Hof

Nachhaltigkeit im Handel

Ein Gespräch mit Reinhold Lehnert, Betriebsleiter des Audi Zentrum Hof, und Roman Fehling, kaufmännischer Leiter der Motor-Nützel GmbH, bei einem Rundgang über den Stellenwert, den Nachhaltigkeit in ihrem Unternehmen einnimmt.

15.07.2018 Lesezeit: 5 min

 Das Audi Zentrum Hof: Zukunftsorientiert  Ein Gespräch mit Reinhold Lehnert, Betriebsleiter des Audi Zentrum Hof und Roman Fehling, kaufmännischer Leiter der Motor-Nützel GmbH
Das Audi Zentrum Hof: Zukunftsorientiert Ein Gespräch mit Reinhold Lehnert, Betriebsleiter des Audi Zentrum Hof und Roman Fehling, kaufmännischer Leiter der Motor-Nützel GmbH

Das Audi Zentrum Hof: Zukunftsorientiert

Reinhold Lehnert, Betriebsleiter des Audi Zentrum Hof, und Roman Fehling, kaufmännischer Leiter der Motor-Nützel GmbH, berichten über den Stellenwert, den Nachhaltigkeit in ihrem Unternehmen einnimmt, und zeigen uns bei einem Rundgang das nachhaltige Konzept des Audi Zentrum Hof.

Herr Fehling, ist Ihrer Meinung nach Nachhaltigkeit teilweise nur ein Hype, dem viele gerade nachlaufen?
Fehling: Teilweise ja, die Presse speist den Hype rund um Nachhaltigkeit, leider oft im negativen Sinne. In jedem Fall ist offensichtlich, dass wir uns alternative Wege überlegen müssen. Auch hier im Autohaus beschäftigen uns Themen wie E-Mobilität und die Umstellung auf E-Tankstellen.

Der Audi A4 Avant g-tron fährt mit reduzierten CO₂-Emissionen im Gasbetrieb.
Der Audi A4 Avant g-tron fährt mit reduzierten CO₂-Emissionen im Gasbetrieb.

Audi A4 Avant g-tron: Kraftstoffverbrauch (kombiniert) in kg/100 km: 5,0–4,3CO₂-Emissionen (kombiniert) in g/km: 136–118

Audi A4 Avant g-tron: Kraftstoffverbrauch (kombiniert) in kg/100 km: 5,0–4,3CO₂-Emissionen (kombiniert) in g/km: 136–118

In der Strategie 2025 von Audi ist Nachhaltigkeit neben Digitalisierung und Urbanisierung ein Kernthema. Herr Lehnert, Herr Fehling, wie ist das Thema Nachhaltigkeit in Ihre Unternehmensstrategie integriert?
Lehnert: Die Verankerung im Unternehmen beginnt schon in der Gesellschafterstruktur: Um den Zerfall des Familienbetriebes aufgrund fehlender Nachkommen zu vermeiden, wurde 1981 die Hans und Emma Nützel Altenstiftung gegründet. Die Philosophie der Stiftung unterstreicht langfristig und nachhaltig orientierte Entscheidungen. Dabei geht es sehr stark um Regionalität und Lokalität. Auch die Instandhaltung der Betriebsanlagen und die Investition in Anlagen mit einer langen Lebensdauer sind Teil unserer Strategie.

Fehling: Oft wird bei Unternehmen nur an Cash und Return on Investment gedacht und nicht in Immobilienbesitz investiert. Wir sind Eigentümer unserer Immobilien. Wir kaufen langfristig und die Rendite kommt langfristig zurück. Ich sehe das als klares Zeichen unserer Philosophie.

Lehnert: Der Begriff Nachhaltigkeit wird häufig wenig fundiert benutzt und stellt einen reinen Modebegriff dar. Tatsächlich basiert Nachhaltigkeit auf drei Säulen: Ökonomie, Ökologie und Soziales. Wir haben alle drei Säulen in unsere Strategie integriert.

 Das 2016 neu eröffnete Autohaus bietet die aktuelle Audi Modellpalette zum Probe-sitzen.
Das 2016 neu eröffnete Autohaus bietet die aktuelle Audi Modellpalette zum Probe-sitzen.
Wir treffen Entscheidungen, die sich langfristig positiv auf den ökonomischen Aspekt in unserem Unternehmen auswirken.

Reinhold Lehnert

Können Sie Beispiele für die drei Säulen aus Ihrem Unternehmen nennen?
Lehnert: Wir treffen Entscheidungen, die sich langfristig positiv auf den ökonomischen Aspekt in unserem Unternehmen auswirken. Wir haben am Standort Hof einen Volkswagen und den Audi Betrieb aus einer Insolvenz übernommen. Beide Betriebe waren nicht mehr CI-gerecht. Trotz der deutlich höheren Investitionskosten waren die Zusammenlegung und der Neubau der Betriebe auf dem jetzigen Betriebsgelände die wirtschaftlichste Lösung im Hinblick auf die langfristige Nutzung des Standorts. Trotz unseres starken Wachstums ist unsere Unternehmenspolitik nach wie vor regional und somit langfristig stabil ausgerichtet.

