, um hochwertige Rezyklate langfristig abzusichern und setzt dabei bei der Skalierung auf Infrastruktur sowie Know-how seiner Partner.
Managementansatz
Ziele
> Produkt: Reduktion des Primärmaterialeinsatzes durch Einsatz von Sekundärmaterial
> Business: Wachstum durch zirkuläre Geschäftsmodelle
Policies
Maßnahmen
Verankerung Kreislaufwirtschaft-Produktanforderungen in der Entwicklung:
Die entwickelnden Bereiche werden mit Handbüchern, Material-Guidelines und Web-Trainings unterstützt. So können Anforderungen wie Langlebigkeit, Reparierbarkeit, Demontierbarkeit und Recyclingfähigkeit bereits in der Konzeptionsphase von Bauteilen systematisch mitgedacht werden.
Verbindlicher Einsatz von Rezyklaten:
2023 wurden interne Zielwerte für den Anteil an Sekundärmaterial und Post-Consumer-Sekundärmaterial auf Gesamtfahrzeugebene und 2024 auf Bauteilebene definiert und im Unternehmen verankert.
Umsetzungsbeispiel Design for Circularity:
Audi setzt bei Sitzbezügen auf Monomaterialien aus einer einzigen Materialfamilie. Bezug, Vlies, Klebstoffe und Verbindungselemente bestehen vermehrt – soweit technisch möglich sowie ökologisch und ökonomisch sinnvoll – aus Polyester in recyclingfähiger Qualität. So lassen sich Produktionsverschnitte direkt recyceln und die Materialien am Ende des Produktlebenszyklus mehrfach in den Kreislauf zurückführen.
Umsetzungsbeispiel Rezyklat:
Im Audi Q6 e-tron werden für die Herstellung des Stahls für das Dachaußenteil anteilig Stahlschrotte verwendet, die aus Post-Consumer-Quellen stammen. Solche Materialien kommen auch für ausgewählte Bauteile (beispielsweise den Dachrahmen) des Audi A6 e-tron und des A2 e-tron zum Einsatz.
Umsetzungsbeispiel Partnering:
Als Mitglied der Ellen MacArthur Foundation, engagiert sich Audi, um u.a. seine Design-for-Circularity-Aktivitäten weiterzuentwickeln.
ESG-Kennzahlen
Kennzahl | Einheit | 2025 | 2024 | 2023 |
| Ressourcen-Inflows – Gewicht der Produkte und Materialien (Referenzfahrzeug-Logik) | ||||
| Gewicht der verwendeten Produkte sowie der technischen und biologischen Materialien – Verbrennerfahrzeuge | t | 1.472.886 | – | – |
| Gewicht der verwendeten Produkte sowie der technischen und biologischen Materialien – Elektrofahrzeuge | t | 434.840 | – | – |
| Gewicht der verwendeten, wiederverwendeten oder recycelten Sekundärkomponenten, Produkte und Materialien – Verbrennerfahrzeuge | t | 251.848 – 384.876 | – | – |
| Gewicht der verwendeten, wiederverwendeten oder recycelten Sekundärkomponenten, Produkte und Materialien – Elektrofahrzeuge | t | 49.320 – 93.976 | – | – |
| Anteil der verwendeten, wiederverwendeten oder recycelten Sekundärkomponenten, Produkte und Materialien am Gesamtgewicht – Verbrennerfahrzeuge | % | 17,10 – 26,13 | – | – |
| Anteil der verwendeten, wiederverwendeten oder recycelten Sekundärkomponenten, Produkte und Materialien am Gesamtgewicht – Elektrofahrzeuge | % | 11,34 – 21,61 | – | – |
| Verwertung | ||||
| Gesamtmenge der recycelten Abfälle | t | 428.011 | 371.822 | – |
| Abfall zur Verwertung – Vorbereitung zur Wiederverwendung | t | 18.579 | – | – |
| Gesamtmenge der nicht recycelten Abfälle | t | 20.324 | 21.628 | – |
| Anteil der nicht recycelten Abfälle | % | 4,35 | 5,13 | – |
| Metallische Abfälle | t | 318.546 | 278.757 | 302.817 |