Ein Beispiel für unsere ökologischen Maßnahmen ist dieser nach KfW 55-Standard gebaute Standort. Die KfW-Standards stehen für verschiedene Werte der Energieeffizienz von Gebäuden. Wir nutzen die anfallende Abwärme eines Landwirts für die Grundabdeckung unseres Wärmebedarfs in allen Gebäuden. Ein weiterer Punkt ist die biologische Aufbereitung von 80 Prozent unseres Wasserbedarfs für die Waschanlagen.

Den sozialen Aspekt erfüllen wir durch die Förderung sozialer und kultureller Projekte und Veranstaltungen in der Region. Seit 15 Jahren sind wir Hauptsponsor des Bayreuther Osterfestivals. Der Gedanke des Festivals ist die Zusammenführung von Kultur und Völkerverständigung. In diesem Jahr wurden junge Musiker aus 37 Nationen nach Bayreuth geholt. Auch Krisenregionen werden berücksichtigt. Alle Einnahmen werden zugunsten schwerkranker Kinder gestiftet.

Roman Fehling

Roman Fehling

„Wir brauchen alternative Wege. Auch hier im Autohaus beschäftigen uns Themen wie E-Mobilität und die Umstellung auf E-Tankstellen.“

Roman Fehling ist 1968 in Mistelgau geboren. Er studierte Bauingenieurwesen an der FH Nürnberg und erlangte unter anderem als Geschäftsführer berufliche Erfahrung bei mehreren namhaften Bauunternehmen. Seit 2014 arbeitet er für die Motor-Nützel GmbH in Bayreuth.

In Ihrer Strategie steht: „Geschäftlicher Erfolg ist die Grundlage für nachhaltige Leistungsfähigkeit“. Was heißt das konkret?
Lehnert: Unsere Unternehmensstrategie steht auf einer sehr soliden Basis. Sie trägt uns auch durch wirtschaftlich schlechtere Zeiten. Solche Zeiten haben wir überstanden, ohne Personal abbauen oder Standorte schließen zu müssen. Wir müssen nicht auf jede kurzfristige Entwicklung reagieren, sondern können proaktiv agieren. Diese Stabilität wird auch von unseren Kunden positiv wahrgenommen. Wir sind stolz darauf, ein verlässlicher Partner für unsere Kunden und Lieferanten zu sein.

Fehling: Der Grund für die Stabilität ist, dass wir uns auf das Ergebnis fokussieren und nicht stückzahl- oder umsatzgetrieben sind.

Reinhold Lehnert

Reinhold Lehnert

„Wir leben von und in der Region. Durch die Fernwärme eines regionalen Landwirtes erhalten wir unsere benötigte Energie und durch die Förderung sozialer und kultureller Projekte zeigen wir unser regionales Engagement.“

Reinhold Lehnert ist 1962 in Kemnath geboren. Nach elf Jahren in der Offizierslaufbahn bei der Bundeswehr mit begleitendem Studium der Betriebswirtschaftslehre (VWA) wechselte er 1992 in den Automobilhandel und trat als Assistent der Geschäftsleitung in das Unternehmen Motor-Nützel GmbH ein. In den 26 Jahren bei Motor-Nützel sammelte Reinhold Lehnert Erfahrungen in verschiedenen Assistenten- und Führungsfunktionen. Seit 1998 ist er zudem Markenverantwortlicher der Marke Audi.

“Unsere Ausbildungsquote liegt jährlich bei circa 20 Prozent. Dank unseres Wachstums konnten wir in den letzten Jahren im Schnitt zwischen 70 und 80 Prozent der Auszubildenden übernehmen.”

Reinhold Lehnert

Für Audi ist Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette ein wichtiges Anliegen. Dieser Nachhaltigkeitsgedanke beginnt bereits bei der Vergabe von Aufträgen an unsere Lieferanten. Hinsichtlich Themen wie Umweltschutz, Arbeitnehmer- und Menschenrechte stellen wir bestimmte Anforderungen. Achten Sie bei Ihren Lieferanten ebenfalls auf die Erfüllung gewisser Standards?
Fehling: Ja, wir arbeiten mit regionalen Unternehmen zusammen. Beim Bau des Autohauses waren 80 – 90 Prozent unserer Lieferanten aus der Region. Das hat kurze Transportwege ermöglicht. Bei so einem großen Projekt bringt das einen starken positiven Effekt.

Lehnert: Wir versuchen auch die Subunternehmer hinsichtlich der Einhaltung sozialer Standards gegenüber ihren Mitarbeitern zu beeinflussen. Da wir fast ausschließlich auf Partner aus der Region und auf langfristige Zusammenarbeit setzen, kennen wir deren Firmenphilosophien.

Auch beim Thema Mitarbeiter ist unsere Strategie nachhaltig ausgelegt. Unsere Ausbildungsquote liegt jährlich bei circa 20 Prozent. Dank unseres Wachstums konnten wir in den letzten Jahren im Schnitt zwischen 70 und 80 Prozent der Auszubildenden übernehmen. Wir finden, diese Quote kann sich sehen lassen.

Wo Sie gerade von Mitarbeitern sprechen: Die Generation Y wird sich ihren Arbeitgeber aussuchen können. Was macht Ihr Zentrum für Arbeitnehmer besonders attraktiv?
Lehnert: Unser guter Ruf, den wir auch durch unseren Erfolg und unser Wachstum erhalten haben, macht uns als Arbeitgeber durchaus begehrt. Trotzdem spüren wir Veränderungen. Vor allem in den Bereichen Karosserie und Lack wird es beispielsweise immer schwieriger, Spezialisten zu finden.

Fehling: Ich bin davon überzeugt, dass eine offene und freundliche Arbeitsatmosphäre für die Wahl des Arbeitgebers ebenfalls entscheidend ist. Auch hier können wir punkten. Aufgrund der durchgehenden Fenster haben wir in der gesamten Werkstatt Tageslicht. Überall sind helle Böden verlegt, teilweise in Holzoptik. Durch große Glasflächen sind die Büros offen und hell.

 Die Photovoltaikanlage versorgt das Autohaus mit grünem Strom.
Die Photovoltaikanlage versorgt das Autohaus mit grünem Strom.

Ein Rundgang zur nachhaltigen Bauweise des Audi Zentrum Hof

Photovoltaik
Die Photovoltaikanlage ist nach Ost-West ausgerichtet. In Hof ist das die effizienteste Lösung. Die Photovoltaikanlage mit einer Fläche von etwa 3.200 Quadratmetern hat eine Nennleistung von 500 Kilowatt Peak. Bei ausreichender Sonneneinstrahlung ist das Audi Zentrum so unabhängig vom Stromnetz.
LED-Beleuchtung
Auf dem gesamten Grundstück sind LEDs installiert, wie beispielsweise im Showroom, in den Werkstätten und bei der Außenbeleuchtung. Neben einer Stromersparnis von 70 bis 80 Prozent gegenüber einer herkömmlichen Glühbirne haben LEDs eine längere Lebensdauer. Im ersten Jahr nach der Eröffnung hat das Audi Zentrum Hof nur 50 Prozent des prognostizierten Stromverbrauchs tatsächlich benötigt.
Wasseraufbereitung
Das verschmutzte Wasser wird biologisch aufbereitet. 80 Prozent des Wasserbedarfs der Waschanlagen werden so wiederverwendet. Durch diese Kreislaufwirtschaft werden auch hier Ressourcen geschont.
Nachhaltige Wärmenutzung
Anstatt der üblichen Gebläseheizung ist in der Audi Werkstatt des Audi Zentrum Hof eine Betonkernaktivierung eingebaut. Dadurch entsteht eine ganzflächig gleichmäßige Wärmeverteilung. Die komplette Bodenplatte heizt sich auf und gibt die Temperatur in den Raum ab. Das ermöglicht niedrige Vorlauftemperaturen. Die ankommende Fernwärme wird so optimal umgesetzt.

Alle Gebäude des Audi Zentrum Hof werden anhand dieser Technik beheizt. So wird deutlich an Energie eingespart und im Winter wird das Entweichen von Energie beim Öffnen und Schließen der Tore verhindert.
Fernwärme
Den Großteil des Wärmebedarfs erhält das Audi Zentrum Hof von der Biogasanlage eines Landwirts. Diese befindet sich einen Kilometer entfernt vom Autohaus. Daher beträgt der Wärmeverlust auf dieser Strecke nur 1 °C. Im Gebäude der Fahrzeugaufbereitung und des Karosserie- und Lackzentrums kommt die Fernwärme an. Die benötigte Temperatur wird von hier an die einzelnen Gebäude abgegeben. Da die Fernwärme über den Tag meist nicht ausreicht, heizt ein Gasbrenner die zusätzlich in den Gebäuden benötigte Wärme auf 80 - 85 °°C und nutzt dafür einen 15.000-Liter-Pufferspeicher. Die Temperatur wird ständig kontrolliert. So wird ein nachhaltiger Kreislauf geschaffen. 
 Durchgehende Fenster sorgen in der gesamten Werkstatt für Tageslicht.
Durchgehende Fenster sorgen in der gesamten Werkstatt für Tageslicht.

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